Geheime Palästina-Papiere: Enthüllungen schüren Wut auf Abbas

Eine Analyse von , Beirut

"Verrat" und "Ausverkauf" rufen die Kritiker von Präsident Abbas und seinem Chefunterhändler. Geheimprotokollen zufolge waren die beiden 2008 zu weitreichenden Konzessionen an Israel bereit. Hat die Palästinenser-Führung selbst die Dokumente lanciert?

Die palästinensische Führungsriege um Präsident Abbas ist schwach und zunehmend verzweifelt. Sie bietet den Israelis Zugeständnisse an, die vielen Arabern als Verrat gelten. Dennoch kann sie bei den Nahost-Friedensgesprächen keine Erfolge verbuchen, denn ihnen stehen Politiker gegenüber, die kein Interesse an einem Kompromiss haben. Auch die USA agieren in ihrer Vermittlerrolle ungeduldig und wenig hilfreich.

Das ist das erschreckende Bild, das die sogenannten "Palästina-Papiere" von den Nahost-Friedensverhandlungen im Jahr 2008 zeichnen. Über 1600 Gesprächprotokolle und Dokumente sind dem panarabischen Sender al-Dschasira zugespielt worden, bis Mittwoch will er sie gemeinsam mit der britischen Tageszeitung "Guardian" publik machen.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Enthüllungen den weiteren Gang der Verhandlungen um einen Frieden in Nahost maßgeblich beeinflussen werden, denn die Papiere bergen enorme Sprengkraft. Sie zeigen, dass die Palästinenserführung insgeheim bereit schien, viele Tabus zu brechen. Dies könnte sie ihren Rückhalt in der Bevölkerung kosten. Die am Sonntag veröffentlichten Geheimprotokolle riefen bereits wütende Reaktionen quer durch die arabische Welt hervor.

Zugeständnisse an Israel

Es sind tatsächlich weitreichende Konzessionen, die Ramallah in den vergangenen Jahren angeboten haben soll:

  • Die palästinensische Führung im Westjordanland soll sich im Juni 2008 erstmals bereit gezeigt haben, Israel im Fall eines Friedensschlusses so gut wie alle jüdischen Siedlungen in Ostjerusalem zu lassen. Auch Brennpunkte wie der Stadtteil Scheich Scharra hätten danach Israel zugeschlagen werden können, so lange die Palästinenser an anderer Stelle mit Land entschädigt worden wären. Dies steht im krassen Gegensatz zur offiziellen Linie. Danach besteht die Führung um Präsident Mahmud Abbas darauf, dass Ostjerusalem Hauptstadt des künftigen Staats Palästina sein und dass alle jüdischen Siedler weichen müssen.
  • Im Januar 2010 soll Chefunterhändler Sajib Erekat dieses Angebot wiederholt und den Israelis "das größte Jerusalem der jüdischen Geschichte" offeriert haben.
  • Gleichzeitig habe er Konzessionen beim Recht auf Rückkehr der bei der israelischen Staatsgründung vertriebenen Palästinenser angedeutet. So lange eine symbolische Zahl der Flüchtlinge - mit ihren Nachkommen handelt es sich insgesamt um etwa sechs Millionen Vertriebene - in die alte Heimat zurückkehren könnte, sei das gut genug.
  • Den Papieren zufolge hat sich Erekat zudem bereit erklärt, eine Demilitarisierung des künftigen Palästinenserstaats zu akzeptieren. Das Recht auf Rückkehr und das Recht auf Selbstverteidigung des künftigen Staats Palästina werden offiziell jedoch als nicht verhandelbar dargestellt.
  • Im Oktober 2009 hat Erekat laut Protokoll gegenüber US-Vermittlern gesagt, für den Tempelberg müsse "eine kreative Lösung" gefunden werden. Womöglich könne die für Juden und Muslime gleichermaßen heilige Stätte gemeinsam verwaltet werden. Auch dies ist ein Bruch mit palästinensischer Politik: Im Jahr 2000 scheiterten die Camp David Gespräche unter anderem daran, dass Jassir Arafat den Anspruch auf die drittheiligste Stätte des Islam nicht aufgeben konnte. Andere arabische Staaten, allen voran Saudi-Arabien, hatten dementsprechend Druck auf Arafat ausgeübt.

Kritiker werfen Abbas "Ausverkauf Palästinas" vor

Für die kommenden Tage haben al-Dschasira und der "Guardian" weitere Enthüllungen angekündigt: Dokumente sollen belegen, wie eng palästinensische und israelische Sicherheitskräfte bei Einsätzen im Westjordanland kooperieren und wie der britische Geheimdienst die Autonomiebehörde dabei unterstützt hat, die rivalisierende Hamas auszuschalten.

Auch könne bewiesen werden, dass Kader der Palästinensischen Autonomiebehörde Ende 2008 über den bevorstehenden Ausbruch des Gaza-Kriegs informiert worden seien.

"Ausverkauf Palästinas" war das Schlagwort, unter dem al-Dschasira am Montag seine Sonderberichterstattung zu den "Palästina-Papieren" laufen ließ. Eine lange Reihe zugeschalteter arabischer Analysten prophezeite, dass Abbas und seine Männer sich von der durch die Bloßstellung erlittene Schmach nicht mehr erholen würden. Andere sprachen davon, dass nun keine Chance mehr auf Frieden bestünde. "Dieses scheinbar endlose und schmutzige Spiel des Friedensprozesses ist endgültig vorbei", so die ehemalige PLO-Vertreterin Karma Nabulsi im "Guardian".

Führer der Fatah-Bewegung im Exil machten in Beirut ihrem Zorn über ihre Kollegen in Ramallah Luft: "Wir sind nicht überrascht. Wir sagen seit langem, dass Abbas und seine Gefolgsleute nur nach außen zu unseren Prinzipien stehen, aber hinter verschlossenen Türen vor Israel und den USA kuschen", sagte ein hochrangiger Vertreter der Partei, der anonym bleiben möchte, gegenüber SPIEGEL ONLINE. "In jedem Fall ist es peinlich und treibt einen Keil zwischen die Autonomiebehörde und das palästinensische Volk."

Triumph für die Hamas

Die Hamas, Erzrivalin der Fatah, triumphierte. "Die Fatah-Regierung muss abgesetzt werden, bevor sie unser Land verhökert. Das sagen wir schon lange", sagte Ali Baraki, Repräsentant der islamistischen Partei im Libanon. "Die palästinensische Straße hat heute nur einen Wunsch: dass der palästinensische Unterhändler zurücktritt und das Volk eine neue Führung wählen lässt."

Tatsächlich scheint Unterhändler Erekat sich im Zuge der Veröffentlichung der Papiere den besonderen Zorn vieler Araber zugezogen zu haben: Dass er Ariel Scharon einen "Freund" genannt und Zipi Livni versichert haben soll, er würde sie wählen, war arabischen Nachrichtensendungen am Montag gesonderte Beiträge wert. Auch der pampige Umgangston, den sich Erekat von der damaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice gefallen lassen haben soll, wurde ausgiebig kommentiert.

International dürften die Reaktionen auf die "Palästina-Papiere" freundlicher ausfallen.

Immerhin zeigen sie, dass Abbas und seine Unterhändler enorme Anstrengungen unternommen haben, die Bedingungen Israels und der USA zu erfüllen. Ihre nun enthüllte Bereitschaft, weitreichende Konzessionen zu machen, könnte den Palästinensern im Westen zum Vorteil gereichen. Die Dokumente scheinen zu beweisen, dass Kompromisse in den vergangenen elf Jahren vornehmlich von israelischer Seite blockiert wurden.

"Palästinenser waren ernsthaft an einer Lösung interessiert"

Auch das israelische Argument, es gebe auf palästinensischer Seite keinen Verhandlungspartner, scheint entkräftet. "Die Dokumente zeigen, dass die Palästinenser ernsthaft an einer Lösung interessiert waren", so Aaron David Miller im "Guardian". Miller hatte für die Regierungen Clinton und Bush im Nahen Osten die Verhandlungen geführt.

Unklar ist, warum die Geheimpapiere jetzt auftauchen und wer sie an die Journalisten weitergegeben hat. Miller zu Folge könnte die palästinensische Führung selbst für das Leck verantwortlich sein. Im Zuge ihrer Kampagne für die Anerkennung eines palästinensischen Staats könnte Ramallah beschlossen haben, Druck nicht nur auf Israel sondern auch auf die USA auszuüben.

Wollten die Palästinenser ihre Verhandlungspartner unter Zugzwang setzen, indem sie der Welt zeigten, wie kompromissfähig sie seien?

Andere vermuteten den in Ungnade gefallenen Fatah-Mann Mohammed Dahlan hinter dem Skandal. Dahlan, der bis zur Machtübernahme der Hamas über den Gaza-Streifen 2007 dort Chef der Fatah-Sicherheitskräfte war, ist der innerparteiliche Rivale und Erzfeind des Palästinenserpräsidenten. Ende vergangenen Jahres soll er einen Putsch gegen Abbas geplant haben. Nachdem ihm Abbas Gefolgsleute dabei auf die Schliche kamen, musste er das Westjordanland verlassen.

Derzeit reist er durch den Nahen Osten und wirbt bei Exil-Palästinensern um Unterstützung. Mit der Übergabe der Geheimdokumente könnte Dahlan versucht haben, Abbas zu Fall zu bringen, um sich dann selbst als Präsidentschaftskandidat ins Spiel zu bringen, heißt es unter Exil-Palästinensern in Beirut.

Die palästinensische Führung in Ramallah versuchte unterdessen, die auf den Papieren beruhenden Vorwürfe zu entkräften. Chefunterhändler Erekat nannte die Veröffentlichung einen "Haufen Lügen". Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bezweifelte laut BBC die Echtheit der Dokumente, auf denen die Berichte basieren.

Diese angestrengten Versuche, Schadensbegrenzung zu betreiben, zeigen, wie ernst die Lage für Abbas und seine Führungsriege ist: Die Spitze der Autonomiebehörde muss fürchten, von einer Welle der Empörung davongetragen zu werden. Dagegen werde man sich zu wehren wissen, sagte Fatah-Minister Ziad Abu Zajad dem israelischen Armee-Radio. "Dies hier ist nicht Tunesien. Alles Gerede davon, Abbas zu stürzen, ist Unsinn."

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1. Verraten , verkauft, Verdummung!
uweuwersen 24.01.2011
Zitat von sysop"Verrat" und "Ausverkauf" rufen die Kritiker von Präsident Abbas und seinem Chefunterhändler. Geheimprotokollen zufolge waren*die beiden*2008 zu weitreichenden Konzessionen an Israel bereit.*Hat die*Palästinenser-Führung selbst die Dokumente lanciert? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,741279,00.html
Da haben die USA/Israel Spezialabteilungen ja gute Arbeit geleistet! Jetzt hetzen Sie das Volk auf Ihre eigenen Regierungen los, schön Chaos in der Arabischen Liga verbreiten. Passt jetzt ja auch wunderbar, erst Tunesien und jetzt die anderen Nachbarstaaten. So kann man auch einen Wandel herbeiführen, vor allem wenn man Politiker hat, die das eigene Volk wegen Geld verraten. Da werden sich jetzt so einige Westliche Staaten die Hände reiben, ich kann das Gelächter bis hier her hören. War aber anders auch nicht zu erwarten, die Arabischen Bürger ließen sich schon immer leicht in die Irre führen, noch leichter als wir Westlichen Bürger, die sich ebenso von den sogenannten demokratisch Gewählten Politiker in die Irre führen lassen! Immer wenn das Volk merkt wie es verarscht wird oder wurde und dann anfängt zu demonstrieren, verbreiten die Regierungen Chaos und Propaganda. Somit lässt sich so einiges vertuschen, hauptsache alle verantwortlichen Politiker oder sonstige Lenker, die alles ausgesaugt und ausgeplündert haben, bleiben irgendwie an der Macht! Man opfert ein paar bedeutungslose Köpfe oder vielleicht sogar einen wichtigen Kopf(den man meistens mit viel Geld abziehen lässt, so wie in Tunesien!) und setzt eine neue Regierung zusammen, die man dann vielleicht demokratisch wählen lässt! Alle kann man ja doch nicht direkt wählen, aber genau das gilt es ja eigentlich zu verhindern, ansonsten bekommt man wieder die alten Versager, Verräter und sonstige Verbrecher vor die Nase gesetzt!! Wie bei einer normalen Wahl in einem demokratischen Land. Man wundert sich immer wieder warum es nach der Wahl nicht besser wird. WIE DENN AUCH!!! Es sind doch immer noch alle dar, die vorher versagt haben! Dank der Jahrzehnten langen Volks und Verdummungsmanipulation! Wenn man mit seinem Partner nicht mehr zurecht kommt und alles nur noch in Streit endet, dann sucht man sich ja auch einen neuen Partner und zieht Ihn nicht einfach nur neue Schuhe an!
2. Der schwarze Peter
Meckermann 24.01.2011
ich denke auch, dass diese Enthüllungen eher Israel in ein schlechtes Licht rücken, als die Palästinenser-Führung. Diese ist ohnehin nicht in der Position unrealistische Forderungen durchzusetzen, dass aber Israel trotz weitreichender Zugeständnisse "keine Lust" auf Frieden hat, dürfte weder in der Welt noch bei der eigenen Bevölkerung besonders gut ankommen...
3. "gefälschte Dokumente"
werner3 24.01.2011
Kann es sich al-Dschasira leisten, mit 1.600 gefälschten Protokollen und Dokumenten die Weltöffentlichkeit in die Irre zu führen, wo doch zahlreiche Personen mehrerer Staaten als Zeugen existieren, die den Inhalt der Verhandlungsangebote kennen? Der Sender würde schlagartig seinen Ruf riskieren. Die Abbas-Leute versuchen ihre Haut zu retten. Das kann nicht funktionieren. Es müssen endlich Wahlen stattfinden.
4. Traurige Menschheit
Alberon 24.01.2011
Ob echt oder nicht, wem würde das am meisten nutzen ? Na klar Israels Falken und der Hamas.
5. friedensunfähig
karl-heinz 14 24.01.2011
Will Israel überhaupt Frieden im eigenen Land? Es kann nicht sein das Isreal im Ausland unter Verweis auf den Holocaust ständig die Inschutznahme der USA und Europas einfordert und im eigenen Land nicht bereit ist mit den Palestinesern dauerhaft Frieden zu schließen. Dieses Verhalten ist im höchsten Maße heuchlerisch und menschenverachtend. Es reicht nicht nur die ausländischen Staatsgäste zur Holocaust-Gedenkstätte einzuladen und deren Mitleid Israel gegenüber einzufordern.
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Geschichte Israels

DER SPIEGEL
Interaktiv: Das Heilige Land im Wandel


Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
DPA
Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
DPA
Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

Israel will zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Dort gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200.000. Nach internationalem Recht sind diese Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet illegal und müssen geräumt werden.

Jerusalem
AP
Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
AP
Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels überwachen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner.
Scheba-Farmen
DPA
Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
Wasser
REUTERS
Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen.