Gezi-Jahrestag Erdogan verurteilt Aufruf zu Protesten

Am Jahrestag der Gezi-Demonstrationen soll ein Großaufgebot der türkischen Polizei in Istanbul neue Unruhen verhindern. Premier Erdogan verurteilte die Aufrufe zu Protesten - die Jugend werde sie ignorieren.

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Istanbul - Ein Jahr nach den Unruhen im Istanbuler Gezi-Park haben Gegner der türkischen Regierung zu Protesten auf dem angrenzenden Taksim-Platz aufgerufen. Aber auch in anderen Städten werden Zusammenstöße befürchtet.

Bis zu 25.000 Polizisten und 50 Wasserwerfer sollen nach Medienangaben in Istanbul verhindern, dass Demonstranten auf den symbolträchtigen Platz im Herzen der Metropole vordringen. In Istanbul und in anderen Städten werden Zusammenstöße befürchtet.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Aufruf zu Demonstrationen anlässlich des Jahrestags des Beginns der landesweiten Proteste. Erdogan sagte nach Angaben der Zeitung "Hürriyet", die türkische Jugend werde solche Aufrufe zur Rebellion ignorieren.

Die Demonstrationen im Gezi-Park waren am 31. Mai vergangenen Jahres in landesweite Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung umgeschlagen. Sie kosteten mindestens sieben Menschen das Leben. Die Massendemonstrationen ebbten im Spätsommer ab. Immer wieder flammen aber seitdem Proteste auf, die die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas zerschlägt.

als/dpa



insgesamt 47 Beiträge
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nickleby 31.05.2014
1. Der Diktator dreht durch
Erdogan sieht die Türkei als seinen Sandkasten an. Wer ihm ein Förmchen wegnimmt, ist doof und mit dem spielt Recep nicht mehr. Der kranke 'Mann vom Bosporus' hat sich zu einer extremen Belastung im deutsch-türkischen Verhältnis entwickelt. Dass dadurch auch das innerdeutsche Zusammenleben mit den hier wohnenden Türken eine logische Folge ist, ist bedauerlich. Man muss wohl damit leben, und die nicht assimilierten Türken sollten überlegen, wo ihr Land ist : hier oder dort.
hubertrudnick1 31.05.2014
2. Angst
Zitat von sysopGetty ImagesAm Jahrestag der Gezi-Demonstrationen soll ein Großaufgebot der türkischen Polizei in Istanbul neue Unruhen verhindern. Premier Erdogan verurteilte die Aufrufe zu Protesten - die Jugend werde sie ignorieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/gezi-erdogan-verurteilt-aufruf-zu-protesten-a-972615.html
Dass der Herr Erdogan und andere türkische Politiker nun Angst vor einem erneuten Auflammen der Proteste haben, das ist doch was andere Politiker in anderen Ländern auch hätten, auch sie würden jegliche Demo versuchen im Keim zu ersticken, also keine besondere Nachricht.
Heumar 31.05.2014
3. Wer steckt dahinter?
Wie üblich wird diese Frage nicht beantwortet. In diesen Ländern greift die Opposition, die vom Wähler ein Abfuhr erteilt bekommen hat, oft zu den Mittel der öffentlichen Aufruhr, um sich an die Macht zu putschen. Es ist offensichtlich, dass Erdogan -der frühere Liebling der Deutschen Medien - heute von den Systemmedien gebashed wird. Was tatsächlich läuft, erfährt man hier nicht. Ähnlich wie bei der Propaganda aus der Ukraine. Dass Erdogan ein islamischer Fundamentalist ist, der die laizistische Türkei abschaffen will und von einem Neu-Osmanischen Reich träumt -einem neuen Ostrom- in das er Deutschland eingemeinden will, war mir schon vor 10 Jahren bekannt. Kam aber damals in der Islam-Jubelpresse hier nicht vor. "Der Islam ist ein Teil Deutschlands". Die meisten Deutschen (und viel Türken) haben damals den Kopf geschüttelt, der Spiegel eine Pro-Propaganda-Kampagne gestartet.
langenscheidt 31.05.2014
4. Jedes Volk wählt sich seine Repräsentanten
Erdogan ist hoffnungslos mit der Situation und seinem Gesamtvolk überfordert. Seine Hysterie und seine mitunter katastrophalen Statements (Soma-Katastrophe) zeigen einen Mann, der seinen Job nicht gewachsen ist. Wenn "die Jugend einen Aufruf ignorieren wird", was soll dann sein Gezeter? Seine Anhänger müssen infantil sein, wenn sie sich solchen Mann an der Spitze wünschen.
anamarie 31.05.2014
5. es ist doch eine nachricht
wenn das land im chaos versinkt. und es kann passieren, weil das land sich immer mehr polarisiert: proeuropäisch und islamisch. es ist auch logisch, da türkei in dieser geolage ist. ich wünsche dem türkischen volk dass probleme ohne blutvergießen gelöst werden. nur so können auch türken in deutschland zu ruhe kommen.
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