Generalstabschef in Interview USA haben Angriffsplan gegen Iran

Offene Worte von Barack Obamas Generalstabschef: US-Admiral Mike Mullen hat in einer Fernsehtalkshow verraten, dass das Militär einen Angriffsplan gegen Iran in der Schublade hat. Er halte eine Invasion für eine eher schlechte Idee, aber für den Fall der Fälle sei man präpariert.

AP


Washington - Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Angriffsplan gegen Iran vorbereitet. Generalstabschef Admiral Mike Mullen sagte dem Fernsehsender NBC in der Talkshow "Meet The Press", es sei inakzeptabel, dass das Land möglicherweise an der Entwicklung von Atomwaffen arbeite. Ein Militärschlag sei immer eine Option gewesen und bleibe es auch.

Auf die Frage, ob die Streitkräfte einen Plan zur Hand hätten, wenn es dazu komme, sagte er knapp: "Wir haben." Details nannte er nicht. Beide Optionen, ein Krieg oder ein atomar bewaffneter Iran, hätten große Nachteile. Mullen fügte hinzu, er halte eine Invasion in Iran eher für eine schlechte Idee. Der ranghöchste Militär der USA hat schon mehrfach gesagt, eine militärische Intervention in dem Land könne wegen der Reaktionen im Mittleren Osten nicht kalkuliert werden.

Die iranische Führung warnte die USA umgehend vor einem Angriff. Sollten die USA "den Fehler begehen, wäre die Sicherheit der gesamten Region in Gefahr", sagte der stellvertretende Chef der Revolutionsgarden, Jadollah Dschawani, laut der Nachrichtenagentur Irna. Die Führung in Teheran würde zum Gegenschlag ausholen. Der Persische Golf sei eine "strategische Region". Hier gelte das Prinzip "Sicherheit für alle oder niemanden".

Mullen äußerte sich auch zum Afghanistan-Krieg und zu den vor einer Woche auf WikiLeaks veröffentlichten weitgehend geheimen Dokumenten. Man versuche jetzt, Afghanen zu schützen, die durch Enttarnung Vergeltungsversuchen von Taliban ausgesetzt sein könnten, sagte der Generalstabschef. Die Taliban hatten angekündigt, das Material zu benutzen, um US-Informanten ausfindig zu machen.

plö/AP



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rkinfo 01.08.2010
1. Graue Theorie
Zitat von sysopOffene Worte von Barack Obamas Generalstabschef: US-Admiral Mike Mullen hat in einer Fernsehtalkshow mitgeteilt, dass das Militär einen Angriffsplan gegen Iran in der Schublade hat. Er halte eine Invasion für eine eher schlechte Idee, aber für den Fall der Fälle sei man präpariert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709585,00.html
Seit 20 Jahren haben die USA für alle relevanten Ziele Angriffpläne in der Schublade. Die eh genug Personal im Pentagon dass ja meist (sonst) Däumchen drehen muß. Wie Irak und Afghanistan aber zeigt kann die Sache nachfolgend eskalieren. Im Iran fehlt eine Opposition die das Land dann einen könnte. Und die Taliban und viele Pakistani wären dann auch im Untergrund zu finden. Den Iran kann man nur besiegen wenn man Afghanistan und Pakistan weg vom brutalen Islamismus bekommt. Ob dass Militärs packen erscheint mir zweifelhaft.
ex_pat_ 01.08.2010
2. Titel
Zitat von sysopOffene Worte von Barack Obamas Generalstabschef: US-Admiral Mike Mullen hat in einer Fernsehtalkshow mitgeteilt, dass das Militär einen Angriffsplan gegen Iran in der Schublade hat. Er halte eine Invasion für eine eher schlechte Idee, aber für den Fall der Fälle sei man präpariert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709585,00.html
Nix neues, die Pläne existieren schon länger. Und der UN-Botschafter Irans entgegnet, Iran würde im Falle eines Angriffs Tel Aviv in Brand stecken... Hamas bereitet sich auch schon auf den Ernstfall vor: http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3927982,00.html
wika 01.08.2010
3. Die Verdichtung der seichten Töne zum Paukenschlag …
Ich würde es eher als ausgemacht ansehen, dass der Iran mit einem Schlag rechnen muss. Bisher deutet alles auf diese Perversion hin. Da geht es wohl auch weniger um das Atomprogramm des Iran als vielmehr um deren Widerspenstigkeit. Genau genommen haben der Iran die Bombe ja schon und auch den Zeitzünder gesetzt … allerdings in einer anderen Form. Wer offen überlegt Erdöl nicht mehr in Dollar zu handeln, der ist garantiert ein Terrorist oder anderweitig ein Weltschädling und muss mit den Konsequenzen leben. Würde also diese Bombe nicht vor Ort entschärft, dann könnte möglicherweise dem Dollar die Implosion drohen. Dagegen sind ein paar Millionen Tote noch ein geringer Preis, die wachsen alle wieder nach, aber ein fataler Schaden an der Hochfinanz gilt als irreparabel. Es können Wetten darauf angenommen werden, wann die Nummer so steigt und die Welt wird wie üblich in diesem Fall den Iran als Täter ausmachen. Eine dezente Frage am Rande bliebe. Warum wurden nicht Pakistan, Indien, Nordkorea und Israel bereits ausradiert, als diese auf dem Wege waren sich die Bombe zu beschaffen. Oder ist das die legendäre Gleichheit der Völker und Menschen die wir nicht verstanden haben und dies nur mit der göttlichen amerikanischen Einsicht der Dinge begriffen werden kann?
Metaphor 01.08.2010
4. Gefährlich
Ich halte den Fall das der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt für eine kommende Katastrophe. Schlimm genug das Pakistan soweit gekommen ist. Ich halte es zwar für ausgeschlossen das Ahmadinedschad oder ein anderer zukünftiger Präsident die Atombombe öffentlich einsetzen würde, die Problematik ist meiner Meinung eine andere. Was passiert wenn irgendein religiöser Fanatiker(und von denen rennen ja im Iran genügend rum) mit oder ohne Wissen der Regierung Zugriff auf eine Bombe bekommt, diese außer Landes schafft und hups plötzlich explodiert eine in Tel Aviv, Los Angeles,Rom oder sonst wo. 11.September nur 1000 mal Krasser. Die Angst hab ich im Moment schon bei Pakistan, aber Iran?? Dieses Land darf NIEMALS,NIEMAlS, NIEEEE in den Besitz von Atomwaffen kommen.
Müssen 01.08.2010
5. Überdenken
Wieso müssen Amerikaner immer Krieg führen? Was für ein Recht besitzt die amerikanische Administration, gegen Länder Krieg zu führen.Im Nachhinein ihre Gründe sich als Vorwand herausstellen. Und andere, als die Bösen bezeichnen. Veraltetes Denken und Handeln drückt die Hilflosigkeit eines ehemaligen großen Staates aus. Um Krieg auszuschließen, denke ich sind entsprechend die verschiedenen Völker auf einem Bildungsstand angekommen, wo Krieg als völlig eine veraltete Reaktion gilt.
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