General Vo Nguyen Giap Vietnam trauert um den "roten Napoleon"

Er besiegte die Franzosen in der Schlacht von Dien Bien Phu, galt als großer Stratege im Kampf gegen die USA. Vo Nguyen Giap zählte zu den wichtigsten Militärs des kommunistischen Regimes in Nordvietnam. Jetzt ist der legendäre General im Alter von 102 Jahren gestorben.

General Vo Nguyen Giap (hier im Jahr 1996): Nationalheld Vietnams stirbt im Alter von 102 Jahren
AFP

General Vo Nguyen Giap (hier im Jahr 1996): Nationalheld Vietnams stirbt im Alter von 102 Jahren


Hanoi - Der in Vietnam als Nationalheld verehrte General Vo Nguyen Giap ist im Alter von 102 Jahren gestorben. Er befehligte 1954 die siegreichen Truppen in der berühmten Schlacht von Dien Bien Phu gegen die französischen Kolonialherren. Gut 20 Jahre später führte er den entscheidenden Vorstoß gegen die von den USA unterstützten südvietnamesischen Truppen an, der zur Kapitulation führte.

Giap steht in der Ruhmesgeschichte Vietnams auf einer Stufe mit Staatsgründer Ho Chi Minh. "Er starb an Altersschwäche", sagte ein Mitarbeiter des Militärkrankenhauses in Hanoi am Freitag.

Die Schlacht von Dien Bien Phu markierte das Ende des ersten Indochina-Kriegs. Giaps Truppen belagerten die Garnison der Franzosen in dem Talkessel Dien Bien Phu im Nordwesten des Landes mehr als 50 Tage und zwangen sie zur Aufgabe. Die Schlacht führte zur Teilung Vietnams - und zum anschließenden Krieg zwischen dem kommunistischen Norden und dem von den USA unterstützten Süden.

Giap hatte Philosophie und Recht studiert, als er sich in den dreißiger Jahren dem Widerstand gegen die Franzosen anschloss. Er hat nie eine militärische Ausbildung erhalten. "Meine militärische Akademie waren der Busch und der Guerillakampf gegen die Japaner", zitierte ein Historiker Giap in dem Buch "Die Schlacht von Dien Bien Phu". Die Landsleute nannten ihn auch den "roten Napoleon" in Anlehnung an den französischen Kriegsherren.

Nach dem Sieg gegen die Franzosen wurde Giap Verteidigungsminister in Nordvietnam. Er heckte er die berüchtigten Ho-Chi-Minh-Pfade aus, mehr als 2000 Kilometer lange, teils unterirdische Dschungelwege, über die die nordvietnamesischen Soldaten versorgt wurden. Die USA setzten das hochgiftige Entlaubungsmittel Agent Orange ein, um die Pfade aufzudecken. Bis heute gibt es in Vietnam Fehlgeburten und Missbildungen als Folge der chemischen Verseuchung.

fab/dpa

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