Grenze zwischen USA und Mexiko Zahl der Hitzetoten soll deutlich zugenommen haben

Im US-mexikanischen Grenzgebiet sind zuletzt offenbar deutlich mehr Migranten wegen hoher Temperaturen gestorben. Ein Grund: Immer mehr unbegleitete Kinder machen sich auf den beschwerlichen Weg.

Grenzzaun in der Sonora-Wüste in Arizona
AFP

Grenzzaun in der Sonora-Wüste in Arizona


In den vergangenen neun Monaten sind im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA insgesamt 48 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen gestorben. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum habe die Zahl der Opfer noch bei 31 gelegen, sagte der Sprecher der US-Grenzschutzbehörde, Salvador Zamora, in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Er rechnet demnach damit, dass es in den kommenden Sommermonaten noch deutlich mehr Hitzetote in dem Grenzgebiet geben wird. Das liege unter anderem daran, dass zunehmend besonders hilfsbedürftige Menschen versuchten, in die USA zu kommen. "Die Familien, die unbegleiteten Kinder,... sie sind sehr viel schutzbedürftiger." Zamora nannte die Hitze als Hauptgrund für Todesfälle von Migranten in dem Grenzgebiet.

Über die Sonora-Wüste im US-Grenzstaat Arizona heißt es auf der Website der Grenzschutzbehörde beispielsweise, sie sei eine "unbarmherzige Umgebung für diejenigen, die nicht auf das abgelegene, harte Terrain und das unvorhersehbare Wetter vorbereitet sind". Derzeit liegen die Temperaturen dort bei deutlich über 40 Grad Celsius.

Video: Migranten vor der US-Grenze - "Ich habe Angst"

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Menschenrechtsorganisationen machten auch die "Null-Toleranz-Politik" der US-Regierung für die gestiegenen Todeszahlen verantwortlich (mehr Hintergründe dazu lesen Sie hier).

Nach der Verschärfung der Grenzkontrollen würden sich viele Einwanderer auf noch längere und noch gefährlichere Routen begeben, um die Grenze abseits der Kontrollpunkte zu überqueren, argumentiert beispielsweise die Gruppe Border Angels aus San Diego. Ihr Gründer Enrique Morones sagte gegenüber Reuters: "Wir haben Menschen gesehen, die in viel gefährlicheren Gegenden die Grenze überqueren. Selbst wenn die Zahl der Grenzüberquerer sinkt, steigt die Zahl der Toten."

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 303.916 Menschen an der Grenze festgenommen worden, meldete die US-Behörde laut Reuters. Dies sei ein Rückgang von 26 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016. Bis vor vier Jahren seien vor allem Mexikaner an der Grenze aufgegriffen worden. Weil sich die Wirtschaft im Land aber erholt habe, seien es nun vor allem Menschen aus Guatemala, Honduras und El Salvador.

aar/Reuters

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