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08. Mai 2003, 07:06 Uhr

Gerichtsurteil zum 11. September

104 Millionen Dollar für Familien zweier Terror-Opfer

Die USA erweisen sich einmal mehr als das Land der unbegrenzten Schadenersatz-Summen: Ein New Yorker Gericht hat den Familien zweier Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 eine Entschädigung von fast 104 Millionen Dollar zugesprochen. Zahlen sollen Saddam Husseins Regierung, das Terrornetzwerk al-Qaida und die Taliban.

Anschläge auf New York: Millionen für Opfer-Angehörige
AP

Anschläge auf New York: Millionen für Opfer-Angehörige

New York - Richter Harold Baer erklärte bei der Verkündung des spektakulären Urteils, die Kläger hätten einige Beweise dafür vorlegen können, dass die irakische Regierung unter Saddam Hussein Osama Bin Ladens al-Qaida unterstützt habe.

Als Beweise führten die Kläger ihrem Anwalt James Easley zufolge unter anderen die diesbezüglichen Aussagen von US-Außenminister Colin Powell vor dem Weltsicherheitsrat an. Ferner hätten sie auf Aussteiger aus der Terrorszene verwiesen, die über eine Guerilla-Ausbildung in irakischen Lagern berichtet hätten. Richter Baer nannte diese Aussagen "gerade noch ausreichend" für die Folgerung einer Kooperation zwischen Saddam Hussein und Bin Laden.

Ob die betroffenen Familien tatsächlich Gelder aus dem eingefrorenen Guthaben der gestürzten irakischen Regierung erhalten werden, ist vorerst unklar, wie Easley einräumte. Dennoch wertete er das Urteil des Bezirksgerichts von Manhattan als bedeutenden Sieg. Die Entscheidung basierte auf einem Gesetz aus dem Jahre 1996, das Klagen gegen Staaten zulässt, die das US-Außenministerium zu Förderern des internationalen Terrorismus erklärt hat.

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