Vergewaltigungsvorwürfe Ermittlungen gegen französischen Minister eingestellt

Vor neun Jahren hatte eine Frau Frankreichs Haushaltsminister Darmanin wegen Vergewaltigung angezeigt. Nun hat die Justiz das Verfahren zu den Akten gelegt, es gebe keine Beweise.

Gérald Darmanin
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Gérald Darmanin


Die Staatsanwaltschaft in Paris hat die Ermittlungen gegen den französischen Haushaltsminister Gérald Darmanin wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung eingestellt. Die Behörde teilte mit, dass die Vorermittlungen keinen Nachweis einer fehlenden Einwilligung der Frau erbracht hätten. Auch Zwang, Bedrohung oder Überrumpelung stellten die Ermittler nicht fest, die Untersuchung wurde eingestellt.

Die Frau hatte Darmanin angezeigt und einer Vergewaltigung im Jahr 2009 beschuldigt, die Justiz nahm daraufhin, wie bei solchen Anzeigen üblich, Vorermittlungen auf. Der heute 35 Jahre alte Minister hatte den Vorwurf zurückgewiesen und die Frau wegen falscher Anschuldigung angezeigt. Die Sache hatte ihn aber politisch unter Druck gebracht. Aus der konservativen Oppositionspartei Les Républicains, der Darmanin früher selbst angehörte, gab es Rücktrittsforderungen.

Eine zweite Frau erstattete am vergangenen Dienstag Anzeige gegen Darmanin wegen "Ausnutzung einer Schwäche". Hier dauern die Vorermittlungen noch an. Darmanin hatte den Vorwurf als Verleumdung bezeichnet und betont, er habe sich nichts vorzuwerfen.

cte/dpa



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