Von Benjamin Bidder, Moskau
Moskau - Sie wurden 1991 geboren, als mit der UdSSR das Land ihrer Eltern starb. Ihre Kindheit und ihr Erwachsenwerden erzählen die Geschichte des neuen Russlands, vom Fall und vom Wiederaufstieg des größten Flächenstaates der Erde.
Als Panzer 1993 das Parlament in Moskau beschossen, trugen die meisten von ihnen noch Windeln. Als ihre Eltern 1998 in der Krise ihre Ersparnisse verloren, besuchten sie gerade die erste Klasse. Als Wladimir Putin zum Jahreswechsel 1999/2000 zum ersten Mal Präsident wurde, waren sie keine zehn Jahre alt. An seinen Vorgänger Boris Jelzin können sie sich kaum erinnern.
2012 steht Russlands "Generation Putin" an der Schwelle zum Erwachsensein. Viele der Kinder von 1991 gehören zu Russlands neuer Mittelschicht. Der Armut und Not der neunziger Jahre sind sie entwachsen. Sie haben iPads, leben mit dem Internet und haben mit Altersgenossen in Europa und Amerika mitunter mehr gemeinsam als mit den eigenen Eltern.
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