Gewalt in Syrien Assads Soldaten eröffnen Feuer nach Ramadan-Gebet

Syrische Sicherheitskräfte gehen offenbar wieder brutal gegen Regimegegner vor: Im Anschluss an die Gebete zum Ramadan-Ende haben sich Demonstranten zu Anti-Assad-Protesten versammelt - dabei wurden mehrere Menschen laut Augenzeugen erschossen, darunter ein 13-jähriger Junge.


Damaskus - In Syrien haben Regierungssoldaten am Dienstag mindestens vier Menschen erschossen - das berichten Augenzeugen und Menschenrechtsaktivisten. Demonstranten hätten demnach im Anschluss an die Gebete zum Ende des Ramadan den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad gefordert.

Bürger hatten sich in den Städten Al-Hara und Inchil im Süden des Landes zu einem Demonstrationszug formiert, als die Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den vier Toten sei auch ein 13-jähriger Junge, hieß es weiter.

Es ist der erste Tag der Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats. Demonstrationen habe es in mehreren Städten gegeben, erklärten die örtlichen Koordinierungskomitees der Proteste. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte lag zunächst nicht vor.

Nach Angaben der Oppositionellen kam es auch in der Hauptstadt Damaskus wieder zu Kämpfen zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften. Verletzt wurde dabei niemand. Nach Uno-Schätzungen sind seit März etwa 2200 Menschen bei den Protesten gegen die Regierung im Land ums Leben gekommen, davon mehr als 350 seit Anfang August.

Ölembargo beschlossen

Nach dem Vorbild der Aufständischen in Libyen hat die syrische Opposition einen Nationalen Übergangsrat gebildet, allerdings vorerst im Exil in der Türkei.

Seit Monaten demonstrieren in Syrien Tausende gegen das Regime von Präsident Assad. Fast täglich gibt es Berichte über neue gewaltsame Auseinandersetzungen. Bislang ignorierte Assad alle Rücktrittsforderungen und beharrt auf seiner Darstellung, dass die Gewalt in seinem Land von bewaffneten Banden und Gangstern ausgehe.

Angesichts der Repressionen gegen Oppositionelle einigten sich die EU-Länder am Montag auf ein Ölembargo gegen Syrien. Eine juristische Expertengruppe bestätigte einen entsprechenden politischen Beschluss. Die EU-Länder haben bereits eine Reihe von Strafmaßnahmen verhängt, darunter Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen Vertreter der Regierung.

Mit dem geplanten Einfuhrstopp für syrisches Öl zielen die EU-Staaten nun darauf, das Land wirtschaftlich zu treffen. Einem EU-Diplomaten zufolge gehen rund 90 Prozent der syrischen Ölexporte nach Europa. Die Erlöse machten bis zu 30 Prozent der syrischen Staatseinnahmen aus.

amz/AFP/dapd/dpa

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qualidax 30.08.2011
1. Gähn ... immer die gleiche Leier ...
Wenn "Sicherheiskräfte in die Menge schiessen", dann fallen mehr als vier Leute um! Also hat wahrscheinlich wieder eine der bewaffneten Banden zugeschlagen und die Opfer sind wohl kalkuliertes Medienfutter oder Kollateralschäden. Man versucht ohne Unterlass medial die Kriegstrommeln zu rühren und das doofe Volk in die richtige Stimung zu versetzen. Wurden für Libyen die Franzosen und Briten vorgeschickt, sich die Finger dreckig zu machen, sind diesmal wohl die Türken an der Reihe ... "dürfen auch mal" ...
E_SE 30.08.2011
2. Syriens Chance
Zitat von sysopSyrische Sicherheitskräfte gehen offenbar wieder brutal gegen Regimegegner vor: Im Anschluss an die Gebete zum Ramadan-Ende*haben sich Demonstranten zu Anti-Assad-Protesten versammelt*-*dabei wurden mehrere Menschen laut Augenzeugen erschossen, darunter ein 13-jähriger Junge. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,783278,00.html
Sollte es der Türkei und den USA gelingen den Druck auf Syriens Diktator zu erhöhen um dem Land eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen wären diese Opfer nicht umsonst gestorben.
Doctor Feelgood 30.08.2011
3. Aha - es geht wieder los!
Die Kriegstrommeln dröhnen wieder: wie einst im Mai - ähem, will sagen im Irak, im Kosovo, in Libyen und und und...immer die gleiche Leier! Es soll befreit werden, egal, ob die Betroffenen dies wollen oder nicht. Demokratie und Freier Markt über alles - hoch lebe die Diktatur der Guten, auch wenn wir dabei über Leichen gehen müssen. Selbstbestimmungsrecht der Völker? Pustekuchen - das gilt selbstverständlich nur dann, wenn diese sich brav für die richtige Gesellschaftsform entscheiden. Andernfalls muß man leider mit ein paar gut gemeinten, in Humanität verpackten Bomben und Granaten nachhelfen und ein Marionettensystem etablieren, welches die Bürger liebevoll, aber demokratisch unterdrückt. Unsere rot-gelb-schwarz-grüne Einheitspartei wird sicher bald in die Kriegshymne einstimmen.
deus-Lo-vult 30.08.2011
4. ...
Zitat von qualidaxWenn "Sicherheiskräfte in die Menge schiessen", dann fallen mehr als vier Leute um! Also hat wahrscheinlich wieder eine der bewaffneten Banden zugeschlagen und die Opfer sind wohl kalkuliertes Medienfutter oder Kollateralschäden. Man versucht ohne Unterlass medial die Kriegstrommeln zu rühren und das doofe Volk in die richtige Stimung zu versetzen. Wurden für Libyen die Franzosen und Briten vorgeschickt, sich die Finger dreckig zu machen, sind diesmal wohl die Türken an der Reihe ... "dürfen auch mal" ...
Ekelhaft, wie man so menschenverachtend über die Opfer eines Gewaltregimes reden kann.
hansklauspeter 30.08.2011
5. ...
Zitat von Doctor FeelgoodDie Kriegstrommeln dröhnen wieder: wie einst im Mai - ähem, will sagen im Irak, im Kosovo, in Libyen und und und...immer die gleiche Leier! Es soll befreit werden, egal, ob die Betroffenen dies wollen oder nicht. Demokratie und Freier Markt über alles - hoch lebe die Diktatur der Guten, auch wenn wir dabei über Leichen gehen müssen. Selbstbestimmungsrecht der Völker? Pustekuchen - das gilt selbstverständlich nur dann, wenn diese sich brav für die richtige Gesellschaftsform entscheiden. Andernfalls muß man leider mit ein paar gut gemeinten, in Humanität verpackten Bomben und Granaten nachhelfen und ein Marionettensystem etablieren, welches die Bürger liebevoll, aber demokratisch unterdrückt. Unsere rot-gelb-schwarz-grüne Einheitspartei wird sicher bald in die Kriegshymne einstimmen.
Wahrscheinlich 1953 in Leipzig haben die Sovjets auch nur ein paar Ostdeutsche Terroristen über den Haufen geschossen. Und als der Prager Frühling durch einen Einmarsch des Warschauer Paktes je beendet war, wurde ja auch nur die Sicherheit in der Tschecheslovakei wiederhergestellt... Damals hat man sich über ca. 50, bzw. 100 Opfer empört... heute macht sich bei 2000 jeder sorgen, dass der arme Diktator ja seine Macht verlieren könnte.
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