Gewaltexzess: EU kritisiert Türkei nach brutaler Zerschlagung von Frauendemo
Die Fernsehbilder zeigten türkische Polizisten, die mit Stiefeln auf Demonstrantinnen eintraten und sie mit Knüppeln malträtierten. Luxemburgs Außenminister Asselborn zeigte sich im Namen der EU-Ratspräsidentschaft schockiert. Die türkische Regierung nannte den Vorfall "bedauerlich".
Mit Schlagstöcken gegen Demonstrantinnen: "Schockierende Bilder"
Ankara - Die Vorfälle würden untersucht, sagte der türkische Außenminister Abdullah Gül nach einem Ministertreffen zwischen der EU und der Türkei in Ankara. Die Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft hatte zuvor "schockiert" auf die Fernsehbilder reagiert, die zeigten, "wie die Polizei Frauen und junge Leute bei der Demonstration niederknüppelt". Eine Frau wurde von einem Polizisten am Boden festgehalten und von einem anderen ins Gesicht getreten.
Bei ihrem Einsatz mit Pfeffergas und Schlagstöcken hatte die türkische Polizei gestern rund 500 Teilnehmer einer Demonstration zum Internationalen Frauentag gewaltsam auseinandergetrieben und 63 Demonstranten, darunter 29 Frauen, in Gewahrsam genommen. Dazu sagte Außenminister Gül, er könne die Vorfälle nur "bedauern".
Tränengas bei Demo zum Frauentag
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn verurteilte vor der Presse in Ankara die Polizeigewalt und begrüßte zugleich die "spontane" Zusicherung Güls, die Vorfälle nicht unter den Teppich kehren zu wollen. Die EU verurteile jede Gewalt, weil Demonstrationen friedlich sein müssen. Außerdem passten die Vorfälle nicht in das Bild der Türkei von einem offenen und toleranten Land.
Gewaltexzess bei Demo in Istanbul:"Untersuchung angeordet"
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