Nach Prügelattacke Gianforte gewinnt in Montana - und entschuldigt sich bei Reporter

Gewonnen trotz einer Prügelattacke: Der Republikaner Greg Gianforte siegt bei der Nachwahl in Montana und zieht ein ins US-Repräsentantenhaus. Das Votum galt als Stimmungstest für die Trump-Regierung.

Greg Giangorte in Bozeman, Montana
AFP

Greg Giangorte in Bozeman, Montana


Der Republikaner Greg Gianforte wird künftig für Montana im Repräsentantenhaus in Washington sitzen. Er wurde am Donnerstag (Ortszeit) als Nachrücker für Ryan Zinke gewählt, der im Kabinett von Donald Trump Innenminister geworden ist.

Beobachter hatten Gianforte als Favoriten gehandelt. Er sorgte aber nur einen Tag vor der Abstimmung mit einer Prügelattacke auf einen Reporter für Schlagzeilen. Weil er sich von den Fragen offenbar provoziert fühlte, stieß Gianforte den "Guardian"-Reporter Ben Jacobs derart heftig zu Boden, dass dessen Brille zu Bruch ging und er medizinisch behandelt werden musste.

"Vergangene Nacht habe ich einen Fehler gemacht, den ich nicht mehr ungeschehen machen kann. Ich bin nicht stolz darauf", sagte Gianforte nach seinem Sieg zu seinen Anhängern. "Ich hätte nicht so reagieren dürfen und entschuldige mich für mein Verhalten."

Gianforte, ein schwerreicher Software-Unternehmer und erklärter Donald-Trump-Fan, holte sich Wahlkampfhilfe von Trumps Sohn Eric und Vizepräsident Mike Pence. Zudem machte er Stimmung gegen Washington und für das Recht auf Waffenbesitz. Das ländliche Montana ist eine Hochburg der Republikaner, Trump gewann hier im November mit mehr als 20 Prozentpunkten Vorsprung.

Direkt nach der Prügelattacke hatte Gianforte die Vorwürfe noch zurückgewiesen - und Jacobs die Schuld an der Eskalation gegeben. Der Reporter habe ihm aggressiv ein Aufnahmegerät vor das Gesicht gehalten und ihn mit Fragen bedrängt, sagte er. In einer Tonaufzeichnung des Vorfalls, die der "Guardian" veröffentlichte, sind Beschimpfungen seitens Gianforte zu hören.

Audiomittschnitt des Vorfalls:

Der in der Montana-Wahl unterlegene Demokrat Rob Quist machte dem Republikaner nach eigenen Angaben in einem Telefoninterview klar, dass er nun die Interessen aller Bürger des US-Bundesstaates vertreten müsse. "Ich bin mir sicher, dass die Einwohner Montanas ihn zur Verantwortung ziehen werden", sagte Quist.

vks/AP



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