Krieg um Bodenschätze: Goldrausch in Kamituga

Aus Kamituga berichtet Horand Knaup

Gold, Diamanten, Platin, Coltan - im Ostkongo liegen kostbarste Erze im Boden. Doch statt Reichtum bringen die Edelmetalle Unheil: Menschen stürzen sich ins Elend, Entwicklung wird verhindert. Besuch bei den Goldgräbern von Kamituga.

Krieg um Bodenschätze: Wildwest im Ost-Kongo Fotos
Horand Knaup

Wieder nichts. Wieder ein verlorener Tag. Mwenelwamba Musoka ist müde. Seit 14 Tagen schaufeln sich seine Leute nun in den Boden. 14 Tage lang immer tiefer in den Sand. Aber in den Eimern, die sie nach oben schicken, ist nur Sand und kein einziges Nugget.

Stattdessen Regen ohne Ende. Kamituga steht unter Wasser. Ohne Gummistiefel geht nichts mehr. Überall Matsch und Schlamm, wo früher einmal geteerte Straßen waren. Früher, als die Belgier noch die Herren in Kamituga waren.

In der Nacht ist der Preis für die Unze Gold an der Börse in London auf 1610 Dollar gefallen. Aber das kümmert Musoka jetzt nicht. Auch in Musokas Grube steht das Wasser. Seine Leute müssen pausieren.

Kamituga liegt im Ostkongo, rund 170 Kilometer westlich des Kivusees. Der Ort ist eine der bedeutendsten Goldgräberstädte des Landes. Vor 80 Jahren bohrten schon die Belgier lange Tunnel in die umliegenden Berge. Sie unterhöhlten die Stadt und schleppten Milliardenwerte in kleinen Krümeln und großen Klumpen nach Europa.

Vor zwei Wochen hat Mwenelwamba Musoka, 25, alles auf eine Karte gesetzt. Er ist zu einem Geldhändler gegangen und hat sich 2500 Dollar geliehen. Er hat Spaten und Eimer gekauft und sieben Freunde verpflichtet. Die Uhr tickt für Musoka.

Im Griff des Goldes

In drei Monaten muss er dem Geldverleiher 7500 Dollar zurückbezahlen. So sind die Gepflogenheiten in Kamituga, wo es keine Banken und keine Gerichte gibt, wo keine Gesetze gelten und der Stärkere immer im Vorteil ist. Wild-West im Ost-Kongo. Gewinnen - oder alles verlieren.

Die meisten verlieren.

Tak, tak, tak, Kamituga lebt vom Gold. Tak, tak, tak - man kann es in der halben Stadt hören. Es scheppert aus den Hinterhöfen, es klockert hinter Wellblechzäunen, es klopft hinter Bretterfassaden. Es ist das eintönige Stampfen der Frauen und Kinder, die mit schweren Hölzern faustgroße Gesteinsbrocken zu Mehl verarbeiten. Aus dem Staub waschen sie die Nuggets heraus. Es ist eine stupide Arbeit, sie ist schwer, und der Staub macht krank.

Egal, das Gold hält alle im Griff, selbst die Nachbarstaaten. Mit dem Krieg in den neunziger Jahren kam auch das Elend. Die Ruander bauten die alten Goldverarbeitungsanlagen ab, die Milizen nahmen, was ihnen wertvoll erschien, die staatliche Ordnung zerfiel - und mit ihr die Stadt. Die Häuser, die Schulen, die Straßen, heute ist alles marode. Jahrelang war Kamituga praktisch nur aus der Luft erreichbar. Vor drei Jahren dann legten die Chinesen eine neue Straße an.

Es ist nicht nur Kamituga. Der ganze Ostkongo ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Hunderttausende graben, bohren und schürfen zwischen Bunia im Norden und Bukavu im Süden. Nach Gold, nach Diamanten, nach Tantalit und Coltan - es gibt kaum ein Metall, das es im Kongo nicht gibt. Die Vorkommen sind Hunderte Milliarden Dollar wert, und viele machen ihren Schnitt: die Händler und die Exporteure, die die Steine ins Ausland schmuggeln; die Generäle und Milizen, die mit den Erlösen ihre Waffen finanzieren. Die Chinesen und die Ruander sind dabei, und neuerdings trauen sich auch wieder Firmen aus Südafrika in den Kongo.

In einem Uno-Bericht aus dem Jahr 2010 heißt es zu den Profiteuren: "Die Ausbeutung der Ressourcen wurde zunehmend interessant, nicht nur weil die Milizen damit ihren Krieg finanzieren konnten, sondern weil sich etliche politische und militärische Führer damit bereicherten." Die Gewinne seien so hoch gewesen, "dass sich der Krieg binnen kurzer Zeit im Grunde selbst finanzierte. Alle Konfliktparteien, auch die kongolesische Regierung, verschaffte sich beträchtliche Summen durch den Handel mit den Bodenschätzen".

Keine Ausbildungsplätze, keine Jobs, keine Perspektive

Nur die Schürfer gehen leer aus. Schürfer wie Musoka. Aber noch glaubt er an das große Los. Oder an den großen Stein. Einen wie ihn sein Vater fand, der einst als Angestellter der Belgier einen kiloschweren Brocken aus dem Berg meißelte. Gebracht hat es ihm wenig, heute liegt der Klumpen in einem Museum in Belgien.

Der junge, hochgewachsene Musoka ist eine Ausnahme in Kamituga, weil er seine ausweglose Lage in aller Nüchternheit beschreiben kann: Seit acht Jahren buddelt er sich in die Hügel um Kamituga; begonnen hat er als Schüler. Eigentlich hatte der Vater Besseres mit ihm vor und schickte ihn aufs Gymnasium. Genützt hat es ihm, beruflich gesehen, nichts. Denn in Kamituga gibt es keine Ausbildungsplätze und keine Hochschule, keine Jobs und keine Perspektive. "Was soll ich machen - auch ich würde lieber im Büro arbeiten. Aber solche Jobs gibt's hier nicht."

Er hatte sich abgefunden mit dem zermürbenden Goldgräberalltag. Er schöpfte neue Hoffnung, als die kanadisch-südafrikanische Firma Banro, die das Gelände rund um Kamituga ausbeuten darf, eine neue Goldader entdeckte. Der Fund sprach sich rasch herum in der Stadt. Die Geldverleiher machten mächtig Umsatz, und auch Musoka setzte alles auf eine Karte. Er nahm den Kredit auf für Schürfrechte an dem Hang, für Schaufeln, Stiefel, Werkzeug und Verpflegung. Nun hofft er, dass die Ader auch für ihn etwas übrig hat.

Das hoffen viele an Musoka Hang. Wenige Tage zuvor ist nur ein paar Meter von seinem Tunnel entfernt ein Stollen eingebrochen, vier Goldgräber erstickten. "Schicksal", sagt Musoka trocken.

"An sehr guten Tagen kannst du 20 Gramm machen"

Andere, nicht weniger risikobereit, marschieren Hunderte von Metern in die alten Stollen hinein. Es sind Gänge, die schon die Belgier angelegt haben. Sie bewaffnen sich mit Stirnlampe, Batterien, Hammer und Meisel, sie schlagen Abzweigungen ins Gestein, eröffnen neue Gänge. Es ist stickig und heiß, von der Decke tropft das Wasser, von der Stirn der Schweiß. Sie waten kniehoch durch den Schlamm, manchmal, wenn sich die Decke senkt, kriechen sie auf allen Vieren. Kaum ein Schacht ist tauglich gesichert. Im Schnitt sterben in Kamituga zehn Menschen pro Jahr im Stollen. Vor einigen Monaten kamen weiter nördlich im Ituri-Gebiet über 60 Goldgräber in einer Mine ums Leben. In hundert Metern Tiefe war der Stollen über ihnen zusammengebrochen. In Kamituga hält das niemanden von der Goldsuche ab.

Badi Badingwa, 56, ist der Präsident der Vereinigung der Goldsucher in Kamituga. Die Vereinigung ist eine Art Gewerkschaft - nur ohne Rechte. Er vertrete 4800 Schürfer, sagt Badingwa. Tausende mehr streiften unregistriert durch die Stollen. Man kann Badingwa in einem dunklen Schuppen am Stadtrand unweit des Minengeländes treffen. Es ist das Büro der Gewerkschaft, die wohl eher versucht, Streitigkeiten zu schlichten als Interessen durchzusetzen.

Jahrelang hat Badingwa als Grundschullehrer gearbeitet, doch erst kam das Gehalt immer später, dann kam es nur noch teilweise, und irgendwann kam es gar nicht mehr. Badingwa hatte acht Kinder zu versorgen. "Ich hatte keine Wahl", sagt er.

Die hat er immer noch nicht.

Denn wer sich auf die Suche nach dem Glück begibt, muss erst einmal zahlen. Die Herren des Areals sind erfinderisch: eine Steuer für den Zugang zum Gelände, eine Abgabe für die Mine, eine Gebühr für den Landbesitzer. Eine sogenannte Energiesteuer kommt hinzu, auch wenn es keinen Strom gibt. Stattdessen gibt es eine Abgabe für den unsichtbaren Chef, eine für die Polizei, eine fürs Militär. Tag für Tag. Selbst Kinder und Frauen, die in den Flüssen den Sand sieben, werden zur Kasse gebeten. "Wer nicht zahlt, hat keinen Zugang", sagt Badingwa.

Und wer sich den Zugang erkauft hat, hofft auf das große Los. Eines Tages. Irgendwann. Vielleicht.

Es ist ein tägliches Duell mit dem Schicksal. "An sehr guten Tagen kannst du 20 Gramm machen", sagt Badingwa. Aber solche Tage sind selten. Häufiger sind die Tage, an denen sie mit leeren Händen aus dem Stollen stolpern. "Manchmal bleiben uns gerade mal zehn Prozent des Verkaufspreises", sagt Badingwa. "Manche bleiben nur mit ihren Schulden zurück."

Moralische oder juristische Schranken gibt es nicht

Leonard Kabungulu, 51, kennt diese Fälle. Kabungulu ist Soziologe und versucht, im Auftrag einer lokalen Nichtregierungsorganisation (NGO) herauszufinden, wer eigentlich vom Gold in Kamituga profitiert. "Die Goldgräber sind es nicht", sagt Kabungulu. "95 Prozent von ihnen sind verschuldet." Kabungulu weiß wilde Geschichten über die Kredithaie der Stadt zu erzählen. Es gibt Hunderte von ihnen, an jeder Straßenecke bietet einer seine Dienste an. Moralische oder juristische Schranken gibt es nicht.

Auch Kabungulus Nichte lockte das Gold. Sie nahm 500 Dollar auf, nach drei Monaten sollte sie 5000 Dollar zurückzahlen. In einem anderen Fall musste ein Schuldner, der mit 7000 Dollar in der Kreide stand, Haus und Tochter an den Gläubiger abtreten.

Aber auch die Händler leben gefährlich. Es sind Leute wie Pascale Igibina. Igibina, 32 Jahre alt, ist erst seit kurzem im Geschäft. Davor war auch er mit Schaufel und Meißel in den Stollen unterwegs. Dann sah er, dass sich mit dem Handel leichter Geld verdienen lässt. Er tauschte die Gummistiefel gegen eine Unzenwaage ein. Nun kauft er den Schürfern die Nuggets ab und schafft sie nach Bukavu. Aus seiner Hosentasche zieht er ein Beutelchen mit feinem Goldstaub. Dann hämmert er in den Taschenrechner: 3480 Dollar habe er den Schürfern dafür bezahlt. In Bukavu bekomme er 4640 Dollar für die gleiche Menge. Das klingt nach leicht verdientem Geld. Doch es ist eine Tagesreise bis Bukavu, und der Risikozuschlag ist teuer bezahlt: Am Tag darauf werden drei Golddealer am Rande der Strecke umgebracht.

Bleiben die, die am Ende wohl wirklich zu den Gewinnern zählen. Die Herren von Banro dürften dazu gehören, die praktisch das ganze Land um Kamituga aufgekauft haben.

Vier Millionen Dollar haben sie für vier Minen im Süd-Kivu bezahlt, abgezeichnet vom Bergbauminister in Kinshasa. Kamituga ist nur eine davon. Inoffiziell haben die Banro-Herren vermutlich den gleichen Betrag als Handgeld dazugegeben. Es ist ein nahezu risikofreies Geschäft, und es ist einer jener Deals, die erklären, warum der Kongo trotz seiner Reichtümer so arm ist.

Allein der Wert der Kamituga-Mine wird auf rund 1,5 Milliarden Dollar geschätzt. In der noch ergiebigeren Mine von Twangiza erwartet Banro in den kommenden 20 Jahren einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar.

Zunächst hatte Präsident Joseph Kabila den Vertrag annuliert. Er sei in Kriegszeiten geschlossen worden und deshalb ungültig. Um weitere Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, behielt Banro die Goldminen und gab dafür mehrere Coltanminen zurück.

Solche Geschäfte werden im Kongo gerne gemacht: undurchsichtig, dubios und für viele gewinnbringend - nur nicht für die Arbeiter und nicht für das Land.

"Natürlich sind vier Millionen Dollar für vier Minen skandalös wenig", sagt Soziologe Kabungulu. "Billiger kann man eine Konzession nicht bekommen", sagt auch der Minister für den Öffentlichen Dienst, Jean-Claude Kibala. Er stammt aus Kamituga und hat in Deutschland studiert. "Es war natürlich ein Fehler, so viele Konzessionen an eine einzige Firma zu vergeben."

Und natürlich wird von dem unermesslichen Reichtum auch nichts im Kivu bleiben. Das Gold ohnehin nicht, keine Abgaben, kaum Steuern. "Wenn keine unbestechliche Aufsicht im Unternehmen sitzt, können wir die Erträge auch nicht kontrollieren", sagt Kibala. Wo sollte man aber in dieser Region einen unbestechlichen Aufsichtsbeamten finden? Wenn schon ein Beamter von seinem Gehalt, wenn es denn überhaupt kommt, kaum überleben kann?

Auch der Versuch der Amerikaner und der Deutschen, eine Art Zertifikat für kongolesische Mineralien einzuführen, wird daran nichts ändern. Die Idee der Amerikaner war es, mit einem Lizenzverfahren ("Dodd Franc Act") den Handel von Edelmetallen, die der Kriegsfinanzierung dienen, auszutrocknen. Die Idee war gut, das Ergebnis ist verheerend. Denn inzwischen ist der legale Handel mit kongolesischen Metallen praktisch zusammengebrochen, und kaum ein westliches Technologieunternehmen ist noch bereit, Rohstoffe aus dem Kongo zu verarbeiten.

Die Hoffnung aufs Gold beschleunigt die Talfahrt in die Armut

Stattdessen blüht der Schmuggel, das Gold etwa landet überwiegend in asiatischen Staaten wie China oder Indien, die den "Dodd Franck Act" nicht anerkennen. Stattdessen exportieren Nachbarländer wie Burundi oder Ruanda, die gar keine Goldvorkommen haben, heute ein Vielfaches dessen, was der Kongo offiziell ausführt. Es ist kongolesisches Gold. Auch Illona Auer-Frege vom Ökumenischen Netz Zentralafrika, eine der besten deutschen Kennerinnen der Region, sagt: "Die Absicht des Gesetzes war, zu Stabilität und geordneten Förderbedingungen in der Region zu kommen. Erreicht wurde genau das Gegenteil."

Und Musoka murmelt: "Uns hilft damit niemand."

Schon gar nicht die Regierung in Kinshasa. Vor einem Jahr wurde sie neu gewählt. Aber Musoka interessiert das nicht. Die Politik? "Die lebt in einer anderen Welt", sagt er. Das stimmt, nicht nur wenn die Edellimousinen vor dem Präsidentenpalast in Kinshasa kennt - und die Schlammstraßen in Kamituga. "Wir sind ein demokratisches Land", resumiert Musoka trocken, "das auf die Demokratie noch wartet."

So wird für die Kivu-Region von dem sagenhaften Reichtum auch in Zukunft nicht viel bleiben. Schlimmer noch: Die Hoffnung aufs Gold beschleunigt die Talfahrt in die Armut. Denn die Jobs, die es gibt, will zumindest in Kamituga keiner mehr erledigen. Obwohl die Region eine der fruchtbarsten des ganzen Kongo ist, liegen Tausende Hektar Ackerland brach. "Alle rennen sie zum Gold, keiner baut mehr an", klagt Minister Kibala.

Anstatt die Hacke in die Hand zu nehmen, hoffen die Schürfer auf das große Los, den Hauptgewinn, der sie unabhängig von der Parzelle machen würde, von der Mine und von Kamituga. Und nehmen statt des Wohlstands nur die Kinderprostitution zu und die Geschlechtskrankheiten. "Die Menschen sind hier schlechter gebildet und schlechter medizinisch versorgt als anderswo im Kongo", sagt Soziologe Kabungulu. "Die einzigen, die profitieren, sind die Käufer und Händler." Auch Musoka sagt: "Es ist die reine Lotterie hier."

Jean-Claude Kibala, der Minister, macht eine einfache Rechnung auf: "Wenn jemand Reis anbaut und dreimal im Jahr vielleicht fünf Tonnen pro Hektar erntet, verdient er viel, viel mehr als ein Schürfer."

Aber sie wollen in Kamituga nicht Reis anbauen. Lieber leiden und hoffen sie - auf den großen Stein, den sie doch nie finden werden.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Steuerzahler0815 02.02.2013
es wundert mich das man in kongo überhaupt kredite bekommt die dort ein vielfaches jahreseinkommen sind wer sagt denn das derjenige mit den 2500 dollar und den unverschämten 300% zinsen nicht einfach in 3 monaten am anderen ende des landes ist
2. Diese Welt ist ...
karlsiegfried 02.02.2013
... ein echtes Jammertal. Von wegen der Mensch ist intelligent. Er ist nur ein kleines, mieses, raffgieriges Wesen. Ein Glück, dass diese Welt nicht unendlich bestehen wird.
3. hausgemachte Probleme
neue_mitte 02.02.2013
Zitat von sysopGold, Diamanten, Platin, Coltan - im Ost-Kongo liegen kostbarste Erze im Boden. Doch statt Reichtum bringen die Edelmetalle Unheil: Menschen stürzen sich ins Elend, Entwicklung wird verhindert. Besuch bei den Goldgräbern von Kamituga.
Dieser Artikel ist sehr aufschlussreich. Ergebnisoffen geschrieben, neutral und ausgewogen. Bei aller Wahrheit über die Kolonialvergangenheit in Afrika... Sind diese Zustände in Ost-Kongo wirklich durch den "Westen" verursacht? Es wird ja nahezu jedes Dilemma in Afrika dem Westen untergejubelt, aber das hier? Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Kann man politisch unkorrekt davon sprechen, dass viele Afrikaner für ein modernes westliches Leben nicht geeignet sind und sich eben so durchwurschteln? Und lieber erfolglos Gold schürfen, als Reis anbauen, wie es im Artikel steht? Lieber das vermeintlich schnelle Geld, als langfristig durch stete Arbeit doch mehr zu haben, ist rein menschlich. Das kann man aber nicht dem Westen anlasten. Egal, was wir tun, es wird nicht helfen. Entwicklungshilfe versickert, Spenden werden veruntreut, Schutzgesetze einfach umgangen (dieser Dodd Franck Act)... alles scheitert an der eigenen "Elite" dort. Es ist aber wie immer viel einfacher den Westen zu bashen, als allgemein mal jemandem konkret vor Ort die schuld zu geben.
4. @neu-mitte
zweistein59 02.02.2013
in ihrem Kommentar scheinen sie die über 300 Jahre alte Kolonialgeschichte Afrikas und deren Folgen völlig auszublenden. Allein die von Kolonialmächten durchgeführte, willkürliche Grenzziehung durch unterschiedlichste Stammesgebiete hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Den Afrikanern zu unterstellen, ihre Probleme seien grundsätzlich hausgemacht, ist völlig indiskutabel. ALLES, was auf diesem Kontinent vor sich geht, ist mittelbare bzw. unmittelbare Folge abendländischen Engagements!
5.
ComLark 02.02.2013
Zitat von neue_mitteUnd lieber erfolglos Gold schürfen, als Reis anbauen, wie es im Artikel steht?
Das ist jetzt aber nicht unbedingt auf Afrika beschränkt. Wenn man sich mal den Goldrausch in Alaska und im Westen der USA anschaut, da waren auch die Schürfer die armen Schweine. Das große Geld haben die Leute gemacht die ein Saloon & Puff aufgemacht und den Whiskey angeschafft haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Demokratische Republik Kongo
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 14 Kommentare
Fotostrecke
Kongo: Ringen um den Frieden

Fläche: 2.344.885 km²

Bevölkerung: 65,966 Mio.

Hauptstadt: Kinshasa

Staatsoberhaupt:
Joseph Kabila

Regierungschef: Augustin Matata Ponyo Mapon

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon

Karte