Gefechte auf dem Golan Philippinische Uno-Soldaten sind in Sicherheit

Mehr als hundert Uno-Soldaten waren auf den Golanhöhen in der Gewalt syrischer Extremisten. Nach langen Gefechten sind die meisten von ihnen nun befreit. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Konflikt.

Umkämpftes Gebiet: Israelischer Soldat auf den Golanhöhen
DPA

Umkämpftes Gebiet: Israelischer Soldat auf den Golanhöhen


Fast sieben Stunden dauerten die Kämpfe zwischen Blauhelmsoldaten und syrischen Extremisten, nun sind die meisten der eingekesselten Soldaten in Sicherheit. Nach Angaben des philippinischen Militärs konnten sich weitere 40 von ihnen in sicheres Gebiet absetzen.

Bereits am Samstag hatte eine Uno-Eingreiftruppe 32 Philippiner aus den Händen der radikalislamischen Al-Nusra-Front befreit, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Die Soldaten waren seit zwei Tagen an ihrem Standort eingekesselt und hatten sich gegen Angriffe der Rebellen gewehrt.

Wie viele Soldaten sind noch eingekesselt?

Noch immer sind 44 Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln in der Gewalt der Al-Nusra-Front. Sie waren auf der syrischen Seite der Golanhöhen gefangen genommen worden. Über ihre Freilassung laufen Verhandlungen mit den Aufständischen.

Wie die Uno erklärte, gebe es keinen direkten Kontakt zu den Blauhelmsoldaten. Diese seien aber "sicher und bei guter Gesundheit", wie man aus einer "glaubwürdigen Quelle" erfahren habe. Demnach sei es die Absicht der Rebellen gewesen, die Friedensschützer von einem aktiven Gefechtsfeld in sicheres Gebiet zu bringen - "zu ihrem eigenen Schutz".

Wie sind die Soldaten in die Gewalt der Extremisten geraten?

Bereits in der Nacht zu Samstag waren in der Region Kämpfe zwischen Soldaten der syrischen Armee und Al-Nusra-Rebellen ausgebrochen. Die 72 schwerbewaffneten Blauhelmsoldaten von den Philippinen hatten sich den Rebellen entgegengestellt, um zwei belagerte Stellungen in der Zone zwischen Syrien und Israel zu verteidigen. Sie wurden von syrischen Rebellen belagert, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre Waffen niederzulegen.

Zuvor hatten syrische Regimegegner in Kuneitra den Übergang zu den von Israel besetzten Golanhöhen eingenommen - nach heftigen Kämpfenmit den syrischen Regierungstruppen. Unter den Rebellen waren auch Kämpfer der radikalen Al-Nusra-Front, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden ist und eine ähnliche Ideologie wie die Terrormiliz "Islamischer Staat" verfolgt.

Zu welcher Mission gehören die Uno-Beobachtertruppen?

Die Soldaten gehören der Beobachtungsmission Undof an, die mit der Überwachung des seit 1974 geltenden Waffenstillstands zwischen Israel und Syrien beauftragt ist. Insgesamt gehören der Mission 1200 Soldaten aus den Philippinen, Fiji, Indien, Irland, Nepal und den Niederlanden an. Israel hatte im Jahr 1967 Teile der Golanhöhen besetzt und im Jahr 1981 annektiert, was international nicht anerkannt wird. Ein Teil blieb unter syrischer Kontrolle.

DER SPIEGEL

Nachdem bereits im vergangenen Jahr philippinische Soldaten verschleppt und später von syrischen Rebellen freigelassen worden waren, hatte das Land ein Ende seiner Beteiligung am Undof-Einsatz erwogen. Erst vor wenigen Tagen wurde beschlossen, den Einsatz nach der geplanten Rückkehr der Soldaten im Oktober nicht zu verlängern. Nun ist ein früherer Abzug im Gespräch.

che/dpa/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
artusdanielhoerfeld 31.08.2014
1. Ich verstehe nicht...
...warum es offensichtlich niemanden besorgt, dass die islamistischen Kämpfer mittlerweile an der Grenze zu Israel aktiv sind! Es mag ja sein, dass die Al-Nusra-Front nicht direkt zu den Halsabschneidern der IS gehören, aber viel fehlt da wohl nicht mehr, oder? Gibt es denn gar keine öffentliche Debatte in Israel, wie die Bedrohung einzuschätzen ist, oder, wenn man sich auf die Wehrhaftigkeit der Armee verlässt, wo und wie ein Kampf mit den IS-Truppen zu führen wäre?
jochen1978 31.08.2014
2. sinnlos
Diese UN-Mission ist seit mindestens 3 Jahren sinnlos.
Deep Thought 31.08.2014
3. Warum so schüchtern?
Ist es dem Spiegel unangenehm, dass die Phillipinos nur durch massives, 8-stündiges Dauerfeuer der Syrischen Armee auf den einzigen Zugang der Terroristen zum UN-Posten überlebt haben, bis Hilfe eintraf? Hier die Kommentare der UN-Soldaten: Zitat "The Guardian" : "Syrian government forces fired artillery rounds from a distance at one point to prevent the Filipino peacekeepers from being overwhelmed by the rebels, said Colonel Roberto Ancan, another Philippine military official, who helped monitor the tense Golan stand-off and mobilise support for the besieged Filipinos. “Although they were surrounded and outnumbered, they held their ground for seven hours,” Catapang said in a news conference in Manila, adding there were no Filipino casualties." Wir stellen fest: die Un-Soldaten schildern ausschliesslich massives, über 8 Std anhaltendes Granatwerferfeuer der Syrer, ohne welches jede Hilfe zu spät gekommen wäre. Übrigens haben die USA anstelle von Zusammenarbeit mit Iran gegen die Terroristen von ISIS und Al Nusra gestern das Embargo gegen den Iran verschärft... (Das wird die ISIS-Förderer und Al Nusra-Kommandanten in Katar und SA sehr freuen) Grund: "weapons of mass destruction" = Weiterbetreiben der militärischen Atomforschung. beweise: NULL. Ich habe da ein déjà-vu....
Balschoiw 31.08.2014
4. Nicht korrekt
" Wir stellen fest:" Nein, tun wir nicht. Es ist weder die Rede davon, dass die syrischen Einheiten ein 8-stündiges Dauerfeuer aus Granatwerfern getätigt hätte, noch das die kausal zur Beendigung der Situation geführt hätte. Es heißt wörtlich "fired artillery rounds at one point". Das heißt nur das Artillerie auf einen Punkt konzentriert wurde. Es ist weder eine Dauer des Beschusses angegeben, noch welchen Effekt dieser erzielt hat. Wenn Sie militärischen Hintergrund hätten wüßten Sie, welcher Aufwand hinter 8 Stunden Dauerfeuer mit Artillerie steckt. Vewrsuchen Sie also bitte ihre "Schlussfolgerungen" für sich zu behalten, gerade dann, wenn sie nicht der Situation vor Ort entsprechen. Fakt ist das die Philipinos durch massiven Waffeneinsatz durch sie selbst gerettet wurden. Wenn Sie über den Ausrüstungsstandard der Philipinos Bescheid wüßten, könnten Sie das auch nachvollziehen. Ansonsten nutzt dieser Vorfall Ihrer Agenda leider nicht, da er sich nicht so ereignet hat, wie von Ihnen geschildert. Schönen Tag noch.
ghanima23 31.08.2014
5.
Gut waren die Phillipinos in der Nähe und nicht die Niederländer. Die Berichterstattung hier ist mittlerweile so unterirdisch, es ist nicht mehr nur notwendig sich aus möglichst vielen Quellen zu informieren, man kann SpOn getrost von der Liste streichen.
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