Gaza-Streifen: Zwei Palästinenser bei israelischem Raketenangriff getötet

Erneut gibt es Tote bei den Kämpfen am Gaza-Streifen: Zwei Palästinenser sind bei einem israelischen Luftangriff ums Leben gekommen. Zuvor hatten Palästinenser Israel mit mindestens 16 Raketen beschossen.

Raketenschaden in Folge der Angriffe: Die Gewalt am Gaza-Streifen nimmt erneut zu Zur Großansicht
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Raketenschaden in Folge der Angriffe: Die Gewalt am Gaza-Streifen nimmt erneut zu

Tel Aviv - Neue Runde der Gewalt: Am dritten Tag der wieder aufgeflammten Kämpfe am Gaza-Streifen sind zwei Palästinenser von israelischen Raketen getötet worden. Damit stieg die Zahl der seit dem Ausbruch der Feindseligkeiten am Montag getöteten Palästinenser auf neun.

Ein 21-Jährige sei am Mittwoch in der Stadt Rafah getroffen worden, als er auf einem Motorrad unterwegs gewesen sei, berichteten palästinensische Rettungskräfte. Augenzeugen zufolge sei der Getötete Mitglied des bewaffneten Arms der im Gaza-Streifen regierenden Hamas gewesen. Eine weitere Person wurde bei dem Angriff verletzt.

Die israelische Armee bestätigte den Angriff, die einem "Agenten des weltweiten terroristischen Dschihads" gegolten habe. Der Getötete soll demnach bei der Planung eines bewaffneten Angriffs nahe der israelisch-ägyptischen Grenze am Montag beteiligt gewesen sein. Dabei war ein Israeli getötet worden. Zwei der Angreifer wurden bei einem anschließenden Schusswechsel von israelischen Soldaten erschossen.

In Gaza-Stadt starb ein 14-Jähriger an den Folgen eines israelischen Raketeneinschlages. Sein Vater und ein zweiter Mann seien bei dem Angriff im Stadtteil Seitun verletzt worden. Das israelische Militär bestätigte den Angriff.

Eigentlich war für Dienstag um Mitternacht der Beginn einer Waffenruhe ausgerufen worden, doch bereits nach wenigen Stunden wurde sie wieder gebrochen: Zunächst feuerten militante Palästinenser laut israelischem Militär mindestens 16 Raketen aus dem Gaza-Streifen auf Israel ab. Seit Montag sollen demnach bereits mehr als 70 Raketen auf israelischem Boden eingeschlagen sein.

Das israelische Militär flog daraufhin nach eigenen Angaben Luftangriffe auf acht Ziele im Gaza-Streifen, darunter ein Schmugglertunnel unter der Grenze zu Ägypten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht den Auslöser der Gewalteskalation in den Attacken der Palästinenser. Diese Angriffe seien durch nichts zu rechtfertigen und würden von der Bundesregierung "klar verurteilt". Westerwelle mahne im Namen der Bundesregierung "alle Seiten zu äußerster Zurückhaltung".

Die Spannungen zwischen Israel und bewaffneten palästinensischen Gruppen im Gaza-Streifen haben seit Anfang des Monats wieder zugenommen. In den vergangenen drei Tagen wurden sieben Palästinenser bei israelischen Luftangriffen getötet und sechs weitere verletzt. Eine der Raketen traf einen Polizeiposten, vier Menschen wurden dabei verletzt.

cab/dpa/dapd/afp

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