Geheimpläne auf Facebook Israelische Armee bläst Razzia ab

Die Militäraktion im Westjordanland sollte geheim sein - doch plötzlich erschienen Ort und Zeitpunkt im Internet. Ein israelischer Soldat plauderte Details in dem sozialen Netzwerk Facebook aus. Die Razzia wurde annulliert, der Soldat vor ein Militärgericht gestellt.

Soziales Netzwerk Facebook: Israelischer Soldat gab Details einer Militäraktion preis
AFP

Soziales Netzwerk Facebook: Israelischer Soldat gab Details einer Militäraktion preis


Jerusalem - Die israelische Armee hat eine Razzia im Westjordanland abgesagt - einer ihrer Soldaten hatte die Geheimaktion im Internet-Sozialnetzwerk Facebook angekündigt. "Wir werden am Mittwoch das Dorf Katana säubern und Donnerstag, so Gott will, werden wir nach Hause kommen", schrieb der Soldat auf seiner Facebook-Seite, berichtete der Militärrundfunk. Dazu nannte der Mann Einsatzdetails und Uhrzeit der Razzia in dem besetzten Palästinenserdorf.

Armeekameraden hätten den Eintrag auf Facebook gesehen und ihre Oberen alarmiert, berichtete das Radio weiter. Daraufhin sei die Aktion abgeblasen worden. Der betroffene Soldat wurde vor ein Militärgericht gestellt und für zehn Tage ins Gefängnis geschickt.

Die Militärführung erklärte am Mittwoch, man werde die Nutzung von sozialen Netzwerken bei den Streitkräften künftig stärker kontrollieren. Zugleich wurden die Soldaten ausdrücklich davor gewarnt, Militärgeheimnisse im Internet zu verbreiten. Im April 2008 war ein anderer Soldat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, nachdem er ohne Erlaubnis Fotos von seiner Militärbasis auf Facebook gestellt hatte.

kgp/AFP/apn



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dxb 03.03.2010
1. in dem besetzten Palästinenserdorf ?
"in dem besetzten Palästinenserdorf" So so, von wem ist das Dorf denn besetzt? Ach ja, von Palästinensern , die müssen natürlich weg aus ihrem Dorf. Das muss dann mal eben gesäubert werden. Ist säubern jetzt im Sinne des Orwellschen Neusprech ein anderer Ausdruck für erschießen?
Gereon, 03.03.2010
2. Man....
Zitat von sysopDie Militäraktion im Westjordanland sollte geheim sein - doch plötzlich erschienen Ort und Zeitpunkt im Internet. Ein israelischer Soldat plauderte Details in dem sozialen Netzwerk Facebook aus. Die Razzia wurde annulliert, der Soldat vor ein Militärgericht gestellt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681618,00.html
Man hört hierzulande vielzuwenig über anständige Israelis, die den Besatzungsterror und das Unrecht des eigenen Landes nicht mittragen wollen. Ebenso wie die Protestgruppen, die die Isolierung des Palästinenser in riesigen Gefangenenlager anprangern und die ständigen Menschenrechtsverletzungen und Morde nicht mittragen wollen. Meinen Respekt vor dem mutigen Soldaten in einem Land, wo der Dienst an der Waffe nicht verweigert werden kann, es sei denn, man nimmt eine Gefängnisstrafe in Kauf.
Falkenhorst 03.03.2010
3. Es ist leicht über etwas zu reden...
Zitat von GereonMan hört hierzulande vielzuwenig über anständige Israelis, die den Besatzungsterror und das Unrecht des eigenen Landes nicht mittragen wollen. Ebenso wie die Protestgruppen, die die Isolierung des Palästinenser in riesigen Gefangenenlager anprangern und die ständigen Menschenrechtsverletzungen und Morde nicht mittragen wollen. Meinen Respekt vor dem mutigen Soldaten in einem Land, wo der Dienst an der Waffe nicht verweigert werden kann, es sei denn, man nimmt eine Gefängnisstrafe in Kauf.
wenn man nicht in Israel lebt oder auch nur gelebt hat. Ich habe beruflich von 1994-1997 in Israel gelebt und erfahren müssen wie sich eine Nation, die der Nachbarn ins Meer treiben will, wehren muss. Heute kann ich nur sagen, dass das Leben in Deutschland ist eine Wohltat ist, wenn ich mich an dass erinnere was ich in den fast 39 Monaten erleben musste.
Falkenhorst 03.03.2010
4. Für Leute die sicch gerne ihrer Verantwortung entziehen...
Zitat von GereonMan hört hierzulande vielzuwenig über anständige Israelis, die den Besatzungsterror und das Unrecht des eigenen Landes nicht mittragen wollen. Ebenso wie die Protestgruppen, die die Isolierung des Palästinenser in riesigen Gefangenenlager anprangern und die ständigen Menschenrechtsverletzungen und Morde nicht mittragen wollen. Meinen Respekt vor dem mutigen Soldaten in einem Land, wo der Dienst an der Waffe nicht verweigert werden kann, es sei denn, man nimmt eine Gefängnisstrafe in Kauf.
Man muss kein Narr sein um solche Äußerungen von sich zu geben. Aber ehrlich gesagt: es hilft ungemein!
Achim 03.03.2010
5. Schade ...
... dass es im August 1939 und im Juni 1941 so etwas noch nicht gab. Kann man diesen Soldaten für den Friedensnobelpreis vorschlagen? Damit sich Nachahmer ermutigt fühlen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.