Gewalt im Irak: Anschlagsserie im Berufsverkehr tötet Dutzende
Die irakische Hauptstadt Bagdad ist von mehreren Anschlägen erschüttert worden. Mitten im Berufsverkehr explodierten Autobomben, es kam zu Feuergefechten. Auch in Kirkuk schlugen Attentäter zu. Insgesamt starben mindestens 50 Menschen.
Bagdad - Eine neue Welle der Gewalt hat die irakische Hauptstadt Bagdad und zehn weitere Städte erschüttert. Bei mehreren Anschlägen mit Autobomben sowie Feuergefechten sind am Donnerstag mindestens 48 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Die Angreifer nahmen unter anderem Sicherheitskräfte, Regierungsgebäude, Restaurants und eine Schule ins Visier.
Ziel mehrerer Anschläge mit Autobomben seien in Bagdad vor allem Polizisten gewesen, berichtete der arabische Fernsehsender al-Arabija. Eine Bombe sei während des Berufsverkehrs im Stadtteil Karrada explodiert. In dem Bezirk würden vor allem Muslime schiitischer Glaubensrichtung leben. Auch in anderen Stadtteilen seien Bomben hochgegangen, insgesamt sind offenbar fünf Viertel betroffen. Die Anschläge seien von bewaffneten Gruppen und mit ferngezündeten Bomben verübt worden, verlautete es aus dem Innenministerium. Allein in Bagdad kamen mehr als 30 Menschen ums Leben.
Auch in der rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Provinzhauptstadt Kirkuk explodierten mehrere Autobomben. 27 Menschen, unter ihnen viele Polizisten, wurden verletzt. Auch dort starben vermutlich etliche Menschen.
Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten
Die tägliche Gewalt hat im Irak zugenommen, seit die US-Truppen ihren Abzug aus dem Irak im Dezember 2011 beendet haben. Dabei geht es vor allem um einen Machtkampf zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Minderheit. Zu Zeiten von Ex-Diktator Saddam Hussein besetzten die Sunniten alle wichtigen Ämter in der Regierung, der Armee und den Sicherheitskräften.
Erst am Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiakademie ebenfalls in Bagdad 20 Menschen getötet worden. Der Angriff markierte das Ende einer kurzen Periode der Ruhe, nachdem die Spannungen zwischen dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und sunnitischen Politikern nachgelassen hatten.
Der Streit hatte im Dezember und Januar zu einem Aufflammen der Gewalt geführt und Befürchtungen geweckt, das Land könne wieder in die schweren Gefechte zwischen den Religionsgruppen wie in den Jahren 2006 bis 2007 abrutschen.
ffr/dpa/AFP/Reuters
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- Donnerstag, 23.02.2012 – 08:22 Uhr
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Fläche: 434.128 km²
Bevölkerung: 31,672 Mio.
Hauptstadt: Bagdad
Staatsoberhaupt: Dschalal Talabani
Regierungschef: Nuri al-Maliki
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