"Chancenkontinent" Entwicklungsminister fordert EU-Kommissar für Afrika

Entwicklungsminister Müller hat eine neue Afrikapolitik der EU gefordert. Europa sei dabei, "Afrika als Jahrhundertchance zu verpassen", weil es zu wenig investiere.

Gerd Müller (CSU) in Nigeria (2014)
picture alliance / Hannibal Hans

Gerd Müller (CSU) in Nigeria (2014)


Entwicklungsminister Gerd Müller hat sich für die Schaffung eines Afrika-Kommissars der Europäischen Union ausgesprochen. Bei ihm sollten "alle Fäden einer in sich stimmigen Afrika-Politik zusammenlaufen", sagte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post".

Der EU-Haushalt müsse neue Prioritäten setzen, statt an den Vorstellungen der Achtzigerjahre festzuhalten. Von 2021 bis 2027 wolle die EU für Afrika 39 Milliarden Euro ausgeben. "Das ist ein Zehntel dessen, was für die Agrarpolitik vorgesehen ist und ein Beleg dafür, wie wenig wir Afrika als Chancenkontinent wahrnehmen", sagte Müller.

China und Russland investierten dagegen massiv und sicherten sich knappe Rohstoffe wie Coltan und Lithium für die Digital- und Elektroindustrie. "Europa ist gerade dabei, Afrika als Jahrhundertchance zu verpassen", warnte Müller.

Müller will nicht nur fördern, sondern auch abschrecken

Zugleich kündigte der Minister an, in Transitzentren nahe der afrikanischen Herkunftsländer solle verstärkt über die Gefahren einer Flucht aus Afrika Richtung Nordeuropa informiert werden. "Es sterben dreimal mehr Flüchtlinge auf dem Marsch durch die Wüste als im Mittelmeer", sagte Müller. Zusammen mit Partnern wie Frankreich und Großbritannien wolle er in Nigeria, Eritrea und Somalia "vor Illusionen über Europa warnen".

cht/dpa/AFP



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