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Gewalt in Syrien: USA ziehen Botschafter aus Damaskus ab

Der US-Botschafter in Damaskus hat das Land verlassen - aus Sicherheitsgründen. Der Diplomat war wiederholt von Kräften des Assad-Regimes attackiert worden. Jetzt ging er in einen "Urlaub ohne festgesetzes Ende".

Damaskus - Der US-Botschafter in Damaskus, Robert Ford, hat Syrien wegen der wiederholten Attacken durch Anhänger des Regimes verlassen und ist in seine Heimat zurückgekehrt. Das sagte ein Mitarbeiter der Botschaft. Seinen Angaben zufolge flog Ford nach Washington, um einen "Urlaub ohne festgelegtes Ende" anzutreten. Dies habe die US-Regierung aus Sicherheitsgründen entschieden. Der Botschafter protestiere mit dem Schritt auch dagegen, dass seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt worden sei.

Anhänger des Regimes von Präsident Baschar al-Assad hatte in den vergangenen Monaten mehrfach sowohl die US-Botschaft in Damaskus als auch den Konvoi des Botschafters attackiert. Zuletzt hatten sie Ford am vergangenen Freitag mit Tomaten und Eiern beworfen, als er sich einer Moschee in einem Stadtteil von Damaskus näherte, in dem es zuvor Protestdemonstrationen gegen Assad gegeben hatte.

Der einflussreiche syrische Geschäftsmann Rami Machluf dementierte unterdessen Berichte der Regimegegner, wonach es einen Attentatsversuch auf ihn gegeben haben soll. Dies seien üble Propagandalügen, ließ Machluf, ein Cousin des Präsidenten, über sein Büro mitteilen. Machluf gehört zu den reichsten Männern Syriens. Bereits im Mai hatte die Europäische Union Sanktionen gegen ihn verhängt. Am Wochenende war berichtet worden, Machluf habe einen Attentatsversuch unverletzt überstanden. Zwei seiner Begleiter seien getötet worden. Aufgrund der Medienblockade der Regierung lassen sich Berichte aus Syrien oft nicht überprüfen.

Ende vergangener Woche waren in Syrien inspiriert vom Regimesturz in Libyen erneut Tausende Menschen gegen Präsident Assad auf die Straße gegangen. Nach dem Tod des libyschen Ex-Herrschers Muammar al-Gaddafi, sei nun Assad an der Reihe. " Gaddafi ist weg, jetzt kommst du dran, Baschar", skandierten Demonstranten in der Stadt Hama, einer der Hochburgen des Widerstands in Syrien. Auch in anderen Städten war es zu großen Protesten gekommen. Dabei töteten Sicherheitskräfte nach Angaben von Oppositionellen mindestens 24 Menschen. Menschenrechtsaktivisten berichteten, dass Regierungstruppen in mehreren Orten auf Demonstranten geschossen hätten.

Insgesamt sollen mehr als 3000 Menschen getötet worden sein, seitdem sich in Syrien im vergangenen März eine Protestbewegung gegen das Regime formiert hatte.

anr/heb/dpa/Reuters/AFP

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1. Guten Urlaub
antipoden 24.10.2011
Der US Botschafter hat einen langen Urlaub verdient. Wir wuenschen ihm einen lebenslangen Urlaub. Als Buerger des Landes werden wir ihn sicherlich nicht vermissen. Wenn er seinen Job in Syrien sittenmaessig gemacht haette, waeren wir traurig, wenn er uns verlaesst.
2. Keine Verdrehungen bitte
dilinger 24.10.2011
Zitat von antipodenDer US Botschafter hat einen langen Urlaub verdient. Wir wuenschen ihm einen lebenslangen Urlaub. Als Buerger des Landes werden wir ihn sicherlich nicht vermissen. Wenn er seinen Job in Syrien sittenmaessig gemacht haette, waeren wir traurig, wenn er uns verlaesst.
Da verwechseln Sie aber Ursache und Wirkung. Das syrische Regime ist es das sittenwidrig, oder richtigerweise, verbrecherisch handelt.
3. ach ja?
galahad610 24.10.2011
Zitat von antipodenDer US Botschafter hat einen langen Urlaub verdient. Wir wuenschen ihm einen lebenslangen Urlaub. Als Buerger des Landes werden wir ihn sicherlich nicht vermissen. Wenn er seinen Job in Syrien sittenmaessig gemacht haette, waeren wir traurig, wenn er uns verlaesst.
inwieweit hat er denn seinen job NICHT "sittenmäßig" gemacht? bitte quellen und beweise.....
4. "anhänger des regimes"
atock 24.10.2011
das ist wohl ein westpropaganda neusprech,für den grossteil der bevölkerung...
5. Nur mal zur Verdeutlichung ...
qualidax 24.10.2011
... nehmen wir mal an, der Nord-Koreanische Botschafter würde sich hierzulande mit den schwarzen Autonomen treffen, ihnen Grüße bestellen, Geld geben, Propagandamaterial austeilen und ihnen versichern, stets hilfreich zu sein, wenn nötig. Oder der kolumbianische Botschafter träfe sich regelmäßig mit den Leuten von der NPD. Dann würde man hierzulande wohl auch Gift und Galle spucken. Aber in Syrien ist das natürlich gaaaanz was Anderes ...
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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