Nach 150 Jahren US-Zeitung entschuldigt sich für Kritik an Lincoln

Da hat mal jemand so richtig falsch gelegen: Nach 150 Jahren hat sich jetzt die US-Zeitung "Harrisburg Patriot-News" für einen Kommentar zur Gettysburg-Rede des damaligen Präsidenten Lincoln entschuldigt. Das Blatt verriss die Ansprache, die heute als eine der wichtigsten in der US-Geschichte gilt.

DPA

Washington - Korrekturen und Gegendarstellungen kommen schon mal häufiger in den Medien vor. Eine Entschuldigung bei den Lesern aber ist äußerst selten. Zu diesem ungewöhnlichen Schritt hat sich jetzt eine US-Zeitung entschieden - 150 Jahre nach der Veröffentlichung des entsprechenden Artikels: Die "Harrisburg Patriot-News" entschuldigte sich am Donnerstag dafür, die Ansprache von Abraham Lincoln am 19. November 1863 bei der Einweihung eines Soldatenfriedhofs in Gettysburg (Pennsylvania) in einem Leitartikel als "dummes Geschwätz" abgetan zu haben.

Die Rede des damaligen Präsidenten am Schauplatz einer der entscheidendsten Schlachten des Bürgerkriegs gilt heute als eine der besten und wichtigsten in der US-Geschichte.

Die Redaktion der Zeitung könne sich die krasse journalistische Fehleinschätzung von damals nur so erklären, dass sie unter "dem Einfluss der Parteilichkeit oder durch starken Alkoholkonsum" des Reporters entstand, heißt es in der Entschuldigung, die sprachlich eng an die Lincoln-Rede angelegt ist. "Die Vorfahren dieser Medieninstitution haben ihrer Leserschaft ein Urteil so fehlerhafter Natur präsentiert, so getüncht mit Anmaßung, mit solch einem Mangel an historischer Perspektive, dass es nicht unangetastet in unseren Archiven liegen kann."

ler/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
janne2109 15.11.2013
1. ....
wow, eine gute PR Idee des Blattes, daher dumm und peinlich.
nsa 15.11.2013
2.
Schön. Wobei sich wohl kaum jemand an den Artikel erinnern wird. Wichtiger wäre es wohl wenn amerikanische Medien ihre Fehleinschätzung zum zweiten Irakkrieg korrigieren würden.
knaake 15.11.2013
3. Rückrufaktion für Meinungen? Hat was!
...Und hier eine dringende Durchsage an die Wähler der FDP 2013: Bitte halten Sie Ihre Stimme sofort an, und benutzen Sie sie erst wieder wenn sie vom Werk überprüft wurde ....
Mertrager 15.11.2013
4. wenig nachvollziehbar
Für mich ist dieser Artikel wenig nachvollziehbar. Ist das eine versteckte Nachricht in einem Entführungsfall ?
Lampenluft 15.11.2013
5. Alles PR
Alles PR, und leider funktioniert es. Eine humanitäre Spende im Ruhigen an etwas Humanitäres wäre eine bessere Art gewesen.
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