Protest in der Türkei Erdogan ruft Sieg über Demonstranten aus

Der türkische Premier Erdogan lässt sich von seiner Partei für den brutalen Kurs gegenüber den Demonstranten feiern. Seine Regierung habe das "Komplott der Verräter" aufgedeckt: "Unsere Demokratie hat gesiegt."

Türkischer Premier Erdogan: "Erfolg mit dem türkischen Volk"
AFP

Türkischer Premier Erdogan: "Erfolg mit dem türkischen Volk"


Ankara - Immer wieder hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan das harte Vorgehen seiner Polizei gegen die Demonstranten im Land verteidigt. Nun feiert er nach der gewaltsamen Auflösung der regierungskritischen Proteste den "Sieg" über die Demonstranten. "Unsere Demokratie hat erneut auf dem Prüfstand gestanden und sie hat gesiegt", sagte Erdogan am Dienstag vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP in Ankara.

Die Regierung habe gemeinsam mit dem türkischen Volk das "Komplott" aufgedeckt, das von "Verrätern" zusammen mit "ausländischen Komplizen" geschmiedet worden sei, sagte Erdogan zum tosenden Applaus der AKP-Mitglieder.

Bei neuen Polizeieinsätzen wurden am Dienstag nach Angaben von Anwaltsverbänden und Medien mehr als 130 Menschen festgenommen. Die Anwaltsvereinigungen in Istanbul und Ankara gaben an, bei den großen Polizeieinsätzen vom Sonntag seien mehr als 500 Demonstranten festgenommen worden.

Neue Gewalt - und Kritik der Uno

Komplett beendet, so wie von Erdogan suggeriert, sind die Proteste ohnehin nicht. Wie Aktivisten über soziale Netzwerke mitteilten, gab es auf dem zentralen Taksim-Platz Festnahmen, als sich Dutzende Gegner der islamisch-konservativen Regierung Erdogans dem stillen Protest des einzelnen Demonstranten anschlossen. Außerdem habe die Polizei erneut Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt. Auch aus der Hauptstadt Ankara wurden wieder Zusammenstöße gemeldet.

Gleichzeitig hält sich die internationale Kritik an der harten Haltung der türkischen Regierung. Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, forderte die Türkei auf, exzessive Polizeigewalt gegen Demonstranten zu unterbinden. Die Regierung in Ankara sei verantwortlich dafür, dass Sicherheitsleute jederzeit die international anerkannten Menschenrechte respektierten.

Wer dagegen verstoße, müsse zur Verantwortung gezogen werden, forderte Pillay in Genf. "Ich fordere die Regierung auf, friedliche Protestaktionen zu erlauben und zu beschützen."

jok/AFP

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insgesamt 433 Beiträge
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Seite 1
APPEASEMENT 18.06.2013
1. Na ja...
Zitat von sysopAFPDer türkische Premier Erdogan lässt sich von seiner Partei für den brutalen Kurs gegenüber den Demonstranten feiern. Seine Regierung habe das "Komplott der Verräter" aufgedeckt: "Unsere Demokratie hat gesiegt." http://www.spiegel.de/politik/ausland/gewalt-in-der-tuerkei-erdogan-ruft-sieg-ueber-demonstranten-aus-a-906513.html
er hat sich und seine Kumpanen entlarvt. "Die Demokratie ist nur der Zug auf den wir aufspringen..." Ich hoffe die deutschen Türken stehen den Demonstranten weiter bei und nicht so wie die DITIP Vertreter, die eine pro Erdogan Demo abgehalten haben.
Shaft13 18.06.2013
2.
Mal sehen,wann sich Erdowahn zum Großkalifen von Istanbul ausrufen lässt. Was unterscheidet Erdowahn eigentlich aktuell noch von Assad von vor 3 Jahren?
Obi-Wan-Kenobi 18.06.2013
3.
Zitat von sysopAFPDer türkische Premier Erdogan lässt sich von seiner Partei für den brutalen Kurs gegenüber den Demonstranten feiern. Seine Regierung habe das "Komplott der Verräter" aufgedeckt: "Unsere Demokratie hat gesiegt." http://www.spiegel.de/politik/ausland/gewalt-in-der-tuerkei-erdogan-ruft-sieg-ueber-demonstranten-aus-a-906513.html
jetzt scheint er endgültig reif für die Klapse zu sein.
boingdil 18.06.2013
4.
Mal wieder hat er bewiesen dass Demokratie für ihn heißt dass alle tun dürfen was er will.
manolis_glezas 18.06.2013
5. Der ist doch nicht mehr ganz knusper ...
Aus welchem Jahrtausend stammt die Gedanken- und Erfahrungswelt Erdogans eigentlich. Auf diese Weise bestätigt er nur alte Vorurteile: Warum sollte die Türkei eigentlich in die EU? Die hat uns doch nur einen Genozid nach dem anderen gebracht. An den Armeniern, Griechen, Kurden und jetzt auch an den Türken selbst ...
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