Grenzkorrektur Belgien schrumpft, die Niederlande wachsen

Die Niederlande bekommen eine Fläche von 23 Fußballfeldern dazu und geben eine Fläche von vier Fußballfeldern an Belgien ab: Zum neuen Jahr korrigieren die beiden Nachbarländer ihre gemeinsame Grenze.

Geschäftsdistrikt in Amsterdam (Symbolbild): die Niederlande wachsen
Getty Images

Geschäftsdistrikt in Amsterdam (Symbolbild): die Niederlande wachsen


Zwischen den Niederlanden und Belgien tritt nach Angaben des Gouverneurs der belgischen Provinz Lüttich zum 1. Januar ein Vertrag zur Grenzkorrektur in Kraft. Er bewirkt, dass zwei im Fluss Maas gelegene Halbinseln mit einer Größe von etwa 23 Fußballfeldern (16,37 Hektar) niederländisches Territorium werden. Belgien bekommt im Gegenzug eine vier Fußballfelder große Halbinsel (3,09 Hektar).

Die Grenzkorrektur wurde vereinbart, weil die drei unbewohnten Halbinseln nach einer Begradigung der Maas im Jahr 1961 zu Enklaven geworden waren. So konnten belgische Behörden die zu ihrem Territorium gehörenden Halbinseln de l'Ilal und d'Eijsden ohne Grenzübertritt nur noch auf dem Wasserweg erreichen. Gleiches galt umgekehrt für die bislang niederländische Halbinsel Petit-Gravier.

Der Vertrag zur Grenzverschiebung war jahrelang vorbereitet worden und dann Ende November 2016 bei einem Staatsbesuch des belgischen Königs Philippe in den Niederlanden von den Außenministern beider Länder unterzeichnet worden. Bevor er in Kraft treten konnte, musste er zuletzt noch vom belgischen Parlament ratifiziert werden.

Der belgische Außenminister Didier Reynders hatte das Grenzabkommen bereits 2016 als Zeichen für die hervorragenden Beziehungen zwischen beiden Ländern gewertet und darauf hingewiesen, dass es als Vorbild dienen solle. "Der Vertrag zeigt, dass Grenzen auch friedlich neu gezogen werden können", sagte er.

lov/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
der_rookie 31.12.2017
1. Baarle
Diese Vereinbarung ist ja simpel. Mal sehen wie lange die beiden Regierungen benötigen die Grenze zwischen beiden Ländern innerhalb der Ortschaft Baarle zu vereinfachen. Die ist schlicht absurd.
doitwithsed 31.12.2017
2.
Prima, dass man an den einfachen Grenzverläufen schon mal üben konnte. Im nächsten Schritt kann man sich dann mal Gedanken über die fünf deutschen Exklaven in Belgien aufgrund der Vennbahntrasse machen, bevor mit Baarle / Baarle-Hertog dann die richtig komplizierten niederländisch-belgischen Grenzverläufe angegangen werden können.
Kradfahrer 31.12.2017
3. Schmunzel
"Der belgische Außenminister Didier Reynders hatte das Grenzabkommen bereits 2016 als Zeichen für die hervorragenden Beziehungen zwischen beiden Ländern gewertet und darauf hingewiesen, dass es als Vorbild dienen solle. "Der Vertrag zeigt, dass Grenzen auch friedlich neu gezogen werden können", sagte er." Ja, aber wenn man bedenkt, dass dazu Verhandlungen einschließlich des Erkenntnisprozesses seit 1961 (also von 56 Jahren!) nötig waren, dann erkenne ich da durchaus noch ein gewisses Optimierungspotenzial :D . Glückwunsch, das sollte Vorbild sein in der ganzen EU. Und zeigen, dass Grenzen in einem zusammenwachsenden Europa keine Bedeutung mehr haben (sollten).
herjemine 31.12.2017
4. Schon klar...
...dass gute Nachbarn wie Belgien und die Niederlande so etwas konfliktfrei hinbekommen. Auch wenn da zwischen 1961 und 2016 ziemlich viel Wasser die Maas runtergeflossen sind. Eie das ganze aber wohl verlaufen wäre wenn auf einer der Halbinseln ein oder mehrere Gebäude im Werte und Bedeutung des oberen „Symbolbildes“ gestanden hätte?
swf3 31.12.2017
5. Sehr wichtige Veränderungen
in einem vereinigten Europa. Mal abwarten, wie lange die Walonie, Flandern und die deutschsprachige Provinz bei Aachen noch zusammenbleibt. Sich abspalten, siehe Katalonien, ist inn. Armes Europa........
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.