Gewalt gegen Muslime Mob zündet Moschee im Osten Burmas an

In Burma sind erneut Muslime angegriffen worden. Im Osten des Landes wurden eine Moschee und mehrere weitere Gebäude niedergebrannt. Über die Stadt Lashio wurde eine Ausgangssperre verhängt.


Rangun - Immer wieder werden Muslime in Burma Opfer von Gewalt. Jetzt hat es im Osten des Landes erneut Übergriffe gegeben: In der Stadt Lashio wurden am Dienstag eine Moschee und eine Einrichtung für Kinder niedergebrannt. Unklar ist, ob es sich dabei um eine Schule oder ein Waisenhaus handelte. Laut BBC wurden auch Geschäfte angegriffen, die Muslimen gehörten. Getötet wurde niemand.

Über Lashio wurde am Dienstagabend eine Ausgangssperre verhängt. "Wir mussten den aufgebrachten Mob unter Kontrolle bringen", sagte ein Polizeisprecher. "Auch Mönche beteiligten sich an den Ausschreitungen." Lashio hat mehr als 120.000 Einwohner. Davon sind nach Schätzungen etwa 2000 Muslime.

Die Unruhen begannen offenbar, weil Buddhisten einen Muslim beschuldigten, eine Frau in Brand gesteckt zu haben. Die Frau ist inzwischen im Krankenhaus, der Mann in Polizeigewahrsam, berichtet die BBC.

Nach dem Vorfall erklärte der Sprecher von Burmas Präsident auf seiner Facebook-Seite: "Religiöse Gebäude und Einrichtungen zu zerstören, ist schädlich für die demokratische Gesellschaft, die wir gerade aufbauen wollen."

Immer wieder kommt es in Burma aber zu heftigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Buddhisten. Insgesamt starben in den vergangenen 14 Monaten mehr als 150 Menschen, die meisten davon Muslime.

Die Extremistengruppe 969 schürt den Hass. Ihr Anführer ist ausgerechnet ein buddhistischer Mönch - der wegen seiner Hetze "Hitler Burmas" genannt wird.

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Gewalt gegen Muslime in Burma: Wut, Neid und Angst
Im März waren bei religiös motivierten Unruhen in Zentralburma mindestens 43 Menschen getötet und 86 verletzt worden. Auslöser war ein Streit zwischen einem muslimischen Juwelier und buddhistischen Kunden in der Stadt Meiktila.

In der Rakhine-Region wurden 125.000 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit aus ihren Häusern vertrieben. Der Staat verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft und betrachtet die rund eine Million Menschen an der Grenze zu Bangladesch als illegale Einwanderer.

Zwei-Kind-Politik für Muslime

Menschenrechtler machen immer wieder auf ihre miserable Lage aufmerksam. Zuletzt kritisierte Human Rights Watch eine Regelung scharf, die es Ehepaaren der Rohingya-Minderheit verbietet, mehr als zwei Kinder bekommen.

Das Gesetz zur Begrenzung der Geburtenrate besteht seit 2005. Am vergangenen Wochenende kündigte die Lokalbehörde strenge Kontrollen an. Familien mit mehr als zwei Kindern drohen Geldstrafen und Gefängnis.

Human Rights Watch bezeichnete die Regelung als "grausam und gefühllos". Die Menschenrechtsorganisation rief die Regierung der einstigen Militärdiktatur am Dienstag auf, die Verordnung unverzüglich aufzuheben. "Dies ist ein weiterer Beweis für die systematische Verfolgung dieser Gruppe, die erst vor kurzem Opfer einer Kampagne ethnischer Säuberung war", sagte HRW-Asiendirektor Brad Adams.

Auch die burmesische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi kritisierte die Diskriminierung. Es sei "nicht gut" und "nicht mit den Menschenrechten vereinbar", wenn den Rohingya das Recht auf mehr als zwei Kinder verweigert werde.

kgp/dpa/AP



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zemyrakx 29.05.2013
1. burma
Wieso wird ersr jetzt darueber berichtet und das nichtmal als svhlagzeile ganz oben? Ich meine immerhin wurden in buma in den letzten tagen hunderte oder sogar tausende menschen lebendig verbrannt darunter neu geborene kinder und ca tausende häuser verbrannt! Die lage ist genauso schlimm wie in syrien.aber denke mal das dass leben dieser menschen nichts wert ist da sie ja arme schweine sind... ungerechte welt!
bürgerl 29.05.2013
2. Kolonialrethorik !
Das Land Burma gibt es seit über 20 Jahren nicht mehr.Burma war die bezeichnung der Kolonialmacht England für Myanmar.Und das Land nennt sich seit über 20 Jahren Myanmar seit seiner Unabhängigkeit . Warum SPON dieser Kolonialrethorik folgend Das Land heute noch Burma nennt ist mir ein Rätsel .Oder hat das Methode ?
hanshorst79 29.05.2013
3.
Der Islam Predigt überall dort Toleranz wo er in der Minderheit ist... Auf Indonesien ist es um gekehrt .... Selbst in der Türkei haben es andere Religionen sehr schwer...ich bin kein Rassist das sind traurige Fakten!! Der Islam sollte mal ein Parr dringende Reformen einleiten und etwas für sein Bild tun!! Anstatt Reformer zu jagen wie wir einst Ketzer im Mittelalter. Wenn schon Buddhistische Mönche -- die eigentlich für Friedfertigkeit und Toleranz stehen auf die Barrikaden gehen, sollte der Islam mal über sich selbst nachdenken!
advocatus diaboĺi 29.05.2013
4. Interessanter Bericht,
der den Islamphobisten gar nicht gefallen wird. Es ist einfacher dem politischen Mainstream folgend über terroristische Aktivitäten weniger fehlgeleiteter Islamisten zu berichten. Das gilt auch für Asien. So berichten etwa thailändische Zeitungen kaum über solche Übergriffe in Burma. Aber ganz groß wird fast jede Woche über Anschläge in Südthailand berichtet, wenn wieder ein Lehrer oder Regierungsbeamter getötet worden ist. Angeblich sind hier in den letzten zehn Jahren mehr als 200 Lehrer durch Anschläge getötet worden, kaum zu glauben, da man darüber sonst nichts lesen kann. Auch gibt es keine Reiswarnung für Südthailand.
pdbof 29.05.2013
5. Naja
Zitat von sysopIn Burma sind erneut Muslime angegriffen worden. Im Osten des Landes wurden eine Moschee und mehrere weitere Gebäude niedergebrannt. Über die Stadt Lashio wurde eine Ausgangssperre verhängt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/gewalt-gegen-muslime-in-burma-mob-brennt-moschee-nieder-a-902470.html
Religiöse Intoleranz gegenüber anderen ist immer schlimm und abzulehnen. aber ehrlich gesagt passiert sowas in islamisch dominierten Ländern andersherum ständig. In Pakistan werden auch gerne mal Handgranaten während des Gottesdienstes in die Kirche geworfen. Wer weis schon was die Burmesen so in Wallung gebracht hat?
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