Ghanas Zukunft Die Macht des schwarzen Goldes

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Aus Accra berichtet

2. Teil: Neue Hoffnung - und die Angst vor einem zweiten Nigeria


Seit 2007 haben die Ghanaer aber eine neue Perspektive. Vor der Küste wurden Ölfelder entdeckt. Der damalige Präsident Kufour überschlug sich beinahe vor Euphorie. "Auch ohne Öl läuft es bei uns schon ganz gut", sagte er. "Aber jetzt, mit dem Öl als Aufbaukur, werden wir abheben." Noch vor Ablauf dieses Jahres soll die Förderung beginnen, bis zu 120.000 Barrel jeden Tag. Insgesamt sollen bis zu drei Milliarden Barrel Öl in den Feldern vor der Küste liegen. Die Zukunft des Landes wird also vom Öl abhängen - oder vielmehr von dem, der davon profitiert. Und dann wird sich zeigen, was das viel gepriesene Erfolgsmodell Ghana wirklich taugt. Wie sehr sich das Land von anderen auf dem Kontinent unterscheidet.

Das Land erwartet den Beginn der Ölförderung als Segen - und fürchtet den Fluch des schwarzen Goldes zugleich. Die Hoffnung auf ein besseres Leben mischt sich mit der Angst vor Preisanstieg, Korruption und Profitgier. "Wir wollen kein Nigeria in Ghana, wir wollen kein Angola", das hört man immer wieder. Nigeria und Angola, das sind die Negativbeispiele. Vom Reichtum, den das Öl bringt, profitiert dort nur eine kleine Elite. Die Masse der Bevölkerung bleibt arm. So wie dort soll es in Ghana nicht laufen.

Doch wie lässt sich das verhindern? Die Regierung in Accra will in einem Gesetz festzurren, wohin die Gelder aus der Ölförderung fließen. Überall im Land gibt es Diskussionsrunden, in denen jeder Bürger seine Vorstellungen äußern soll. Das soll, verspricht die Regierung, in der Gesetzgebung Berücksichtigung finden.

"Das Öl muss ein Segen für uns werden"

"Die Entdeckung des Öls bedeutet für uns eine heilige Verantwortung", sagt dazu Präsident Atta Mills. "Wir müssen sicherstellen, dass Öl und Gas ein Segen für uns werden." Das neue Gesetz soll garantieren, dass einheimische Unternehmen ausreichend beteiligt werden. Doch den Großteil der Lizenzrechte haben sich bisher ausländische Firmen gesichert. Betreiber der Erschließung ist Kosmos Energy Ghana, Ableger eines texanischen Spezialisten für die Erkundung von Ölvorkommen. Daneben sind vor allem der britische Ölkonzern Tullow Oil und die US-Konkurrenz Anadarko Petroleum mit an Bord. Die Ghana National Petroleum Corporation ist laut Kosmos lediglich mit einem Zehn-Prozent-Anteil beteiligt.

Bei einer Besichtigung der Bohrinsel über dem Jubilee-Ölfeld, in dem Tullow Oil rund 800 Millionen Barrel vermutet, glaubt Vize-Präsident John Mahama, eine positive Entdeckung gemacht zu haben. Eine "ansehnliche Anzahl der Arbeiter" dort, zitiert ihn die staatseigene Zeitung "Ghanaian Times", seien Einheimische. Soll heißen: Seht her, es profitieren schon Leute aus dem eigenen Land.

Doch Börsenmann Afedzie ist pessimistisch. "Alle reden nur darüber, was das Öl an Gutem im Land bewirken soll. Aber das ist eine gigantische Illusion. Das Geld verdienen die, die es auch reinstecken", sagt Afedzie. "Und das sind ausländische Investoren."



insgesamt 7 Beiträge
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blob123y 19.04.2010
1. Es soll bloss niemand glauben dass die Story mit
der toten Frau in aehnlcher Weise in Europa nicht vorkommt. Mir ist mal etwas ganz aehnliches passiert und zwar in Genf, den Hautpsitz des Roten Kreuzes !! Auf der Fahrt nach Genf hatte mich eine Biene in den Half gestochen, am Abend wurde der Hals immer dicker und das Atmen immer schwerer, ich nahm ein Taxi zum Hospital Cantonale, das groesste in Kanton. Dort fing man an mir zu helfen da die glaubten ich waehre ein Deutschschweizer, als die jedoch mirbekahmen dass ich aus OE war sagten die sie haben keinen Doktor hier und ich soll abhauen. Dann brachte mich der Taximann zu einer Permanance, dort wollen die zuerst 150,- Franzen sehen, ich hatte nur 80,- dabei und die Luft wurde wirklich knapp. Schliesslich brachte mich der Taxifahrer hinueber nach Frankreich in ein Krankenhaus wo mir sofort und ohne nach Geld zu fragen geholfen wurde, ich zahlte dann etwa 70 Franken. Also auch wir haben Afrika in Europa, da heisst es Schweiz !
Transmitter, 19.04.2010
2. Vorbildliche althruistische Versorgung
Zitat von blob123yder toten Frau in aehnlcher Weise in Europa nicht vorkommt. Mir ist mal etwas ganz aehnliches passiert und zwar in Genf, den Hautpsitz des Roten Kreuzes !! Auf der Fahrt nach Genf hatte mich eine Biene in den Half gestochen, am Abend wurde der Hals immer dicker und das Atmen immer schwerer, ich nahm ein Taxi zum Hospital Cantonale, das groesste in Kanton. Dort fing man an mir zu helfen da die glaubten ich waehre ein Deutschschweizer, als die jedoch mirbekahmen dass ich aus OE war sagten die sie haben keinen Doktor hier und ich soll abhauen. Dann brachte mich der Taximann zu einer Permanance, dort wollen die zuerst 150,- Franzen sehen, ich hatte nur 80,- dabei und die Luft wurde wirklich knapp. Schliesslich brachte mich der Taxifahrer hinueber nach Frankreich in ein Krankenhaus wo mir sofort und ohne nach Geld zu fragen geholfen wurde, ich zahlte dann etwa 70 Franken. Also auch wir haben Afrika in Europa, da heisst es Schweiz !
Ein anmassende, beleidigende Unterstellung. In der Schweiz wird jeder Notfall in jedem beliebigen Kantonspital nachweislich sofort behandelt. Ohne Rücksicht auf eine bestehende oder nicht bestehende Krankenversicherung bzw. die Kosten. Falls Ihre Story stimmt, könnte dem Dienst tuenden Arzt höchstens eine Fehldiagnose unterlaufen sein; das heißt, er hat Ihre Halsschwellung als nicht stationär behandlungsbedürftig betrachtet. Und das kann überall passieren.
Websingularität 19.04.2010
3. Jo
Zitat von sysopGhana gilt als Vorbild in Afrika, trotz der bitteren Armut: Es gibt demokratische Wahlen und wirtschaftlichen Fortschritt. Nun wird bald erstmals Öl gefördert, und alle hoffen auf Wohlstand. Doch Kritiker fürchten, der Vorzeigestaat könne den Kampf um die Profite schon verloren haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687743,00.html
Wer die Geschichte etwas kennt, muss zugeben, Ghana bzw. Gana war eines der afrikanischen Großreiche. Als das Reich zerbrochen ist und die Menschen rückfällig wurden, hatten die europäischen Kolonialherren diese so vorgefunden. Rückständig! Ghana hat wieder die Chance uns alle zu überraschen, und das zu werden was es einmal war.
MHO 19.04.2010
4. Health Insurance
Die Geschichte mit der toten Frau sollte so wie sie im Artikel beschrieben wurde eigentlich auch in Ghana nicht möglich sein. Ich weiß das, weil ich 2007 für 2 1/2 Monate selbst in der Abrechnung eines ghanaischen Krankenhauses gearbeitet habe. Für das Geld, das im Artikel genannt wurde, kann man in ländlichen Gegenden bereits die Jahresgebühr für die staatliche Krankenversicherung bezahlen, wenn ich mich nicht täusche sogar für eine ganze Familie. Nun reden wir hier nicht von Krankenversicherung im europäischen Sinn, aber Grundbedrüfnisse, wie beispielsweise eben eine Entbindung, sind davon ganz klar erfasst. Es ist auch unwahrscheinlich, dass es sich auf dem Land um eine private Klinik handelte, daher müsste man eigentlich von einem Fehler eines der Beteiligten ausgehen, wenn die Geschichte nicht schon älter ist (vor 2003, Einführung des health insurance schemes). Im allgemeinen ist die medizinische Versorgung in Ghana einer der Gründe, warum es sich weit entwickelter anfühlt als es insgesamt ist.
blob123y 19.04.2010
5. Sie versuchen Falschinfo zu verbreiten
Zitat von TransmitterEin anmassende, beleidigende Unterstellung. In der Schweiz wird jeder Notfall in jedem beliebigen Kantonspital nachweislich sofort behandelt. Ohne Rücksicht auf eine bestehende oder nicht bestehende Krankenversicherung bzw. die Kosten. Falls Ihre Story stimmt, könnte dem Dienst tuenden Arzt höchstens eine Fehldiagnose unterlaufen sein; das heißt, er hat Ihre Halsschwellung als nicht stationär behandlungsbedürftig betrachtet. Und das kann überall passieren.
waren sie der Hilefesuchende oder ich ? Glauben Sie ich bin der Maerchenonkel ? Die Schweiz ist bekannt fuer negatives Verhalten Auslaendern gegenueber. Ich hatte einen guten Bekannten, ein deutscher Arzt der im Kanton Zuerich in einen KH arbeitet, der hat mir auch so ein paar Horrorstories erzaehlt was die mit den Auslaendern da so treiben, auch der hat an der Quelle des Uebels zuschauen muessen !!
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