US-Milliardär George Soros will neues Brexit-Votum erzwingen

Der Milliardär George Soros warnt vor einer existenziellen Krise der EU. Den Brexit will er verhindern - und wirbt in Großbritannien mit viel Geld um Unterstützer.

George Soros
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Mit einer Kampagne in Großbritannien will der aus Ungarn stammende Investor und Spekulant George Soros gegen den Brexit kämpfen. Binnen einem Jahr will der 87-Jährige mit der Initiative "Best for Britain" laut "Guardian" eine erneute Abstimmung erzwingen.

"Der Brexit ist ein immens schädlicher Prozess für beide Seiten. Die Trennung wird ein langer Prozess sein, der wahrscheinlich mehr als fünf Jahre dauert", sagte der Kritiker des ultraliberalen Kapitalismus in einer Rede. "Fünf Jahre sind eine Ewigkeit in der Politik, besonders in revolutionären Zeiten wie der Gegenwart."

Lange profitierte Soros jedoch auch vom ultraliberalen Kapitalismus. Soros, der in Ungarn geboren wurde, hatte 1992 ein Vermögen mit Wetten gegen das britische Pfund gemacht. Er unterstützte im Wahlkampf 2016 die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Soros gilt auch als scharfer Kritiker des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Zuletzt wettete er zudem auf fallende US-Börsenkurse - und damit auf ein Scheitern von US-Präsident Donald Trump.

"Wie man Europa rettet"

Laut BBC hat Soros für die Initiative "Best for Britain" bislang 500.000 Pfund bereitgestellt. Nachdem 52 Prozent beim Referendum 2016 für den Brexit gestimmt hatten, sei die Stimmung im Land weiter geteilt - mit Zuspruch mal für die eine, mal für die andere Seite. Eine existenzielle Krise bedrohe die EU.

Letztendlich, sagte Soros in seiner Rede mit dem Titel "Wie man Europa rettet", komme es auf den Willen der Briten an. Eine endgültige Entscheidung müsste schnell getroffen werden. Zwar sei in der EU "alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann". Dennoch sei es besser, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Soros gilt als scharfzüngiger Kritiker vieler Regierungen. In seinem Geburtsland Ungarn hatte ihn Regierungschef Orbán beschuldigt, Europa mit Flüchtlingen zu "überschwemmen". Ziel sei es, den Kontinent seiner "christlichen und nationalen Identität" zu berauben. Für einen derartigen Plan Soros, der zahlreiche Zivilorganisationen unterstützt, gibt es keinerlei Belege.

apr



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