Geste nach Explosion: Türkische Zyprer helfen Süden mit Strom aus
Es ist eine Geste des guten Willens auf der geteilten Insel: Erstmals seit mehr als 30 Jahren liefern die Zypern-Türken im Norden Strom an die Zypern-Griechen im Süden. Dort hat eine schwere Explosion die Energieversorgung teilweise lahmgelegt.
Nikosia - Die verheerende Explosion in einem Marinestützpunkt hat den Süden Zyperns schwer getroffen. Doch es gibt immerhin eine positive Nachricht. Das Unglück hat die Regierungen der geteilten Insel einander näher gebracht. Erstmals seit der Teilung im Jahr 1974 wird die türkisch-zyprische Seite im Norden Strom an den griechisch-zyprischen Süden liefern, sagte der Regierungssprecher der Republik Zypern, Stefanos Stefanou. Es sollen täglich zwischen 70 und 110 Megawatt vom Norden in den Süden geliefert werden.
Angesichts der Spannungen auf der Insel hat diese Hilfe durchaus eine politische Dimension. Mehrere Vermittlungsversuche zur Überwindung der Teilung sind bislang gescheitert. Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) wird nur von der Türkei anerkannt. Die Insel ist Mitglied der EU. Das EU-Recht und Regelwerk gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden.
Dieser Teil der Insel kämpft seit einer schweren Explosion mit einer labilen Energieversorgung. 13 Menschen sind ums Leben gekommen und 62 wurden verletzt, als am Montag auf einer Militärbasis 98 Container mit Munition in die Luft flogen. Das nahe gelegene größte Elektrizitätswerk der Insel wurde größtenteils zerstört. Im Süden kommt es seitdem immer wieder zu Stromunterbrechungen. Die EU schickte Generatoren und Experten nach Zypern.
Das Unglück bringt die Regierung im südlichen Teil der Insel in Bedrängnis. Seit Tagen kommt es zu Demonstrationen gegen die Regierung des linken Präsidenten Dimitris Christofias. Verteidigungsminister Costas Papacostas trat nach der Katastrophe zurück.
Zyprische Medien berichten immer wieder von schriftlichen Warnungen an die Regierung, wonach die Munition entgegen den Vorschriften gelagert worden sei. Die Unglückscontainer waren vor drei Jahren an Bord eines Frachters vor Zypern beschlagnahmt worden. Sie stammten aus einem illegalen Munitionstransport.
mmq/dpa
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- Samstag, 16.07.2011 – 15:41 Uhr
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Fläche: 9251 km²
Bevölkerung: 840.407
Hauptstadt: Nikosia (Lefkosa)
Staats- und Regierungschef: Nicos Anastasiades
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