Gefechte auf den Golanhöhen Syrische Rebellen greifen Uno-Soldaten an

Auf den Golanhöhen eingekesselte Blauhelmsoldaten sind von syrischen Rebellen angegriffen worden. Noch immer sind dort mehr als hundert Soldaten festgesetzt. Nur zu einigen hat die Uno direkten Kontakt.

Undof-Soldat auf den Golanhöhen beobachtet die syrische Seite: Kampfhandlungen am Samstag
AFP

Undof-Soldat auf den Golanhöhen beobachtet die syrische Seite: Kampfhandlungen am Samstag


Hamburg - Auf den Golanhöhen haben sich philippinische Uno-Soldaten Feuergefechte mit syrischen Rebellen geliefert. Eine Stellung der Blauhelmsoldaten sei angegriffen worden, sagte ein Sprecher der philippinischen Armee am Samstag. Einige der eingeschlossenen Uno-Soldaten hätten ihren Posten verlassen können. 30 weitere Männer seien in den Schusswechsel mit den Rebellen verwickelt gewesen.

Mehr als 70 schwerbewaffnete Blauhelmsoldaten von den Philippinen hatten sich am Freitag den Rebellen entgegengestellt, um zwei belagerte Stellungen in der von der Uno überwachten Zone zwischen Syrien und Israel zu verteidigen. Sie wurden von syrischen Rebellen belagert, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre Waffen niederzulegen.

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Noch am Freitagabend hatten die Vereinten Nationen bekannt gegeben, die philippinischen Soldaten seien sicher und wohlauf. Es gebe eine direkte Funkverbindung zur eingeschlossenen Gruppe, und es gehe ihnen gut. In der Nähe der eingekesselten Soldaten sind allerdings bei Bombenabwürfen der syrischen Armee mindestens drei Rebellen ums Leben gekommen. Das berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag.

Soldaten aus Fiji weiter festgesetzt

Syrische Regimegegner hatten am Mittwoch in Kuneitra den Übergang zu den von Israel besetzten Golanhöhen eingenommen - nach heftigen Kämpfen mit den syrischen Regierungstruppen. Unter den Rebellen waren auch Kämpfer der radikalen Al-Nusra-Front, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden ist und eine ähnliche Ideologie wie die Terrormiliz "Islamischer Staat" verfolgt.

Bei Gefechten waren zudem 44 Uno-Soldaten aus Fiji auf der syrischen Seite der Golanhöhen gefangen genommen worden. Mittlerweile erklärte die Uno, diese Soldaten seien "sicher und bei guter Gesundheit". Direkten Kontakt mit den Blauhelmsoldaten hatte die Uno demnach nicht.

Allerdings seien die Vereinten Nationen von einer "glaubwürdigen Quelle" informiert worden, dass es die Absicht der Rebellen gewesen sei, die Friedensschützer von einem aktiven Gefechtsfeld in sicheres Gebiet zu bringen - "zu ihrem eigenen Schutz". Über ihre Freilassung laufen derzeit Verhandlungen mit den Aufständischen.

Früherer Abzug im Gespräch

Die Soldaten gehören der Beobachtungsmission Undof an, die mit der Überwachung des seit 1974 geltenden Waffenstillstands zwischen Israel und Syrien beauftragt ist. Insgesamt gehören der Mission 1200 Soldaten aus den Philippinen, Fiji, Indien, Irland, Nepal und den Niederlanden an. Israel hatte im Jahr 1967 Teile der Golanhöhen besetzt und im Jahr 1981 annektiert, was international nicht anerkannt wird. Ein Teil blieb unter syrischer Kontrolle.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr philippinische Soldaten verschleppt und später von syrischen Rebellen freigelassen worden waren, hatte das Land ein Ende seiner Beteiligung am Undof-Einsatz erwogen. Erst vor wenigen Tagen wurde beschlossen, den Einsatz nach der geplanten Rückkehr der Soldaten im Oktober nicht zu verlängern. Nun ist ein früherer Abzug im Gespräch.

che/AFP/dpa

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insgesamt 101 Beiträge
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Seite 1
spon-facebook-10000743982 30.08.2014
1.
Man hätte vielleicht erwähnen sollen, dass die Österreicher, die diese Mission bis letztes Jahr inne hatten, sich wegen dem erhöhten Risiko aus dem Staub gemacht haben. http://orf.at/stories/2186033/
pingjong 30.08.2014
2. Wie wäre es mal mit Hilfe?
Überlässt man die Soldaten dort jetzt ihrem Schicksal oder was? Wie wäre es mal dort ein paar Kampfjets hin zu schicken und die Rebellen zu vernichten? Muss ja ein tolles Gefühl sein dann als Soldat auf eine Blauhelm Mission geschickt zu werden.
alexxa2 30.08.2014
3. Ah, ja?
Das sind doch die "Freunde" die d. Westen kräftig mit Waffen und Infos gegen Assad unterstützt hat, oder? Und jetzt wollen wir anderen dubiosen Typen bewaffnen? Wenn wir so weiter machen , werden wir mit den eigenen Waffen vernichtet, früher oder später.
wolle0601 30.08.2014
4. Spielzeugsoldaten
Ein echter zivilisatorischer Fortschritt wären Blauhelmeinsätze, bei denen Angriffe auf diese Soldaten mit massiven Gegenmaßnahmen beantwortet werden. So wie es jetzt läuft, ist das Ganze nur ein Witz.
t dog 30.08.2014
5. Rebellen?
Also die Freunde des Westens in Syrien? Tolle Freunde.
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