Mutmaßliche Anschlagspläne Göttinger Terrorverdächtige werden abgeschoben

Sie sollen kurz davor gestanden haben, einen Anschlag durchzuführen: In Göttingen wurden zwei Terrorverdächtige festgenommen. Nun hat das niedersächsische Innenministerium ihre Abschiebung beschlossen.

Beschlagnahmte Gegenstände in Göttingen
DPA

Beschlagnahmte Gegenstände in Göttingen


Zwei unter Terrorverdacht in Göttingen festgenommene Männer werden abgeschoben. Das niedersächsische Innenministerium habe entsprechende Anordnungen nach dem Aufenthaltsgesetz erlassen, teilte ein Sprecher mit.

Der 22 Jahre alte Nigerianer und der 27-jährige Algerier waren am Donnerstag vergangener Woche bei einer Großrazzia in Göttingen festgenommen worden. Sie sollen einen Terroranschlag geplant haben. Die Vorbereitungen dazu waren nach Angaben der Ermittler so weit fortgeschritten, dass es jederzeit zu dem Anschlag hätte kommen können.

Beide Männer werden der radikal-islamistischen Szene zugerechnet. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bewertete den Einsatz als "sehr wichtigen Schlag gegen die Szene".

Die Männer lebten mit ihren Familien seit längerer Zeit in Göttingen und gehörten den Ermittlern zufolge der salafistischen Szene an. Rund 450 Polizisten hatten elf Gebäude im Göttinger Stadtgebiet und ein Haus in Nordhessen durchsucht. Dabei wurden die Männer festgenommen. Bei ihnen wurden Schusswaffen und eine Flagge des "Islamischen Staats" gefunden.

Als Hochburg der radikal-islamistischen Szene in Niedersachsen gilt neben Hannover und der Region um Wolfsburg und Braunschweig nach Einschätzung des Verfassungsschutzes auch der Raum um Hildesheim und Göttingen. In Göttingen selbst gehören der Szene nach Einschätzung von Ermittlern rund 50 Menschen an. Diese wird seit Jahren beobachtet. Auch gewaltbereite Dschihadisten soll es in der Stadt geben.

SPIEGEL TV Magazin (23.11.2015)

cte/dpa



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