Giftgas-Untersuchung in Syrien: Uno-Inspektoren sammeln "wertvolle Daten"

Screenshot vom Besuch der Uno-Kontrolleure: Zeugen befragt, Proben genommen Zur Großansicht
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Screenshot vom Besuch der Uno-Kontrolleure: Zeugen befragt, Proben genommen

Erst wurden sie beschossen, dann konnten sie doch noch arbeiten: Die Kontrolleure der Uno haben Überlebende des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Syrien befragt - sie konnten auch Proben entnehmen.

Damaskus/New York - Die Experten der Uno haben in zwei Krankenhäusern mit Zeugen des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Syrien gesprochen. Sie hätten Überlebende und Ärzte befragt und auch einige Proben genommen, teilte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon aus Seoul mit. Es brauche nun etwas Zeit für eine erste Auswertung, sagte er. Um welche Art von Proben es sich konkret handelt, sagte Ban nicht.

Ein Uno-Sprecher sagte, die Chemiewaffenexperten hätten bereits am ersten Tag ihres Einsatzes "wertvolle Daten" gesammelt. "Sie sind zufrieden und werden ihre Nachforschungen morgen fortsetzen", sagte Farhan Haq in New York.

Generalsekretär Ban schickte eine scharfe Protestnote sowohl an die Regierung in Damaskus als auch an die Aufständischen, weil am Morgen der Konvoi der Uno-Experten beschossen worden war. Die Attacke sei von einem "nicht identifizierten Schützen" gekommen, sagte er in einer vom Uno-Kanal verbreiteten Videobotschaft.

Der Protest sei von der Hochkommissarin für Abrüstung, Angela Kane, überbracht worden, die sich derzeit in Damaskus aufhält. Derartige Angriffe dürften sich nicht wiederholen, die Sicherheit der Experten müsse "ab morgen sichergestellt sein", sagte Ban.

Die Fahrzeugkolonne geriet nach Uno-Angaben genau in dem Moment unter Beschuss, als der Konvoi von der Zone, die die Regierung kontrolliert, in das Gebiet der Rebellen fahren wollte. Sie sei von Heckenschützen mehrfach absichtlich beschossen worden. Ein Auto war daraufhin nicht mehr einsetzbar.

Die Chemiewaffen-Experten waren am Morgen in das Gebiet östlich von Damaskus aufgebrochen. Dort und in Muadamija wurden nach Angaben von Aufständischen vergangenen Mittwoch mehr als 1300 Menschen bei Giftgasangriffen durch die Regierungstruppen getötet. Die syrische Regierung hatte den Inspektoren am Sonntag auf internationalen Druck hin erlaubt, die Orte der mutmaßlichen Angriffe zu besuchen.

Die Aufständischen machten Milizen von Machthaber Baschar al-Assad für die Attacken auf den Uno-Konvoi verantwortlich. "Die Nationale Koalition der syrischen Opposition und die Freie Syrische Armee verurteilen die Aktionen der Milizen des Assad-Regimes am Ortseingang von Muadamija", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Damaskus wirft den Rebellen vor, auf den Konvoi geschossen zu haben.

In Damaskus schlugen einem Medienbericht zufolge vier Mörsergranaten in der Altstadt ein. Mehrere Menschen seien verletzt worden, meldete der staatliche arabische Nachrichtensender al-Ichbarija. Auch eine Kirche sei beschädigt worden. Die Altstadt von Damaskus, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, blieb bislang von Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen weitgehend verschont.

fab/AFP/dpa

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1.
bärchen07 26.08.2013
Welch Geheimnis hier gemacht wird. Es wurden Blut und Urinproben genommen. Ausserdem Stoff und Gewebeproben. Vielleicht auch Erdproben. Das ist das übliche Vorgehen beim nachweis von Chem. Kampfstoffen. Was soll die Geimniskrämerei?
2.
pigtime 26.08.2013
Zitat von bärchen07Welch Geheimnis hier gemacht wird. Es wurden Blut und Urinproben genommen. Ausserdem Stoff und Gewebeproben. Vielleicht auch Erdproben. Das ist das übliche Vorgehen beim nachweis von Chem. Kampfstoffen. Was soll die Geimniskrämerei?
...hört sich doch viel nebulöser und spannender an, wenn man von "Wichtigen Daten" spricht... ..aus normaler kriminalistischer Arbeit macht man halt den heiligen GRal oder den Stein der Weisen....
3. Alles Show
flying_rafe 26.08.2013
Wenn die UNO wirklich erlich arbeitet, dann wird sie keine Chemiewaffen einsatzt seitens der Assad-Regiereung finden. Wenn Obama dennoch seine Raketen abfeuert dann soll er genauso schnell sein Friedennobelpreis wegwerfen denn mit einem Militärischen Einsatzt hat er es so ziemlich verschissen! NIEMAND hat Recht ein fremdes Land mit Demokratie zu bomben! Es ist deren Land und deren Probleme, also lasst sie allein damit klarkommen bis sie selbst eine Lösung ausgearbeitet haben!
4. Die Experten werden schon finden was gewünscht wird...
wintipc 26.08.2013
David Christopher Kelly lässt grüssen. Aber dank PRISM sind solche Methoden vermutlich heutzutage gar nicht mehr nötig. MfG
5. Die werden doch gemerkt haben
1969heiner 26.08.2013
aus welcher Richtung die Schüsse kamen? Und welches Ergebnis soll eine Befragung Überlebender in von Rebellen besetztem Gebiet wohl bringen?
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