Gewalt in Israel Fünf Palästinenser erschossen

Bei neuen gewaltsamen Auseinandersetzungen im Westjordanland sind in der Neujahrsnacht fünf Palästinenser getötet worden. Die radikale Palästinenserbewegung Fatah hat zu weiteren Protesten aufgerufen.


Ramallah - Nach palästinensischen Angaben waren unter den Getöteten zwei palästinensische Polizei-Offiziere und zwei Kinder. Der fünfte sei von einem israelischen Siedler im Dorf Hisme bei Jerusalem erschossen worden, hieß es. Dafür gab es keine israelische Bestätigung.

Fatah-Demonstration in Ramallah
DPA

Fatah-Demonstration in Ramallah

Israelische Soldaten hatten den Berichten zufolge als Reaktion auf palästinensischen Beschuss das Feuer auf Häuser in der Autonomiestadt Nablus eröffnet. Dabei wurde ein vierjähriges Kind getötet. In Hebron wurde bei einem ähnlichen Schusswechsel ein zehnjähriger Junge getötet und ein 14-jähriges Mädchen schwer verletzt.

In Tulkarem im Norden des Westjordanlands wurden am späten Sonntagabend zwei palästinensische Polizisten im Verlauf eines heftigen Feuergefechts mit israelischen Soldaten getötet. Nach palästinensischen Angaben waren sie unterwegs, um palästinensische Rebellen am Schießen zu hindern, als sie selbst von Kugeln getroffen wurden. Ihre von Geschossen durchlöcherten Leichen wurden erst am frühen Montagmorgen gefunden.

Zuvor waren zwei prominente Persönlichkeiten der verfeindeten Völker getötet worden. Der radikale Siedler-Politiker Binjamin Kahane starb beim Beschuss seines Minibusses. Erschossen wurde auch Thabet Thabet, ein führender Politiker der palästinensischen Befreiungsbewegung Fatah von Präsident Jassir Arafat.

Die Fatah-Bewegung hat für den heutigen Montag, den 36. Jahrestag der ihrer Gründung, eine weitere Eskalation der Proteste angekündigt. Es wurde zu Protestmärschen in allen Städten der Palästinensergebiete aufgerufen.



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