Kooperationsrat Streit mit Katar überschattet Treffen der Golfstaaten

Die Beziehungen Katars zu seinen Nachbarn sind angespannt. Nun schlug der Emir eine Einladung zum Treffen der Golfstaaten aus - dabei war dort eine Annäherung vorgesehen.

Emirate-Premierminister Al-Maktum, Saudi-Arabiens König Salman
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Emirate-Premierminister Al-Maktum, Saudi-Arabiens König Salman


Außer dem Konflikt mit Iran hat vor allem die andauernde Krise im Verhältnis zu Katar den Gipfel der Golfstaaten überschattet. Der Emir von Katar, Tamim Bin Hamad Al-Thani, schlug eine Einladung des saudischen Königs aus und schickte stattdessen einen Staatsminister zum Treffen des Golf-Kooperationsrats in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad.

Dessen ungeachtet beschwor König Salman in seiner Eröffnungsrede die Einheit der Golfstaaten und griff den Rivalen Iran scharf an. "Das Regime in Iran mischt sich weiter in die internen Angelegenheiten der Nachbarstaaten ein", sagte Salman. Das Land unterstütze Terrorismus und bedrohe die Stabilität der Region.

Demonstrativ hatten die Gastgeber des Treffens Plakate in Riad aufhängen lassen, auf denen stand: "Unsere arabische Halbinsel: ein Ziel". Dabei hatte die Frage, ob der Emir von Katar persönlich nach Saudi-Arabien reisen werde, die Stimmung vor dem Gipfeltreffen geprägt. Es sollte eigentlich die Beziehungen zwischen den Ländern verbessern. Außer wirtschaftlichen Kooperationen geht es dabei vor allem auch um die Sicherheitspolitik.

Auch Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate schickten Stellvertreter

Wegen seiner engeren Beziehungen zu Iran hatten unter anderem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain im Sommer 2017 eine Blockade gegen das kleine, aber reiche Katar verhängt. Sie werfen dem Emirat Terrorunterstützung vor. Katar bestreitet die Vorwürfe. Erst vor kurzem trat das Land aus der Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (Opec) aus. Die aktuelle Krise ist einer der schwersten internen Konflikte seit der Gründung des Golf-Kooperationsrates vor 37 Jahren.

Der Emir von Kuwait, Sabah Al-Ahmed Al-Sabah, rief die Golfstaaten dazu auf, gegenseitige Vorwürfe und Angriffe über die Medien zu unterlassen. Kurz zuvor hatte der Außenminister von Bahrain öffentlich das fernbleiben des katarischen Emirs kritisiert. Wie auch der Oman und die VAE schickte Katar eine Delegation mit Vertretern.

Druck auf Saudi-Arabien

Auch der andauernde Jemen-Krieg sorgt für Konflikte zwischen den Staaten am Golf. Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition sunnitisch beherrschter arabischer Staaten an, die auf Seite der international anerkannten Regierung des Jemen gegen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen steht. Die USA hatten zuletzt den Druck auf Saudi-Arabien im Jemen-Krieg erhöht und auf Friedensgespräche gedrängt.

Zudem hatte der Mord an dem kritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi das Königshaus in Riad und vor allem Thronfolger Mohammed bin Salman international schwer in die Kritik gebracht.

ene/dpa

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