Proteste in Frankreich Gelbwesten-Aktivist verliert Hand bei Demonstration

Schweres Unglück in Paris bei einer Demonstration der Gelbwesten in Paris: Ein Mann verlor bei Auseinandersetzungen mit der Polizei seine Hand - eine Blendgranate war explodiert.

REUTERS

Mehrere Hundert Menschen haben in Paris erneut gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei wurde ein Mann der Gelbwesten-Bewegung schwer verletzt. Laut der Nachrichtenagentur AFP verlor er nahe des Parlamentsgebäudes seine Hand.

Der schwerverletzte Mann wurde von Rettungskräften abtransportiert. Am Unterarm hatte er einen Verband. Ein Augenzeuge, der die Szene filmte, gab an, die Verletzung rühre von einer Blendgranate her. Mit der Granate hätten die Sicherheitskräfte versucht, die Demonstranten vom Parlamentsgebäude zurückzudrängen, sagte der Augenzeuge Cyprien Roger zu AFP.

Bei dem Verletzten soll es sich um einen Fotografen der Gelbwesten gehandelt haben. Er habe die heranfliegende Granate mit der Hand abwehren wollen, "daraufhin ist sie explodiert, als er sie berührte", sagte Roger. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor.

Die Polizei erklärte am späten Nachmittag dem Opfer seien vier Finger abgetrennt worden. Zur Ursache der Verletzung gab es zunächst keine Informationen. Der Zwischenfall habe sich zugetragen, als Sicherheitskräfte Demonstranten vom Eindringen auf das Parlamentsgrundstück abzuhalten versucht hätten, hieß es. Die genauen Umstände würden untersucht.

Zudem verlautete der Nachrichtenagentur Reuters zufolge aus Polizeikreisen, der Mann habe eine Blendgranate der Polizei zurückwerfen wollen. Mindestens ein weiterer Demonstrant sei am Kopf verletzt worden.

Die Gelbwesten-Anhänger waren zuvor vom Triumphbogen über die Champs-Élysées in Richtung Eiffelturm gezogen. Bei den Zusammenstößen vor dem Parlamentsgebäude setzte die Polizei Tränengas ein.

Dieses Mal richteten sich die Proteste gegen ein geplantes Gesetz, das erleichterte Demonstrationsverbote und harte Strafen für Vermummte vorsieht. Einige Aktivisten haben dazu aufgerufen, sich gezielt zu vermummen.

kha/AFP/Reuters

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