Washington - Die US-Geheimdienste haben einem Bericht des Senders CNN zufolge drei Witwen des getöteten Terrorchefs Osama Bin Laden befragt. Wie der Sender unter Berufung auf Quellen in der US- und der pakistanischen Regierung berichtete, wurden die Frauen als Gruppe befragt - ursprünglich hatten die Ermittler sie einzeln vernehmen wollen.
Die älteste der Frauen habe für alle gesprochen, hieß es in dem Bericht. Alle drei seien den US-Vertretern gegenüber "feindselig" eingestellt gewesen. Weitere Details zum Inhalt der Vernehmung wurden nicht bekannt. Bei dem Verhör waren CNN zufolge auch Vertreter des pakistanischen Geheimdienstes ISI anwesend. Wann es stattfand, war zunächst unklar.
Bin Ladens Frauen waren gemeinsam mit dem Terrorchef in einem Anwesen im pakistanischen Abbottabad entdeckt worden. Ein US-Spezialkommando tötete den Terrorchef bei der Erstürmung des Anwesens. Von den Frauen, die sich ebenfalls dort aufhielten, erhoffen sich die USA nun Informationen über das Terrornetzwerk al-Qaida und die Rolle, die Bin Laden zuletzt spielte.
Zuvor hatte es Streit zwischen den USA und Pakistan über die Erlaubnis von Verhören gegeben: Zunächst hatten die pakistanischen Behörden den US-Ermittlern nur gestattet, bei ihnen Fragen einzureichen. Dann wurde eine direkte Befragung gestattet, wenn die Herkunftsländer der Witwen zustimmen.
Zwei der Frauen stammen aus Saudi-Arabien, die dritte aus dem Jemen. Die jüngste der Witwen, die 29-jährige Amal Ahmed Abdulfattah, hatte in Vernehmungen bereits ausgesagt, mit ihrer Familie fünf Jahre in Abbottabad und davor zwei Jahre in dem Dorf Chak Shah Mohammed gelebt zu haben.
Sie hielt sich mit Bin Laden im Schlafzimmer auf, als das US-Kommando das Gebäude stürmte und ihren Mann erschoss. Abdulfattah selbst wurde von einer Kugel am Bein getroffen.
Insgesamt hatten pakistanische Sicherheitskräfte 17 Menschen, mit Plastikbändern an den Händen gefesselt, auf dem Anwesen vorgefunden. Das US-Kommando hatte sie wegen eines defekten Helikopters zurückgelassen.
amz/AFP
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