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Geheimes Gefängnis: Uno untersucht Foltervorwürfe gegen Israel

"Schläge, Schlafentzug, Sitzen in schmerzhaften Stellungen": Laut einem Bericht der Vereinten Nationen gab es zwischen 2001 und 2006 etwa 600 Beschwerden über Foltermethoden in Israel. Die brutalen Verhöre sollen sich in dem geheimen Gefängnis "Anlage 1391" ereignet haben.

Genf - Schwere Vorwürfe gegen Israel: In einem Bericht des Anti-Folter-Komitees der Vereinten Nationen werden Beschwerden über Folter, Misshandlungen und schlechte Haftbedingungen in dem geheimen Gefängnis "Anlage 1391" genannt.

Die Uno-Experten werfen Israel vor, palästinensische Gefangene an einem geheimen Ort auf israelischem Staatsgebiet festzuhalten und dort Verhörmethoden anzuwenden, die gegen die Anti-Folter-Konvention der Vereinten Nationen verstoßen. Genannt werden unter anderem Schläge, Schlafentzug und das Sitzen in schmerzhaften Stellungen.

Insgesamt seien laut Uno zwischen 2001 und 2006 etwa 600 Beschwerden über Misshandlungen oder Folter gegen Israel vorgebracht worden. Den Anschuldigungen sei bisher allerdings nicht nachgegangen worden.

Die Uno-Experten forderten Israel daher auf, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz Zugang zu der Anlage zu gewähren. Auch Anwälte und Angehörige dürften die Häftlinge in dem Geheimgefängnis bislang nicht besuchen.

Israel wies die Vorwürfe zurück. Die "Anlage 1391" werde seit September 2006 nicht mehr als Haftanstalt genutzt, heißt es in einer schriftlichen Antwort. Es fänden dort auch keine Verhöre mehr statt. Die Foltervorwürfe seien von den israelischen Behörden bereits untersucht und entkräftet worden. "Jedem Vorwurf einer unsachgemäßen Behandlung von Häftlingen geht die zuständige Behörde entschlossen nach. Bei Vorliegen einer Rechtsgrundlage werden Straf- oder Disziplinarmaßnahmen ergriffen", sagte ein Vertreter des israelischen Justizministeriums.

hut/AFP/Reuters

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