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Golanhöhen: Israels Militär beschießt syrische Stellungen

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REUTERS

Israelische Artillerie nahe der syrischen Grenze: "Eine klare Botschaft"

Israel und Syrien streiten seit 50 Jahren um die Golanhöhen. Jetzt ist die Pufferzone wieder zum Kriegsschauplatz geworden. Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden hat Israels Armee Ziele auf syrischem Gebiet angegriffen.

Tel Aviv - Als Antwort auf einen Raketenangriff aus dem syrischen Bürgerkriegsgebiet hat Israel erneut syrische Stellungen beschossen. Kampfflugzeuge hätten in der Nacht zum Mittwoch Angriffe auf die Streitkräfte geflogen, sagte eine israelische Militärsprecherin.

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon nannte die Attacke "eine klare Botschaft". Eine Verletzung der israelischen Souveränität werde man nicht akzeptieren. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte Angreifern des Staates Israel bereits am Dienstagabend mit Vergeltung gedroht.

Kurz vor dem Luftangriff hatte es auf dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen Luftalarm gegeben. Eine Armeesprecherin bestätigte, dass kein Geschoss gefunden wurde. Warum die Sirenen ausgelöst wurden, werde noch geprüft. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Alarm und dem nächtlichen Angriff der israelischen Armee gibt, konnte sie nicht sagen.

Am Dienstagmittag waren zwei von syrischem Gebiet abgefeuerte Raketen auf den israelisch besetzten Golanhöhen eingeschlagen; Verletzte gab es nicht. Eine Armeesprecherin bestätigte kurz darauf, dass die Armee mit Artilleriebeschuss reagiert habe. Ob der Angriff am Dienstag auf Israel zielte oder die Geschosse fehlgeleitet waren, blieb unklar.

Am 18. Januar waren bei einem - offenbar israelischen - Luftangriff in Syrien ein iranischer General sowie mindestens sechs Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz getötet worden. Die israelischen Streitkräfte haben dies weder dementiert noch bestätigt. Da Iran und die Hisbollah mit Vergeltung drohten, hatte Israel seine Truppen im Norden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Israel und Syrien streiten sich seit fast fünf Jahrzehnten um die Golanhöhen. Israel hatte das rund 1150 Quadratkilometer große syrische Plateau im Sechstagekrieg 1967 größtenteils erobert und Ende 1981 annektiert. Der Großteil wird heute von Rebellengruppen kontrolliert; darunter ist die al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida.

Bewaffnet dürften sich eigentlich in dem Gebiet lediglich die Soldaten der Uno-Mission Undof aufhalten. Doch seit 2014 tobt der syrische Bürgerkrieg mitten in der Pufferzone: Der syrische Golan ist immer wieder Ort blutiger Zusammenstöße verfeindeter Milizen. Manche Dörfer und Straßen-Checkpoints sind in der Hand syrischer Aufständischer, andere in der Hand der syrischen Armee. Eine klare Frontlinie gibt es nicht.

Die Pufferzone auf den Golanhöhen: Im Osten Syrien, im Westen Israel, im Norden der Libanon Zur Großansicht
Uno

Die Pufferzone auf den Golanhöhen: Im Osten Syrien, im Westen Israel, im Norden der Libanon

ler/dpa

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