Von Christoph Sydow
Das Geiseldrama auf einem Gasfeld in Algerien, ganz in der Nähe der Grenze zu Libyen, ist offenbar beendet. Die algerische Armee stürmte die Anlage und erschoss die dort verbliebenen elf Terroristen. Die noch in ihrer Gewalt befindlichen sieben Geiseln waren offenbar schon tot, als die Soldaten sie erreichten.
Insgesamt sollen sich am Mittwochmorgen 40 schwer bewaffnete Terroristen an dem Überfall beteiligt haben, berichtet die mauretanische Nachrichtenagentur Ani. Eine Quelle aus dem Kreis der Entführer habe außerdem mitgeteilt, dass die Kämpfer aus Niger nach Algerien gelangt seien.
Ain Amenas liegt etwa 800 Kilometer von der Grenze zu Niger entfernt. Große Teile Nigers werden von islamistischen Milizen kontrolliert, die in der unzugänglichen Wüstenregion Unterschlupf finden.
Auch der bei der Stürmung wohl getötete Anführer der Geiselnehmer soll aus Niger stammen. Die Entführer hatten am Freitag mitgeteilt, dass Abd al-Rahman al-Nigri das Kommando übernommen habe, nachdem der ursprüngliche Kopf der Gruppe - ein Islamist namens Abu Bara - schon am Donnerstag beim Angriff der algerischen Armee getötet worden war.
Als Belmokhtars rechte Hand soll Nigri für zahlreiche Entführungen und Angriffe auf Sicherheitskräfte in Mauretanien, Mali und Niger verantwortlich gewesen sein. Beim bisher blutigsten Überfall töteten die militanten Islamisten im Juli 2005 17 mauretanische Sicherheitskräfte.
Am Donnerstag und Freitag hatte das Militär nach eigenen Angaben etwa 600 Geiseln befreien können, unter ihnen etwa hundert Ausländer. Am Samstag fand die Geiselnahme dann ein blutiges Ende, alle Terroristen und alle verbliebenen Geiseln starben.
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