Gefechte in Mogadischu Somalische Rebellen beschießen Präsidenten-Jet

Somalias Präsident hob gerade mit dem Flugzeug ab, als Radikalislamisten seine Maschine mit Mörsergranaten angriffen. Bei den anschließenden Gefechten mit dem Militär starben mindestens 30 Menschen. Die meisten Toten waren Zivilisten.

Verwundete Frau in Mogadischu: Mindestens 75 Verletzte - die meisten davon Zivilisten
REUTERS

Verwundete Frau in Mogadischu: Mindestens 75 Verletzte - die meisten davon Zivilisten


Nairobi/Mogadischu - Ein neuer Ausbruch von Gewalt hat die somalische Hauptstadt Mogadischu erschüttert. Mindestens 30 Menschen starben, als radikalislamische Aufständische das Flugzeug von Präsident Sheik Sharif Ahmed beschossen. Der Präsident, ein gemäßigter Islamist, war am Donnerstag auf dem Weg zu einer Konferenz der Afrikanischen Union (AU) über Flüchtlinge in Afrika.

Truppen der Regierung und der Afrikanischen Union (AU) hätten das Feuer erwidert. Der unabhängige Rundfunksender Radio Garowe berichtete, mindestens 75 Menschen seien bei Kämpfen verletzt worden, darunter viele Zivilisten. Auch die meisten der Toten waren Zivilisten, die ins Kreuzfeuer von Aufständischen und Regierungstruppen gerieten. Nach Augenzeugenberichten trafen allein 80 Granaten den belebten Bachara-Markt in der Nähe des Flughafens. Präsident Ahmed sei unverletzt geblieben, hieß es.

Bei den Gefechten schlug eine Granate in der Nähe des größten Marktes in Mogadischu ein und tötete nach Angaben eines Händlers mindestens sechs Menschen. Seit Anfang Mai toben in Somalia die schwersten Kämpfe seit Jahrzehnten. Die Rebellen-Bewegung Al-Shabaab will die Regierung stürzen und in dem Land am Horn von Afrika einen islamischen Staat errichten. Zuletzt wurden im September bei einem Selbstmordanschlag auf das Hauptquartier der Friedenstruppe 17 Soldaten getötet.

Die von der Uno und AU unterstützte Übergangsregierung kann sich nur mit Hilfe von AU-Friedenstruppen an der Macht halten und hat nur einen geringen Teil des Landes unter Kontrolle. Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung. Von den knapp acht Millionen Einwohnern sind 1,5 Millionen Menschen Flüchtlinge.

kgp/dpa/AP/Reuters



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