Geburtstag von Kim Jong Il Eine Statue für den "Generalissimus"

Das Regime in Nordkorea huldigt seinem totem Führer: Mit einer überlebensgroßen Reiterstatue und dem Titel "General der Generäle" wird der Personenkult um den verstorbenen Kim Jong Il angeheizt. Er wäre am 16. Februar 70 Jahre alt geworden.


Pjöngjang - Das nordkoreanischen Diktatoren zum Geburtstag überschwängliche Titel verliehen werden, hat Tradition: Kim Jong Un darf sich seit seinem Geburtstag im Januar beispielsweise "Genie der Genies" nennen. Seinen Vater, den ehemaligen Machthaber Kim Jong Il, hat die nordkoreanische Führung nun posthum zum "General der Generäle" erklärt. Damit steht er laut den Staatsmedien auf einer Stufe mit seinem Vater und Vorgänger Kim Il Sung.

Doch Titel sind dem Regime noch nicht genug der Ehre: Kim Jong Il, der "Geliebte Führer", wie er in den Staatsmedien auch genannt wird, wäre immerhin 70 Jahre alt geworden. Also enthüllte das Regime zusätzlich ein fast sechs Meter hohes, bronzenes Reiterstandbild. Der "Generalissimus" thront nun neben seinem Vater Vater Kim Il Sung, beide hoch zu Ross. Auch Briefmarken, Gedenkmünzen und Medaillen wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur dapd zum Anlass der Feier produziert.

Staatsmedien erwarten "übernatürliche Zeichen"

Durch den Personenkult um die Herrrscherdynastie soll nach Ansicht von Beobachtern auch die Position des jüngsten Sprosses Kim Jong Un gestärkt werden. "Kim Jong Uns Vater und Großvater als Götter darzustellen, ist wichtig für ein Regime, das auf Erbfolge beruht", sagte der Nordkorea-Spezialist Peter Beck von der Asien-Stiftung aus Seoul. Dementsprechend vermeldeten die staatlich gelenkten Medien übernatürliche Zeichen wie glühende Berge, doppelte Regenbogen, weinende Bären und Scharen von Elstern, die sich angeblich über Gedenkstätten sammeln sollen.

Kim Jong Un war nach dem Tod seines Vaters zum Nachfolger und zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt worden. Er soll noch keine 30 Jahre alt sein. Sein Vater Kim Jong Il war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember nach einem Herzinfarkt gestorben.

usp/dapd/AFP/dpa



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westberliner79 16.02.2012
1. Steinzeit-Kommunismus ist eine Monarchie
dafür ist das Land aber völlig von der Außenwelt unabhängig. Naja, wenn nicht diese Reislieferungen wären...
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