Gewalt im Irak Reporterin von Radio Free Europe in Bagdad erschossen

Die Irak-Korrespondentin des von den USA finanzierten Radio Free Europe ist in Bagdad ermordet worden. In Ramadi sprengte ein Selbstmordattentäter an einem Kontrollpunkt einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft. Mindestens 15 Menschen starben.


Ramadi/Prag – Die Journalistin des arabischsprachigen Dienstes des Senders Radio Free Europe/Radio Liberty wurde in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit Schusswunden im Kopf und Körper aufgefunden, teilte der Radiosender heute an seinem Sitz in Prag mit. Die 50-jährige Irak-Korrespondentin Khamail Khalaf wurde seit Dienstag vermisst. Sie hatte seit 2004 für den Radiosender aus dem Irak berichtet. Ihre Leiche wurde gestern im Westen Bagdads entdeckt.

Radio Free Europe wurde 1949 gegründet und hat seitdem in 28 Sprachen in 20 Ländern gesendet. 1995 zog die Zentrale von München nach Prag um. Der Sender wird von den USA finanziert.

Bei einem Bombenanschlag in der irakischen Stadt Ramadi wurden heute mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 30 weitere Personen verletzt. In anderen Berichten war von mindestens 20 Toten die Rede. Bei dem Attentat explodierte nach offiziellen Angaben ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen nahe einer Polizeikontrolle. Unter den Toten seien mindestens zwei Polizisten, teilte die Polizei mit.

Bei dem Anschlag sei auch Chlorgas freigesetzt worden. Aufständische haben bei Bombenattentaten in diesem Jahr schon mehrmals Chlorgas eingesetzt. Dabei kamen hunderte Menschen ums Leben.

Ramadi ist die Hauptstadt der westlichen Unruheprovinz Anbar, die als Hochburg sunnitischer Aufständischer und von al-Qaida-Kämpfern gilt.

In der südirakischen Stadt Diwanija lieferten sich amerikanische Soldaten und radikale schiitische Milizen am Freitagmorgen Gefechte. Die US-Streitkräfte rückten mit Panzern und Infanterie in die Stadt 200 Kilometer südlich von Bagdad ein, berichtete die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Irak unter Berufung auf Augenzeugen. Das US-Militär setzte diesen Angaben zufolge auch Helikopter ein. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

phw/AP/reuters/dpa

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