Georgien: Vizeminister soll Sexvideo von Reporter verbreitet haben

Im Streit mit einem unliebsamen Reporter hat ein Kabinettsmitglied in Georgien zu schmutzigen Methoden gegriffen. Der Vize-Innenminister stellte ein Video ins Internet, das den Journalisten beim Sex zeigen soll. Die Polizei hat den Politiker festgenommen.

Tiflis - Eine Sexvideo-Affäre erschüttert die georgische Politik. Der stellvertretende Innenminister Guela Chwedelidse ist festgenommen worden, weil er kompromittierende Videoaufnahmen von einem Journalisten ins Internet gestellt haben soll.

Das Video tauchte am 4. Mai im Netz auf und zeigt drei Personen beim Sex. Offenbar wurden die Bilder mit einer versteckten Kamera aufgenommen. Einer der Männer, die in dem Film zu sehen sind, soll der bekannte regierungskritische Journalist Giorgi Paresaschwili sein. Der bestreitet dies. Über die sozialen Netzwerke hatten sich die Aufnahmen in der vergangenen Woche rasant verbreitet.

Paresaschwili sagte, das Video sei ins Netz gestellt worden, weil er belastendes Material gegen mehrere ranghohe Persönlichkeiten Georgiens besitze. Sie sollen in illegale Geschäfte verstrickt sein, bestreiten jedoch jedes Fehlverhalten. Unter ihnen sei auch der nun festgenommene Chwedelidse.

"Kampagne des Psychoterrors und der Erpressung"

Dessen Chef, Innenminister Irakli Ghabiraschwili, hat inzwischen eingeräumt, dass sein Vize das Video im Internet veröffentlichte. Die Aufnahmen seien jedoch von der Vorgängerregierung gemacht worden, sagte Ghabiraschwili. Eine Sondereinheit des Innenministerium habe das Video mit versteckter Kamera gedreht. "Das war eine Kampagne des Psychoterrors und der Erpressung. Damit wollten sie eine Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften erzwingen", so der Politiker.

Nicht zum ersten Mal werden in Georgien Aufnahmen von homosexuellen Handlungen als Druckmittel verwendet. Erst im Januar waren drei hochrangige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums festgenommen worden, weil sie heimlich Filmaufnahmen von bekannten Persönlichkeiten beim Sex gemacht haben sollen. Laut Staatsanwaltschaft wollten sie die Betroffenen dazu zwingen, mit dem Geheimdienst zusammenzuarbeiten.

syd/AFP

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1. echte Demokraten !
bengelchen 14.05.2013
Da werden jetzt sicherlich baldemo Ausfuhrgenehmigungen für schweres Kriegsgerät erteilt werden, denn das Land ist ja auf einem guten Weg zu demokratischen Verhältnissen! (Ironie aus)
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