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26. November 2011, 15:07 Uhr

Getöteter Deutscher

Mali fliegt Touristen aus Timbuktu aus

Es gibt keinen Zweifel mehr: Der in Mali getötete Reisende stammt aus Deutschland. Laut Auswärtigem Amt ist die deutsche Botschaft eingeschaltet. Der Mann hatte sich in Timbuktu offenbar gegen eine Entführung gewehrt und war erschossen worden. Touristen sollen die Stadt verlassen. 

Timbuktu - Bei dem im westafrikanischen Mali von Entführern getöteten Mann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Deutschen. Das bestätigte am Samstag ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA). "Die deutsche Botschaft in Mali ist eingeschaltet und hat die konsularische Betreuung des Falls übernommen."

Verschiedene Nachrichtenagenturen hatten am Freitag unter Berufung auf Augenzeugen und Regierungskreise berichtet, in der malischen Stadt Timbuktu hätten bewaffnete Männer gegen Mittag ein Restaurant in der Stadtmitte gestürmt und Ausländer bedroht. Angeblich habe sich der Deutsche gegen die Verschleppung gewehrt. Da er nicht in den Wagen der Bewaffneten einsteigen wollte, sei er erschossen worden.

Unter den drei Entführten sind offenbar keine weiteren Deutschen. Zumindest hat das Ministerium keine entsprechenden Informationen erhalten. Bei den Geiseln handelt es sich nach Angaben der Regionalverwaltung von Timbuktu um einen Schweden, einen Niederländer und einen Touristen mit britisch-südafrikanischer Staatsbürgerschaft.

Angaben über die Identität des Deutschen konnte das AA bislang nicht machen. Aus Sicherheitskreisen heißt es jedoch, dass es sich bei dem Getöteten um einen 58 Jahre alten Touristen handelt, der mit seiner Frau in Mali unterwegs war. Sie war zum Zeitpunkt der Tat im Hotel.

Bisher hat sich niemand zu den Entführungen bekannt. Der Landstrich im Norden Malis gilt als Operationsgebiet des afrikanischen Ablegers der Terrororganisation al-Qaida. Möglich scheint deswegen, dass Terroristen hinter den Verschleppungen und dem Tod des Deutschen stecken. Bereits im Jahr 2009 war eine deutsche Touristin in Mali entführt worden, sie kam nach Monaten in Geiselhaft frei. Gerüchten zufolge hatte die malische Regierung damals mehrere Terrorverdächtige aus dem Gefängnis entlassen und so die Freilassung der Deutschen ermöglicht.

Touristen werden ausgeflogen

Am Samstag wurden ausländische Touristen aus Timbuktu ausgeflogen. Eine erste Gruppe von rund einem dutzend Menschen wurde in einem von der malischen Regierung gecharterten Flugzeug in die südmalische Stadt Mopti geflogen, wie aus Flughafenkreisen verlautete. Später sollte eine zweite Maschine rund ein Dutzend weitere Touristen in die Hauptstadt Bamako fliegen.

Das Auswärtige Amt warnt bereits seit geraumer Zeit ausdrücklich vor Reisen in die Verwaltungsregion Timbuktu, in der die gleichnamige historische Touristenstadt liegt, und weitere Regionen Malis. Es sei jederzeit mit Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen, gerade auch Deutsche seien in Gefahr, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums.

ler/dpa/AFP

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