Washington - Vier Drohnen vom Typ RQ-4 Global Hawk will Südkorea kaufen und damit seine Überwachungskapazitäten ausbauen. Global Hawk kann aus bis zu 20.000 Metern Höhe Bilder und Daten übermitteln, bewegliche und unbewegliche Ziele auch bei sehr schlechten Sicht- und Wetterverhältnissen ausspähen. Der Preis: rund 1,2 Milliarden Dollar.
Bereits vor vier Jahren hatte Seoul Interesse an den Drohnen des US-Herstellers Northrop Grumman bekundet. Der Verkauf hatte sich allerdings durch zähe Preisverhandlungen und Diskussionen über Technologie und die Ausstattung der Flugkörper verzögert. Informell hatte das US-Verteidigungsministerium bereits im Sommer 2011 den Kongress über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt.
Jetzt kommt Bewegung in den Handel. Am Dienstag setzte die Regierung um Präsident Barack Obama den US-Kongress von dem geplanten Verkauf in Kenntnis - wie vom Gesetz vorgeschrieben.
Südkorea setzt auf die neuen Systeme auch im Hinblick auf ein für 2015 angesetztes Sicherheitstreffen der von den USA geführten gemeinsamen Streitkräfte. "Der beabsichtigte Verkauf der RQ-4 wird für angemessene Aufklärung, Überwachung und Auskundschaftung garantieren und dafür sorgen, dass das Bündnis in der Lage ist, ab 2015 und darüber hinaus Bedrohungen in der Region zu erkennen und zu verhindern", hieß es in einer Stellungnahme aus dem Pentagon vom Montag.
Die Vereinigten Staaten planen zudem, das Kommando über die südkoreanischen Truppen noch in diesem Jahrzehnt abzugeben. Die geltenden Abmachungen stammen noch aus dem Koreakrieg 1950 bis 1953. 1978 wurde die Befehlsgewalt an die Combined Forces Command (CFC) übertragen. Seit 1994 liegt die Befehlsgewalt im Kriegsfall bei den USA.
In den Vereinigten Staaten wird der Verkauf der unbemannten Kleinflugzeuge an Südkorea seit langem kontrovers diskutiert. Beobachter schließen nicht aus, dass er ein Wettrüsten in der Region nach sich ziehen könnte.
Nordkorea hatte Mitte Dezember mit dem Start einer Rakete scharfe Kritik der Staatengemeinschaft auf sich gezogen. Die USA, Südkorea, Japan und andere Länder vermuten den militärischen Test einer Waffe, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch die USA erreichen könnte. Die USA und die Vereinten Nationen hatten den Start einen , der gegen Uno-Resolutionen verstoße. Nordkorea erklärte, man habe lediglich einen Wettersatellit ins Weltall gebracht.
ala/Reuters
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