Geiselnahme in der Sahara: USA wollen nicht mit Islamisten verhandeln

Hillary Clinton (Archivbild vom 5. Dezember): "Unschuldige Leben schützen" Zur Großansicht
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Hillary Clinton (Archivbild vom 5. Dezember): "Unschuldige Leben schützen"

Die Qaida-Geiselnehmer in Algerien haben den USA einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen - das Außenministerium in Washington hat das entschieden abgelehnt. Bei der Befreiungsoperation auf dem Gasfeld sind bislang mutmaßlich zwölf Geiseln um Leben gekommen.

Washington/Algier/Hamburg - Das US-Außenministerium verfolgt einen klaren Kurs: Die Regierung in Washington hat Forderungen der islamistischen Geiselnehmer in Algerien nach einem Gefangenenaustausch zurückgewiesen.

"Die Vereinigten Staaten verhandeln nicht mit Terroristen", erklärte das Außenministerium am Freitag in Washington. Der Drahtzieher der Geiselnahme, Mokhtar Belmokhtar, hatte den USA zuvor angeboten, die von seiner Gruppe festgehaltenen US-Geiseln im Gegenzug für einen in den USA inhaftierten Ägypter sowie eine Pakistanerin freizulassen.

US-Außenministerin Hillary Clinton sprach telefonisch mit dem algerischen Regierungschef Abdelmalek Sellal über das Geiseldrama. Nach der Unterredung sagte Clinton am Freitag in Washington, Sellal habe "deutlich gemacht, dass die Operation immer noch andauert, die Lage instabil ist und noch mehrere Geisel in Gefahr sind". Von der algerischen Armee verlangte die Ministerin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem japanischen Kollegen Fumio Kishida "größtmögliche Vorsicht", um "unschuldige Leben zu schützen". Ähnlich äußerte sich auch Kishida. Zugleich verurteilten beide Politiker den Angriff auf das Gasfeld durch radikale Islamisten. Clinton erklärte, die Situation vor Ort sei weiterhin "außerordentlich schwierig und gefährlich".

Eine unabhängige Prüfung der Lage und der Informationen, die darüber aus verschiedenen Quellen bekannt werden, ist, wie oft in Krisengebieten, derzeit nicht möglich.

Islamistische Kämpfer hatten auf einer Gasförderanlage im Osten Algeriens am Mittwoch hunderte Geiseln genommen, darunter dutzende Ausländer. Die Gruppe forderte ein Ende des französischen Militäreinsatzes gegen Islamisten in Algeriens Nachbarland Mali. Die algerische Armee startete am Donnerstag eine Befreiungsaktion, bei der mehrere Geiseln ums Leben gekommen sein sollen.

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Entführung in Algerien: Die Geiseln vom Gasfeld

Die Zahl der Opfer sowie die der befreiten Arbeiter variiert je nach Quelle. Nach offiziellen Angaben aus Algerien hieß es zuletzt, bei der Erstürmung der von Islamisten besetzten Industrieoase Ain Amenas seien 650 Geiseln befreit worden. Viele Menschen werden aber noch vermisst.

Seit Beginn des Befreiungsversuchs seien zwölf Menschen in der Gewalt der islamistischen Entführer getötet worden, meldete am Freitag die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf Sicherheitskreise. Darunter seien sowohl algerische Arbeiter als auch Ausländer. Das französische Außenministerium erklärte, dass bei der Befreiungsoperation in Algerien ein Franzose getötet worden sei. Nach Angaben von AP sei auch ein Amerikaner ums Leben gekommen. Laut APS seien bei den Gefechten auf dem Erdgasfeld vermutlich 18 Entführer getötet worden.

Das Schicksal der weiteren Geiseln war am Freitagabend weiter ungewiss. Sieben bis zehn Geiseln befinden sich noch immer in den Produktionsanlagen auf dem Gasfeld Ain Amenas, wie der Sender Radio France Internationale (RFI) ebenfalls unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete. APS teilte mit, dass das Schicksal von etwa 30 weiteren ausländischen Geiseln unklar sei.

Die Islamisten gaben an, bei dem Einsatz seien 34 Geiseln und 15 Geiselnehmer getötet worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die von den Islamisten verbreiteten Zahlen seien "frei erfunden". Am Freitag hielten sich laut Sicherheitskreisen weiter Islamisten in dem ausgedehnten Industriekomplex auf. Großbritannien, Norwegen und die USA beklagten, dass Algerien sie nicht vorab über die Befreiungsoperation informiert habe. Algeriens Medien hingegen loben trotz der vielen toten Geiseln den schnellen Einsatz der Armee.

bos/AFP/dapd

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1. ortsname
paulibahn 18.01.2013
der ort heißt IN amenas, nicht AIN amenas.
2. Da gebe ich den Amis uneingeschränkt Recht.
ratschbumm 19.01.2013
Zitat von sysopDie Qaida-Geiselnehmer in Algerien haben den USA einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen - das Außenministerium in Washington hat das entschieden abgelehnt. Bei der Befreiungsoperation auf dem Gasfeld sind bislang mutmaßlich zwölf Geiseln um Leben gekommen. Geiseldrama: USA lehnen Verhandlungen mit Islamisten in Algerien ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/geiseldrama-usa-lehnen-verhandlungen-mit-islamisten-in-algerien-ab-a-878480.html)
Wenn so etwas Schule machte, wäre ein Ende solcher Aktionen garnicht abzusehen. Jeder dem irgendwas stinkt würde zum Geiselnehmer. Da hilft nur gewaltsame Befreiung. Im Vorfeld aber müsste die betroffenen Konzerne einen Teil ihrer Gewinne zu Absicherung solcher Projekte aufwenden. Das wird wohl nicht kommen.
3. optional
yournightmare 19.01.2013
Zum Glück haben wir Deserttec noch nicht gebaut.
4. @ratschbumm
jeanlucbomel 19.01.2013
Ist das dein Ernst? Du willst Konzerngebundene Paramilitärische Einrichtungen, die Ressourcen sichern? Damit würde die politische Entscheidungsgewalt völlig unwirksam...noch unwirksamer als sie ohnehin schon ist. In vielen Gegenden sich die westlichen Warlords längst aktiv.
5. Bosch und Siemens
chico 76 19.01.2013
Zitat von yournightmareZum Glück haben wir Deserttec noch nicht gebaut.
haben sich schon vorzeitig aus diesem Pleiteprojekt verabschiedet. Strom für D. aus 3000km. Entfernung aus Marroko, das selbst zu 90 % Stromimporteur ist. Wie bescheuert ist das denn ? Dass die USA so hart sind, war nicht zu erwarten. Wo Obama doch Friedensnobelpreisträger ist. Mehrere Dutzend Geiseln, gegen 2 Terroristen. Das klingt nach einem guten Deal, Mr.Präsident. Was spricht dagegen ?
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