Grenzkonflikt mit Syrien Türkei schickt Kampfflieger an die Grenze

Bei Kämpfen an der syrischen Grenze ist erneut eine türkische Kleinstadt von Granaten getroffen worden. Die Menschen in Ceylanpinar gerieten in Panik. Das türkische Militär reagierte umgehend.

Türkische F-16-Bomber: Abflug an die Grenze
AP

Türkische F-16-Bomber: Abflug an die Grenze


Diyarbakir - Die Türkei hat am Montag Kampfflugzeuge an die Grenze zu Syrien geschickt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ungenannte Quellen. Es soll sich um F-16-Jets vom Stützpunkt Diyarbakir handeln. Damit reagierte die türkische Armee auf den Beschuss von Rebellenstellungen in Syrien nahe der türkischen Grenze, verlautete von türkischen Sicherheitsbehörden.

Beim Bombardement des von Aufständischen gehaltenen syrischen Grenzorts Ras al-Ain seien auch Geschosse auf türkischem Gebiet niedergegangen. Sie landeten demnach in der direkt an Ras al-Ain grenzenden Stadt Ceylanpinar und lösten dort unter der Bevölkerung Panik aus. Es war zunächst unklar, ob die Irrläufer von syrischen Truppen oder von Rebellen abgefeuert worden waren.

Die Türkei sieht sich durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien bedroht und will sich künftig mit Hilfe von Nato-Verbündeten schützen. In dem Grenzkonflikt beantragte das Land die Stationierung von "Patriot"-Abwehrraketen, über deren modernste Version neben den Niederlanden und den USA auch die Bundeswehr verfügt.

Inzwischen stehen offenbar die Stationierungsorte der deutschen und niederländischen Systeme fest. Zwei "Patriot"-Batterien der Bundeswehr und eine der niederländischen Armee würden in den Provinzen Malatya, Gaziantep und Diyarbakir aufgestellt. Dies berichtete der türkische Sender NTV am späten Sonntagabend unter Berufung auf Nato-Kreise.

Von den drei genannten Provinzen liegt nur Gaziantep direkt an der syrischen Grenze. In Diyarbakir befindet sich die am nächsten an der syrischen Grenze gelegene türkische Luftwaffenbasis. In Malatya, rund 150 Kilometer von der Grenze entfernt, hat die Nato eine zum Raketenschirm der Allianz gehörende Radarstation aufgebaut.

Die formelle Stationierungsentscheidung für die Nato-"Patriots" wird beim Außenministertreffen der Allianz am Dienstag und Mittwoch in Brüssel erwartet.

Am Montag ist der russische Präsident Wladimir Putin in der Türkei eingetroffen. Es wird erwartet, dass Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Putin erneut drängen wird, jede Unterstützung für das syrische Regime zu beenden. Nach Gesprächen mit Erdogan ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.

ler/Reuters/AFP



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insgesamt 26 Beiträge
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robert.haube 03.12.2012
1. Erdogan wird einlenken müssen
Wurde gestern noch von einem "Kampf um Flughafen von Damaskus" schwadroniert, so kommt heute die harte Realität zurück. Angriff der syrischen Armee im Grenzgebiet zur Türkei. Bald gibt es für die FSA überhaupt keine Rückzugsgebiete mehr. Putin wird Erdogan möglicherweise einen Weg aufzeigen, wie dieser ohne umfassenden Gesichtsverlust aus seinem Schlamassel heraus kommen könnte.
Jan2607 03.12.2012
2. Bildunterschrift
Bei der F-16 handelt es sich nicht um einen Bomber, wie einem die Bildunterschrift weismachen will, sondern um ein Mehrzweckkampfflugzeug. Sie eignet sich sowohl als Jagdflugzeug als auch als Jagdbomberomber, und kann auch im Rahmen von "Weasel"-Einsätzen (SEAD) zur Unterdrückung der feindlichen Luftabwehr eingesetzt werden. Liebe SPON-Redaktion, Wenn Sie schon so einen Artikel verfassen und ein nettes Foto dazu nehmen, dann erkundigen Sie sich bitte vorher, was dieses Foto darstellt.
Atheist_Crusader 03.12.2012
3.
Zitat von sysopAPBei Kämpfen an der syrischen Grenze ist erneut eine türkische Kleinstadt von Granaten getroffen worden. Die Menschen in Ceylanpinar gerieten in Panik. Das türkische Militär reagierte umgehend. http://www.spiegel.de/politik/ausland/grenzkonflikt-mit-syrien-tuerkei-schickt-kampfflieger-an-die-grenze-a-870646.html
Sicher doch. Weil Putin ja der Typ ist, der sich von so einem lachhaften, geistig rückständigen Schmalspurautokraten zu irgendetwas drängen lässt, das seinen eigenen Interessen zuwiderläuft. Kommen Sie, was erwarten Sie? Waffen sind böse, deswegen macht es auch überhaupt nichts aus, wenn man darüber berichtet ohne irgendwelches Grundwissen zu besitzen. Hier werden auch regelmäßig Sturmgewehre als Maschinengewehre tituliert oder APCs mit Radpanzern gleichgesetzt. So läuft das hier eben, aufregen hilft da wenig...
abc-xyz 03.12.2012
4. Zermürbungskrieg der Rebellen geht auf...
Die Rebellen haben erkannt, dass der Schlüssel zum militärischen Sieg die Zerstörung oder Lahmlegung der SAA Luftwaffe ist. In den letzten Wochen wurden mehrere Flughäfen im Handstreich überrannt, alles verwertbare geplündert oder zerstört. Auch in der Luft werden immer mehr Vehikel abgeschossen. Die Assad Armee kommt meist zu spät und wird dabei logistisch gesehen immer weiter dezimiert. Ein klassischer Zermürbungskrieg an denen schon die USA in Vietnam und die Sowjetunion in Afghanistan scheiterten, nur für Assad umso schlimmer (und deswegen fanatischer), da es nicht um den Verlust eines Allierten geht sondern um den eigenen Kopf.
liptovskykarl 03.12.2012
5. Tja..
Hr.Erdogan kann ja draengel wie er will, aber Hr. Putin laesst sich garantiert von Erdogan ZU NICHTS draengeln! Natuerlich waere es besser, wenn die Unterstuetzung fuer Alle Seiten in Syrien aufhoeren wuerde, aber dann muss das auch fuer ALLE SEITEN gelten! Also Russland, China und der Iran stoppen die Unterstuetzung fuer Assad und die Tuerkei, SA, Katar, USA und noch einige Natostaaten stoppen die Hilfe fuer die "Rebellen"! Das waere wirklich das Allerbeste, aber ich fuerchte daraus wird nichts, denn die Unterstuetzer der "Rebellen" koennen sich Keine Niederlage leisten!
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