USA: Schauspielerin wegen Giftbrief an Obama angeklagt

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Ein Giftbrief ging auch an ihn: US-Präsident Obama

Sie hatte erst ihren Mann denunziert, dann geriet sie selbst unter Verdacht: Eine US-Schauspielerin ist jetzt angeklagt worden, mit Rizin verseuchte Drohbriefe an US-Politiker verschickt zu haben. Einer war an das Weiße Haus adressiert.

Washington - Sie soll einen mit Rizin verseuchten Brief an US-Präsident Barack Obama verschickt haben - jetzt ist eine US-Schauspielerin dafür angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Shannon Richardson vor, drei mit der tödlichen Substanz präparierte Drohbriefe abgeschickt zu haben, teilte das US-Justizministerium mit.

Laut Anklage soll sie neben dem Brief an Obama noch zwei weitere an New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und Mark Glaze, den Leiter der Organisation "Bürgermeister gegen illegale Waffen", geschickt haben. Das in den Briefen nachgewiesene Gift lähmt die Atemwege und kann bei Verschlucken bereits in kleinsten Dosen tödlich wirken.

Die Sendungen enthielten laut Medienberichten zudem Drohungen gegen Obama und Bloomberg, die auf die aktuelle politische Debatte über Waffenverbote bezogen gewesen seien. Beide Politiker machen sich für ein strengeres Waffenrecht stark. In dem mit Schreibmaschine getippten Brief voller Rechtschreibfehler an Bloomberg hieß es unter anderem: "Ihr werdet mich und meine Familie töten müssen, bevor ihr meine Waffen bekommt."

Guess, die kleinere Rollen in US-Serien wie "The Walking Dead" und "Vampire Diaries" gespielt hat, drohen dafür bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft. Die Texanerin wurde bereits am 7. Juni verhaftet - etwa zwei Wochen, nachdem die Briefe aufgetaucht waren. Richardsons Pflichtverteidigerin Tondy Curry sagte in einer ersten Anhörung, ihre Mandantin habe niemanden verletzen wollen. Es sei bekannt, dass die Briefe geöffnet werden, bevor sie in die Hände der Politiker gelangten.

Damals hieß es in Medienberichten, die Frau habe die US-Bundespolizei FBI informiert, dass ihr Ehemann die Briefe geschickt habe. Laut "Huffington Post" sei sie aber durch einen Lügendetektor-Test gefallen und ihre Geschichte sei nicht schlüssig gewesen. Deshalb geriet sie selbst unter Verdacht.

vks/dpa

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