Brüssel Hotelier Sondland tritt US-Botschafterposten bei der EU an

Rund 18 Monate lang war die Stelle des EU-Botschafters der USA unbesetzt. Nun hat Hotelmagnat Gordon Sondland in Brüssel das Amt angetreten - dabei hatte er einst öffentlich mit Donald Trump gebrochen.


Der Posten des US-Botschafters bei der EU ist wieder besetzt. Der Hotelmagnat Gordon Sondland habe am Montag in Brüssel seine Ernennungspapiere überreicht, teilte die US-Botschaft vor Ort mit. "Als Botschafter werde ich mich für eine Stärkung der engen Partnerschaft zwischen der EU und den USA einsetzen", schrieb Sondland via Twitter. Dazu veröffentlichte er mehrere Fotos von seinem ersten Tag im Amt.

US-Präsident Donald Trump hatte sich mit der Neubesetzung des seit Januar 2017 vakanten Postens lange Zeit gelassen. Seit seinem Amtsantritt sind die Beziehungen zur EU stark angespannt. Gegen die EU verhängte Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium; er kündigte den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag an und das Atomabkommen mit Iran einseitig auf. Zudem wirft Trump den meisten Nato-Staaten vor, zu wenig für Verteidigung auszugeben.

Sondland, Jahrgang 1957, ist der Gründer der Hotelkette Provenance und Mitgründer der Handelsbank Aspen Capital, die vor allem auf Immobiliengeschäfte spezialisiert ist. Als Europaexperte war er in der Vergangenheit nicht in Erscheinung getreten.

Das Verhältnis zwischen Sondland und dem US-Präsidenten war nicht ohne Konflikte. Als Trump im August 2016 Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten beleidigt hatte, brach der Hotelier öffentlich mit Trump und untersagte ihm seine Unterstützung. Wenige Monate später unterstützte er ihn dann doch: Eine Million Dollar spendete er für Trumps Feierlichkeit zur Amtseinführung und gewann so die Gunst des Präsidenten zurück.

aar/AFP



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