Gipfel in Kopenhagen Merkel lehnt weitere Vorleistungen beim Klimaschutz ab

Klimaschutz nur ohne Abwanderung von Arbeitsplätzen - mit diesem Argument lehnt die Bundeskanzlerin weitere deutsche und europäische Zugeständnisse ab. Einen Gipfel-Erfolg in Kopenhagen hält sie jedoch für möglich. Greenpeace-Chef Naidoo kritisiert Merkels Verhalten als enttäuschend.

Angela Merkel: "Ich bin vorsichtig optimistisch, ein globales Klimaabkommen zu schaffen"
AFP

Angela Merkel: "Ich bin vorsichtig optimistisch, ein globales Klimaabkommen zu schaffen"


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hält nichts von weiteren deutschen und europäischen Vorleistungen zur Erreichung eines weltweiten Klimaschutzabkommens nächste Woche in Kopenhagen. "Wir werden nicht zulassen, dass Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten weit voran gehen beim Klimaschutz, andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument, weniger Kosten für den Klimaschutz. Das ist mit mir nicht zu machen und deshalb brauchen wir ein globales Abkommen," sagte Merkel der "Bild am Sonntag".

Das Klimaschutzabkommen, auf das sich nächste Woche 192 Staaten in Kopenhagen verständigen wollen, muss nach den Worten Merkels die Erderwärmung wirksam begrenzen. "Die Begrenzung der Erderwärmung ist der entscheidende Maßstab. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir eine solche Einigung schaffen können. Darüber habe ich in der vergangenen Woche auch mit den Ministerpräsidenten von China und Indien telefoniert, die wir für eine solche Einigung brauchen."

Merkel machte deutlich, dass es in Kopenhagen nur eine Verständigung auf die "zentralen politischen Ziele" geben werde: "Ein völkerrechtliches Abkommen muss dann im nächsten Jahr mit den juristischen Details folgen." Nach den Worten der Kanzlerin kann "weder ein Land noch ein Kontinent alleine das Klima retten. In Kopenhagen geht es daher um globale Verantwortung. Hier kann sich kein Land aus der Pflicht stehlen."

Der Chef von Greenpeace International, Kumi Naidoo, hat indessen Kritik an Merkels Klimapolitik geäußert. "Ihr Verhalten in der aktuellen Debatte ist mehr als enttäuschend", sagte Naidoo der "Berliner Zeitung". Deutschland sei nicht zu Zugeständnissen bereit, die von Wissenschaftlern als notwendig eingefordert würden, kritisierte der Südafrikaner.

Die Finanzfrage sei der entscheidende Punkt bei den Verhandlungen, sagte Naidoo. "Wenn die reichen Länder nicht genügend Geld bieten, um die ärmeren Länder zu unterstützen, wird es keine Einigung geben", sagte Naidoo. In den vergangenen 18 Monaten, während der Finanzkrise, sei deutlich geworden, dass es durchaus möglich sei, "Billionen Dollar über Nacht bereitzustellen, wenn nur der politische Wille da ist", sagte Naidoo. Würden die Politiker die gleiche Entschlossenheit an den Tag legen wie bei der Bankenrettung, könnte in Kopenhagen ein Finanzpaket geschnürt werden, um den Klimawandel zu bremsen und den Planeten für künftige Generationen zu retten, betonte der Umweltschützer.

Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel stellten die europäischen Staats- und Regierungschef 7,2 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre für die Entwicklungsländer in Aussicht; Deutschland will 1,26 Milliarden Euro beisteuern.

cai/reuters/AFP

Forum - Klimakonferenz Kopenhagen - was soll die Welt beschließen?
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Seite 1
Klo, 30.11.2009
1.
Zitat von sysopDer Druck auf die USA, China und andere Staaten steigt. Jetzt schlug der dänische Gastgeber in einem Verhandlungspapier vor, die CO2-Emissionen bis 2050 zu halbieren. Was soll die Welt Ihrer Meinung nach im Einzelnen beschließen?
Irgendwas. Aber man wird sich auch diesmal nicht durchringen können, irgendwas zu beschließen. Folglich wird auch diese Konferenz wieder eine sinnlose Farce.
Edgar, 30.11.2009
2.
Zitat von sysopDer Druck auf die USA, China und andere Staaten steigt. Jetzt schlug der dänische Gastgeber in einem Verhandlungspapier vor, die CO2-Emissionen bis 2050 zu halbieren. Was soll die Welt Ihrer Meinung nach im Einzelnen beschließen?
Eine kritische Reevaluierung der Daten, Methoden und Aussagen des 'Weltklimarats'.
Angler29, 30.11.2009
3.
Zitat von EdgarEine kritische Reevaluierung der Daten, Methoden und Aussagen des 'Weltklimarats'.
.....und als Konsequenz, dessen Abschaffung.
de.nada 30.11.2009
4.
Zitat von KloIrgendwas. Aber man wird sich auch diesmal nicht durchringen können, irgendwas zu beschließen. Folglich wird auch diese Konferenz wieder eine sinnlose Farce.
Na also was soll den schon beschlossen werden, wenn das so vom IPCC empfohlen wird wie am Ende des Artikels zu lesen ist ? "Der Weltklimarat (IPCC) hat von den Industriestaaten gefordert, die Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent zu senken. Dazu sagte Steiner: "Es klafft noch eine große Lücke, aber sie beginnt sich zu schließen." Die geforderten 25 bis 40 Prozent seien von den Potentialen her "durchaus zu schaffen", wie diverse Studien gezeigt hätten." Das ist ja sehr genau angedeutet möchte man als Leser da ausrufen. Das Viertel der Weltbevölkerung das "God save the Queen" sagen kann, hat's da doch wesentlich einfacher.
saul7 30.11.2009
5. Die
Zitat von sysopDer Druck auf die USA, China und andere Staaten steigt. Jetzt schlug der dänische Gastgeber in einem Verhandlungspapier vor, die CO2-Emissionen bis 2050 zu halbieren. Was soll die Welt Ihrer Meinung nach im Einzelnen beschließen?
Welt möge verbindliche und effektive Beschlüsse fassen, um die herannahende Klimakatastrophe aufzuhalten. Dazu wäre es nötig, dass alle Staaten ihre Partikularinteressen hintanstellen. Ein Traum und wahrscheinlich unerfüllbar...
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