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Neue Gemälde des Ex-US-Präsidenten: Schönfärber George W. Bush

Von , Washington

Erst widmete er sich seinen Füßen, jetzt porträtierte er Staats- und Regierungschefs: In Dallas zeigt George W. Bush Wasserfarbenbilder von Putin bis Merkel. Der Ex-Präsident der USA macht eindeutig Fortschritte.

Der Mann hat sich gesteigert, ohne Frage. Erst hatte George W. Bush das Zigarrerauchen aufgegeben und deshalb nach einem neuen Zeitvertreib gesucht. Dann malte er seine eigenen Füße in der Badewanne und seine Rückansicht unter der Dusche. Schließlich waren der verstorbene Hund Barney und die Katze Bob dran.

Nun sind es ein paar Staatsmänner und die deutsche Kanzlerin.

An diesem Samstag öffnet im Presidential Center in Dallas - der frisch eingeweihten Präsidentenbibliothek Bushs - eine Ausstellung mit dem wohlklingenden Titel: "The Art of Leadership". Da hängen sie alle nebeneinander, von Bush porträtiert in Wasserfarben: unter anderem der russische Präsident Wladimir Putin, Großbritanniens Ex-Premier Tony Blair, der Italiener Silvio Berlusconi, Afghanistans Präsident Hamid Karzai und Angela Merkel. Unterzeichnet sind die Gemälde mit der Zahl "43" - weil Bush der 43. US-Präsident war.

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16  Bilder
Ausstellung in Texas: Ein echter Bush
Ist das schon Kunst? Bushs Ehefrau Laura sagt, ihr Mann sei "sehr diszipliniert". Er habe auch versucht, sie zu malen, doch müsse er in ihr Porträt "noch ein bisschen Arbeit investieren". Klar ist: Wenn Amerika über Bushs Bilder redet, dann redet es nicht über Bushs Bilanz als Präsident. Für den 67-Jährigen also ein Fortschritt. Kunst hin oder her.

"Wladimir sieht Amerika als Feind"

Der Hingucker der Ausstellung, das kann man wohl vor dem Hintergrund der gegenwärtigen internationalen Lage sagen, ist das Porträt des russischen Präsidenten. Der Bush-Putin hat dunkle Augenringe, ein Lächeln hat der Maler seinem Objekt auch nicht mitgegeben. Er kenne Putin ja ziemlich gut, sagt Bush in einem von NBC arrangierten NBC-Auftritt mit Tochter Jenna Bush Hager als Fragestellerin. "Wladimir sieht Amerika als Feind an. Er glaubt, dass in der Welt entweder die USA profitieren und Russland verliert oder andersherum."

Ja, sagt Tochter Jenna, aber da gebe es doch auch noch diese Episode mit Hund Barney. Und welch Zufall, Bush erinnert sich: Putin habe damals über Barney gelästert, weil der eben recht klein gewesen sei. "Du nennst das einen Hund?", habe er ihn gefragt, sagt Bush. Ein Jahr später habe ihm Putin dann seinen Hund gezeigt, O-Ton laut Bush: "größer, stärker und schneller als Barney". Bush grinst: Wenn jemand sage, sein Hund sei größer als der des anderen, dann lasse das doch auf einen "interessanten Charakter" schließen. Das Gemälde jedenfalls "reflektiert das".

Er habe Putin, Blair, Merkel und Co. aus einer "freundschaftlichen Stimmung" heraus gemalt. Keiner der Porträtierten habe die Bilder vorab gesehen. Er hoffe, dass sie es alle auch als freundschaftliche Geste verstünden. Sein Lieblingsporträt? Das des Vaters, des 41. Präsidenten George H.W. Bush. "Ich habe ihn während seiner Präsidentschaft sehr genau beobachtet", sagt der Junior, "ich habe ihn immer als Mann bewundert." Deshalb sei es eine "freudvolle Erfahrung" gewesen, den Vater zu malen.

Sich selbst übrigens hat Bush auch gemalt. Nicht nur in der Badewanne oder unter der Dusche. Sondern als einen der Staatsmänner.

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insgesamt 49 Beiträge
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1. Bush malt so gut wie zehntausende von Hobby Malern
rewtedesco 05.04.2014
Es gibt wohl einige zehntausende von Rentnern die auf ihre alten Tage das Malen angefangen haben. Sie kriegen normalerweise ein bisschen Lob von ihren Enkeln und ein paar Nachbarn, und das war's dann schon. Wenn Bush jetzt auf der Scene auftritt mit seinen mittelmaessigen Kunsterguessen, wird da gleich ein Museum aufgemacht. Vollkommen ueberbewerted.
2.
Wolffpack 05.04.2014
Die Bilder sind zugegebener Maßen nicht schlecht. Gibts bessere? Bestimmt, aber er hat die Leute und ihren Blick gut getroffen. Schön, das er sich jetzt etwas friedlichem widmet, anstatt Kriege anzuzetteln.
3. Ist doch einfach nur lächerlich
topodoro 05.04.2014
Ist doch einfach nur lächerlich, dieser Artikel, dieser Typ. Es gab auch mal einen Österreicher der gemalt hat. Über den könnte man auch so einen verharmlosenden Artikel schreiben. Vielleicht malt der Maler ja auch mal so einen Ferienort in Cuba. Quantanamera, oder so...
4. Huch...
ijf 05.04.2014
Na hoppla - für mich war und ist Bush jr der begrenzt begabte Mensch, der in seiner besten zeit mit diesem komischen motorisierten Roller (segway) in die präsidiale Rabatte getauscht ist und ansonsten jede menge andere, die Welt Verschlechterungen Dummheiten machte. Und ich bin ganz sicher kein kunstexperte und kann den/die wert/-losigkeit seiner Bilder nicht qualifiert bewerten. Sie scheinen ja wohl so was wie "malen nach zahlen" auf Basis gerasterter Fotos zu sein. Aber - ich kenne etliche Gemälde mehr oder weniger berühmter meister, bei denen ich immer wieder erstaunt bin, wie toll Tiefe, faltenwurf, Komposition und was es sonst so beachtenswertes gibt, gemalt wurden - nur die Augen, die wirken selbst bei meistern mitunter "tot", nichtssagend, leblos. Aber bei den werken von Bush jr finde ich Bild für Bild wirklich eins, was bemerkenswert ist: die Augen des jeweils porträtierten! Wie hat er das nur hinbekommen?
5. Warum nicht gleich so?
frank-thiele 05.04.2014
Nicht, dass mir seine Bilder gefallen, aber ich wünschte, er hätte damit schon vor 14 Jahren angefangen. Hauptberuflich.
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