Genf Syrische Opposition droht mit Abbruch der Friedensverhandlungen

Die HNC-Delegation syrischer Oppositioneller ist gerade erst zu den Friedensverhandlungen in Genf eingetroffen - schon droht sie, die Gespräche abzubrechen. Es sei denn, die Uno handelt.


Kurz nach ihrer Ankunft in Genf hat die Delegation der syrischen Opposition offenbar mit einem Abbruch der Friedensgespräche gedroht. Wenn die syrische Regierung weiter "Verbrechen" begehe, dann werde die Anwesenheit des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der Opposition in Genf nicht gerechtfertigt sein, warnte HNC-Koordinator Riad Hidschab laut der Nachrichtenagentur AFP in einer Erklärung im Internet.

Die HNC-Delegation der Opposition war erst am Morgen nach langem Zögern zu den Friedensgesprächen in Genf angereist. Das von Saudi-Arabien unterstützte Bündnis hatte seine Teilnahme an den Gesprächen tagelang offengelassen. Es hatte ein Ende von Luftangriffen auf Zivilisten sowie der Belagerung syrischer Orte durch die Regierungsarmee zu einer Vorbedingung für eine Teilnahme gemacht.

Die HNC-Delegation werde Uno-Vermittler Staffan de Mistura über ihre Absicht zum Abzug ihrer Verhandler informieren, "wenn die Uno und die Weltmächte unfähig sind, diese Verstöße (der syrischen Regierung) zu beenden", hieß es in der Erklärung weiter, die auf Arabisch kurz nach dem Eintreffen der HNC-Delegation veröffentlicht wurde.

Die Verhandlungen sind der erneute Versuch, den Konflikt politisch zu lösen. Zuletzt fand Anfang 2014 ein Gipfel statt. Zunächst sind indirekte Gesprächsrunden geplant, in denen de Mistura einzeln mit den verschiedenen Parteien spricht. Verhandlungen mit allen Seiten an einem Tisch stehen noch nicht an. Die erste Phase dürfte nach Einschätzung de Misturas zwei bis drei Wochen dauern und soll einen "echten Waffenstillstand" zum Ziel haben.

kry/AFP



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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
Anti-Krieg-ER 30.01.2016
1.
Gerade die sogenannten "Oppositionellen Rebellen" sind die größten Verbrecher und verantwortlich für das Chaos und die Tode in Syrien... Drecks Geldgier und Verräter, die für ein paar grüne Scheine ihr Land verraten haben.... Um diese Verbrecher wird keiner weinen.
recepcik 30.01.2016
2. Ein Scheitern der Gespräche ist zu wünschen
Zum einen sind die größten Verbündeten gegen die islamistischen Terroristen, die Kurden, nicht am Tisch . Zum anderen missbrauchen die Terroristen die Gespräche um sich neue zu organisieren und um an Nachschub zu kommen. Auf der einen Seite benützen sie die Zivilisten als Schutzschilder auf der anderen Seite wollen sie dass die Bombardierung der Zivilsten, also von ihnen aufhört. Und am Beispiel der Türkei haben wir oft gesehen was sie mit humanitärer Hilfe meinen. Übrigens ist einer der Selbstmordattentäter von Ankara mit Hilfe der türkischen "Hilfsorganisation" IHH nach Rakka gelangt.
ulrich-lr. 30.01.2016
3. Westmächte unfähig?
Die "syrische Opposition" sorgt für den Brüller des Tages. Ja, die UNO und die Westmächte sind in Syrien nicht nur unfähig, Verbrechen zu verhindern, die übrigens auch gern von "moderaten Rebellen" begangen werden, sondern auch völlig unfähig, klar zu definieren, wer die sog. "syrische Opposition" überhaupt ist. Die im Kampf gegen IS sehr effektiven Kurden gehören ja nach westlicher Definition wohl nicht dazu und sind nicht vertreten. Problem: Die kurdischen Kräfte kennt jeder, die haben erkennbare Strukturen und Anführer mit Namen und Adresse. Die haben Ziele, reale Macht, Kampferfolge und halten sich meist an Abreden. Die Kurden passen folglich nicht ins islamistische Rebellen-Chaos.
voiceecho 31.01.2016
4. Sehr Interessant!
Und die Opposition ist völlig unschuldig, sie belagert keine Städte und Dörfer und beschießt Wohnviertel, die in Regierungshand liegen, nicht mit Mörsergranante und Erdgasflaschen, die zu Raketen umgebaut wurden?! Was soll diese Doppelmoral, die Opposition ist genauso wie die Regierung an das syrische Dilemma schuldig und mitverantwortlich. Armes Syrien!
bertholdalfredrosswag 31.01.2016
5. Meine Meinung zum Thema
Es muss darum gehen, Vereinbarungen zu formulieren die unabdingbar sind die zivile Ordnung zu gewährleisten und aufrecht zu halten.Wenn die Rebellen in der Auffassung angereist kommen ihnen nun offiziell das Mandat zum regieren zu übertragen wäre das Erpressung und dann sollen sie wieder heimkehren. Ich hoffe, dass der Ansatz zur Lösung des Konflikts nach Putins Vorstellung, auch weiter verfolgt werden wird. Russland ist der einzige Teilnehmer dem ich vertraue.
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