Fahrradunfall US-Außenminister Kerry bricht sich das Bein

Bei einem Sturz vom Fahrrad hat sich der amerikanische Außenminister John Kerry in Frankreich den Oberschenkel gebrochen. Ein Sprecher bestätigte, dass Kerry zu einer Untersuchung in die Uni-Klinik von Genf geflogen wurde.


Ein Sprecher des US-Außenministers bestätigte am Sonntag, dass Kerry mit einem Helikopter ins Universitätskrankenhaus in Genf geflogen wurde und derzeit untersucht wird. "Außenminister Kerrys Zustand ist stabil, er hat sich eine Beinverletzung zugezogen", sagte John Kirby. Kurz darauf wurde bekannt, dass es sich dabei um eine Oberschenkelfraktur handelt. Die Verletzung sei nicht lebensbedrohlich, hieß es.

Was genau zu dem Unfall im Departement Haute-Savoie an der Schweizer Grenze führte, ist noch nicht bekannt. Aus dem US-Außenministerium hieß es zunächst, der 71-jährige Politiker sei gegen einen Bordstein gefahren. Es sei kein Fahrzeug in den Unfall verwickelt gewesen.

Seine geplanten Termine wird Kerry nicht einhalten können. Der US-Außenminister wollte ursprünglich am Sonntag in Spanien die königliche Familie und den Premierminister Mariano Rajoy treffen. Anschließend war ein zweitägiger Aufenthalt in Paris geplant, wo eine internationale Konferenz zu Maßnahmen gegen den "Islamischen Staat" stattfindet. Beide Termine wurden abgesagt, der Außenminister fliegt zurück nach Boston.

Kerrys Liebe zum Radfahren ist bekannt. Oft nimmt der US-Außenminister sein Rad mit auf Dienstreisen und nutzt Konferenzpausen oder die frühen Morgenstunden für Ausflüge in die nähere Umgebung.

Derzeit hält sich der US-Außenminister zu Gesprächen über das iranische Atomprogramm in Genf auf. Am Samstag hatte er sechs Stunden lang mit dem iranischen Unterhändler Mohammad Javad Zarif diskutiert. Doch die Gespräche brachten offenbar keinen Durchbruch.

John Kerry in Genf im Gespräch mit dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif
AFP

John Kerry in Genf im Gespräch mit dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif

Einen Monat vor dem Ende der Frist für ein endgültiges Abkommen zum iranischen Atomprogramm gebe es "nach wie vor Differenzen", sagte der stellvertretende iranische Chefunterhändler Abbas Araqchi. Die Verhandlungen würden in der kommenden Woche auf Expertenebene fortgesetzt.

Die Regierung in Teheran und die sogenannte 5+1-Gruppe aus den USA, Frankreich, Großbritannien, Russland, China und Deutschland hatten sich Anfang April im jahrelangen Atomstreit auf die Eckpunkte einer Vereinbarung geeinigt. Diese sehen vor, dass Iran die Atomenergie nur zu zivilen Zwecken nutzen und im Gegenzug eine Aufhebung oder Aussetzung der seit dem Jahr 2006 verhängten Sanktionen erwarten darf.

ala/dpa



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