Gewalt bei Protesten Papst ruft Venezolaner zu friedlichem Dialog auf

Seit Wochen bekämpfen sich Regierungsanhänger und Opposition in Venezuela, zahlreiche Menschen sind getötet und verletzt worden. Papst Franziskus appelliert nun an beide Seiten, die Gewalt zu beenden. Auch die Uno mahnt zum Dialog.

Demonstrant in San Cristobal: "Äußern Sie Ihre Meinung auf friedliche Weise."
REUTERS

Demonstrant in San Cristobal: "Äußern Sie Ihre Meinung auf friedliche Weise."


Caracas/New York - 13 Tote, rund 150 Verletzte. Die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der sozialistischen Regierung in Venezuela und ihren Gegnern haben viele Opfer gefordert. Darüber zeigen sich sowohl Papst Franziskus als auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sehr besorgt.

Der Papst richtete am Ende der Generalaudienz in Rom einen dringenden Friedensappell an das südamerikanische Land. "Ich hoffe von Herzen, dass die Gewalt so bald wie möglich endet und dass die Venezolaner, allen voran verantwortungsvolle Politiker und Institutionen, sich für die nationale Versöhnung einsetzen."

Uno-Generalsekretär Ban sagte, die Vorgänge stimmten ihn traurig. Es müsse alles getan werden, um in einen Dialog einzutreten und die Ruhe im Land sobald wie möglich wiederherzustellen: "Tragen Sie Ihre Meinungsverschiedenheiten auf friedliche Weise aus."

In Caracas zogen am Mittwoch erneut Tausende Anhänger und Gegner der Regierung auf die Straße. Auch für Donnerstag riefen Studenten zu einem Protestmarsch auf, um die Freilassung von festgenommenen Kommilitonen zu fordern. Sie werfen den Sicherheitskräften vor, brutal gegen Demonstranten vorzugehen.

Die Massenproteste gehen in die dritte Woche. Die Studenten demonstrieren gegen die Regierung, die sie verantwortlich machen für die Wirtschaftskrise, Behördenwillkür und die hohe Kriminalitätsrate in Venezuela.

Die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft ließ im Zusammenhang mit den Tod zweier Demonstranten am 12. Februar nun weitere fünf Agenten des Geheimdienstes Sebin festnehmen lassen. Ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte. Zuvor waren bereits drei Sebin-Agenten festgenommen worden. Sebin-Chef Manuel Bernal wurde am 18. Februar des Amtes enthoben und auf einen Posten bei der Armee versetzt.

Staatschef Nicolás Maduro hatte für Mittwoch zu einer Konferenz des Friedens aufgerufen, an der die Opposition aber nicht teilnehmen wollte. "Wir geben uns nicht für etwas her, das ein Schein-Dialog ist und das unsere Landsleute verhöhnt", begründete der Generalsekretär des Oppositionsbündnisses MUD (Mesa de la Unidad), Ramón Guillermo Aveledo, die Entscheidung.

kgp/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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raber 27.02.2014
1. EU schweigt zu Venezuela
Eine Demokratie sieht anders aus, als das was in Venezuela abläuft. Eine gesunde Wirtschaft von einem Land, das wegen ihres Erdöls jahrzehntelang Milliardeneinnahmen hat, sieht auch anders aus. Eine Korruptionsbekämpfung wobei der Präsident Chavez und seine Sippe Hunderte von Millionen an Geldern und Eigentümern eingesackt haben, sieht überhaupt nicht so aus. Warum läuft der Drogenhandel seit Jahren so stark über Venezuela? Weil zugesehen und mitverdient wird. Warum schickt Venezuela so viel Geld nach Kuba, Nicaragua und El Salavdor und dem eigenem Volk mangelt es an allem Möglichen? Zumindest der Papst gibt seinen Kommenatr ab. Die EU-Lander schweigen (wie so oft) und gedulden die systematische Verletzung der Menschenrechte in Venezuela.
ein anderer 27.02.2014
2. ...
Zitat von raberEine Demokratie sieht anders aus, als das was in Venezuela abläuft. Eine gesunde Wirtschaft von einem Land, das wegen ihres Erdöls jahrzehntelang Milliardeneinnahmen hat, sieht auch anders aus. Eine Korruptionsbekämpfung wobei der Präsident Chavez und seine Sippe Hunderte von Millionen an Geldern und Eigentümern eingesackt haben, sieht überhaupt nicht so aus. Warum läuft der Drogenhandel seit Jahren so stark über Venezuela? Weil zugesehen und mitverdient wird. Warum schickt Venezuela so viel Geld nach Kuba, Nicaragua und El Salavdor und dem eigenem Volk mangelt es an allem Möglichen? Zumindest der Papst gibt seinen Kommenatr ab. Die EU-Lander schweigen (wie so oft) und gedulden die systematische Verletzung der Menschenrechte in Venezuela.
Präsidenten in Venezuela können nicht nur bei den üblichen Wahlen gewählt werden sondern auch in der häfte ihrer Amtszeit durch das Volk wieder abgewählt werden. Ich denke doch so sieht normalerweise Demokratie aus. Nebenbei, die Regierungen vor Chavez, die keinen solchen Aufstand im Ausland produzierten wie jetzt die Chavisten, haben dem Volk noch weniger von den Ölmilliarden überlassen. Und weshalb der Drogenhandel auch über Venezuela verläuft schreibt dieser Herr etwas dazu: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41084/1.html
raber 27.02.2014
3.
Zitat von ein andererPräsidenten in Venezuela können nicht nur bei den üblichen Wahlen gewählt werden sondern auch in der häfte ihrer Amtszeit durch das Volk wieder abgewählt werden. Ich denke doch so sieht normalerweise Demokratie aus. Nebenbei, die Regierungen vor Chavez, die keinen solchen Aufstand im Ausland produzierten wie jetzt die Chavisten, haben dem Volk noch weniger von den Ölmilliarden überlassen. Und weshalb der Drogenhandel auch über Venezuela verläuft schreibt dieser Herr etwas dazu: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41084/1.html
Viele der Regierungschefs vor Chavez hätten ins Gefängnis gemüsst weil sie auserordentliche Kleptokraten waren und sich anschliessend eines guten Lebens zum Teil im Ausland erfreuten. Keine Frage. Aber diese Situation wollte Chavez ändern und leider hat er es genauso gemacht. Der Drogenhandel läuft über Venezuela aus denselben Gründen wie schon zu Zeiten Pablo Escobars über Nicaragua und auch über andere Länder um sich, FARC oder andere zu bereichern. Da ist nichts Gutes dran.
ein anderer 28.02.2014
4. ...
Zitat von raberViele der Regierungschefs vor Chavez hätten ins Gefängnis gemüsst weil sie auserordentliche Kleptokraten waren und sich anschliessend eines guten Lebens zum Teil im Ausland erfreuten. Keine Frage. Aber diese Situation wollte Chavez ändern und leider hat er es genauso gemacht. Der Drogenhandel läuft über Venezuela aus denselben Gründen wie schon zu Zeiten Pablo Escobars über Nicaragua und auch über andere Länder um sich, FARC oder andere zu bereichern. Da ist nichts Gutes dran.
Chavez hat viele Fehler gemacht aber er hat es nicht genauso gemacht wie die früheren Kleptokraten. Wenn man die Bildung, medizinische Versorgung und die Ernährungssituation der normalen Bevölkerung betrachtet hat er im Gegensatz zu den alten Eliten grosses geschafft. Es ist einfach den "Chavismus" wegen den Fehlern zu verteufeln, wenn man die irrige Meinung vertritt ohne Chavez wäre es besser geworden. Denn Tatsache ist nunmal ohne Chavez hätten die alten Eliten mit der Plünderung des Volkes weitergemacht. Wie lange hatten die alten Eliten vor Chavez Zeit um die Situation zu verbessern, aber hatten nichts getan? Dagegen sind 15 Jahre Chavismus doch ein klaks. Wenn die Venezolaner genug vom Chavismus haben werden sie das an der Urne bestimmen. Das ist doch auch ein verdienst Chavez, die Armen haben eine selbstbewusste Stimme erhalten.
IngeAlba 28.02.2014
5. 15 Jahre und kein bisschen Weise?
Was soll das heißen? Soll man die Chavisten genau so lange machen lassen wie all die vorigen Stümper? Nein, die Studenten haben Recht, es reicht nun Ausplünderung, Mord und Korruption weiterhin zu dulden. Nein, auch Chavez hatte nichts anderes vor als seine Vorgänger, nur unter anderem Vorzeichen, halt unter Schulterschluss mit den "sozialistischen Ländern Lateinamerikas", ja und? Sind die besser als andere Regierungsformen? Bisher war es doch eigentlich nur so, wo die "Sozialisten" das Sagen hatten, ging es nur bergab, in allen Bereichen. Die korrupten Kapitalisten bekommt man wenigsten wirklich mit dem Stimmzettel weg, die Sozis (es sind keine Sozis, sondern Kommunisten, wichtiger Unterschied!!), da muss man leider schärfere Maßnahmen ergreifen, die krallen sich immer sehr fest, wenn die Anhänger schrumpfen, dann werden die Wahlen manipuliert. Lasst mal einen von der Opposition ran, wenn die es nicht mehr bringen, die kann man demokratisch wieder abwählen und den Nächsten ausprobieren, bis es irgendwann mal so einigermaßen klappt. Und noch etwas, wo das Militär mitmischt, das kann nicht gut gehen, die Chavisten haben die Militärclique zu sehr nach oben kommen lassen, die Jungs sind richtig Machthungrig geworden. Was war denn Chavez? Ein Kommisskopf ohne wirtschaftliche Bildung, und so sieht das Land heute auch aus, heruntergewirtschaftet! Die Militärs können nur eines, sich die eigenen Taschen vollstopfen, dies hat Chavez bewiesen, auch er, besser gesagt seine Familie hat sich reichlich bedient. Dann - als Nachfolger einen ungebildeten Mann ins gemachte Nest setzen, der Kerl kann einem sogar noch Leid tun, der war ok. in seinem Job, aber ein Land regieren? Jetzt seien wir doch mal ehrlich, kann das jeder mit ner mittleren Schulbildung? Ja?? Nein, eben nicht, das ist bisher immer daneben gegangen, egal wo. Wir leben heute alle in einer sehr komplexen, wirtschaftlich überaus verwebten und nach allen Seiten hin verfilzten, weltweit umspannten wirtschaftlichen Abhängigkeit untereinander. Jeder will vom einen und der wieder vom anderen, eben eine globale Wirtschaftswelt. Wer sich absondert hat das Nachsehen, denn heute überlebt keiner mehr sehr lange alleine, und genau dies passiert im Moment mit Vzla., bisher kann man sich noch der Freundschaft einiger kommunistischer Regime in Südamerika erfreuen. Aber was ist damit, wenn es Vzla. wirtschaftlich immer schlechter geht? Die Ersten haben sich schon kritisch zum Regime Maduro geäußert, der einzige Freund der Vzla. erhalten bleiben wird, wird Kuba sein, selbst am wirtschaftlichen Abgrund, regiert von zwei Greisen deren Zeit & Ideologie schon lange abgelaufen ist, auch die krallen sich fest, auch die werden die Kubaner nur mit einer Bewegung aus der gebildeten oberen Schicht, mit Demos von Seiten der Studenten los werden, ein langer Weg.
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